Zahnpflege

Diesen Blog tippe ich mühsam Buchstabe für Buchstabe mit der linken Hand, weil sich meine rechte, im Dauerkrampf befindet. Was war passiert? Im Morgenmagazin wurde mal wieder eine »Zahnputztechniksau« durch das Dorf getrieben. Da Zeckenexperten im Moment nicht so gefragt sind und man ja stets Fachleute braucht, die sich im Fernsehen produzieren, erklärte mir ein Zahnarzt lang und breit, wie richtiges Zähneputzen geht. Die Frage, ob vor oder nach dem Frühstück, war schnell abgefrühstückt-vorher ist besser-, aber bei meiner Technik lag noch einiges im Argen. Da der Zahnarzt persönlich vor die Kamera trat und sich nicht, wie sonst üblich von seiner Frau vertreten ließ, wollte ich seine Ratschläge nicht ungehört an mir vorbeirauschen lassen. Ich schaltete den Fernseher aus und macht mich ans Werk. Zunächst empfahl er, die Zahnbürste an der Zahn-Zahnfleischgrenze in rüttelnde, wenn möglich oszillierende Bewegung zu versetzen, dann, dem einstigen Top Spin des Boris Becker nicht unähnlich, da locker mit einer Drehung aus dem Handgelenk heraus, schleudert man dann einfach die abgelöste Plaque in Richtung Zahnkrone und weit darüber hinaus. Dabei stellte ich, während ich mein Handgelenk ausschüttelte, fest, dass die Behauptung des Zahnklempners, die Zähne wären dann richtig geputzt, wenn man danach auch den Spiegel reinigen müsse, durchaus zutreffend war. Egal, jeder soll einmal am Tag etwas richtig machen und so oszillierte und schleuderte ich, was das Zeug hielt. Dabei fiel mir ein, dass ich mir als Kind immer ein herausnehmbares Gebiss wünschte, denn ich fand es praktisch, die Zähne einfach mit einer Brausetablette in ein Glas zu werfen. Der Zahn der Zeit wird mir diesen Wunsch dermaleinst erfüllen, dachte ich, während ich versuchte, den Griff der Zahnbürste aus meinen verkrampften Fingern zu lösen. Mein Großonkel fiel mir ein, der mit seinen fast neunzig Jahren nie einen Zahnarzt sah und meines Wissens auch nie eine Zahnbürste besaß und sich immer noch eines gesunden, vollständigen Gebisses erfreut. Gleichzeitig hatte ich den gestrigen Lidl-Prospekt vor Augen, der-kein Scherz-auf der letzten Seite eine Einstieg Volks Zahnbürste zum günstigen Preis anbietet. Die oszilliert selbsttätig. Wobei ich eine Zahnbürste für ein ganzes Volk als sehr wenig empfinde, trotz meines Großonkels.

Entrümpelung von Paul Wiedebach

In unserer Dusche stehen die seltsamsten Dinge. Heute Morgen entdeckte ich ein Shampoo, das gegen fettigen Ansatz und trockene Haarspitzen wirken soll. Dies lässt mir keine Ruhe. Woher weiß das Shampoo, auf welcher Stelle des Kopfes es sich befindet? Was ist, wenn es die Orte, an denen es seine Wirkung entfalten soll, verwechselt? Wird dann der Ansatz noch fettiger, die Haarspitzen noch trockener? Leider ist meine Frau zurzeit nicht im Haus, sodass ich mein Problem nicht mit ihr diskutieren kann. Ein weiteres Problem ist die Anti-Haarbruch-Spülung. Ich machte mir im Leben noch keine Gedanken darüber, mir ein Haar brechen zu können. Vielmehr überfällt mich die Sorge, mir eine Beinfraktur zu zuziehen , wenn ich unsere, durch eine »In-Dusch-Lotion« mit einem Schmierfilm bedeckte Duschwanne betrete. Was bringt eine Lotion in der Dusche? Wird sie nicht gleich wieder abgespült? Fragen über Fragen. Auch die Zahnpastatuben meiner Gattin verwirren mich. Da gibt es Zahnpflegemittel, die alles herunterputzen und welche, die alles wieder heraufputzen. Welchen Sinn ergibt das? Weiterlesen