Wölfe von Tanja K.

Gestern sah ich mir eine Dokumentation über die Ursprünge des Rassismus an, und ich muss sagen, die Europäer leisteten ganze Arbeit. Ausrottung von 30 Millionen Indern unter den Briten, 15 Millionen Kongolesen unter den Belgiern, Auslöschung der Maya- und Inkakultur unter den Spaniern, 15 Millionen Indianer durch nordamerikanische Siedler, 10 Millionen Schwarzafrikaner gingen allein beim Transport zur Zeit des Sklavenhandels drauf, völlige Auslöschung indigener Völker weltweit, darunter die Südafrikaner und die Tasmanier, von denen nachweislich nur eine einzige Frau überlebte, nachdem das Volk 10.000 Jahre ohne die Segnungen westlicher Zivilisation völlig problemlos existierte.

»Homo homini lupus est«, quod erat demonstrandum!

Der Missionarsdrang der christlichen Hirtenreligion brachte nichts anderes zu Tage als den wölfischen Charakter des Menschen. Die guten Hirten entpuppten sich als das Raubtier, das sie von Natur aus darstellen und da wird in diesem Blog über das Schafverhalten der Menschheit diskutiert!

Ich bin auch ein Wolf, obwohl ich mich bislang als Opferlamm sah. Um mein Überleben zu sichern, zertrat ich manche Seele. Mein Egoismus gnadenlos, so wie der Egoismus meiner Mitmenschen, was ein nebeneinanderher Leben bedingt. Jedenfalls kenne ich kein absichtsfreies Miteinander. Schon die Intonation des Grußes bei der Begegnung zweier Menschen lässt dahinter steckende Pläne erahnen. Wir bezeichnen diese als unbewusst, um einigermaßen heil aus dieser Zwickmühle zu kommen, aber mit dem Unbewussten besaß ich, solange ich denken kann, meine Schwierigkeiten.

Wie mag es unbewusst sein, aus jeder Situation, in die man sich begibt, möglichst als Sieger wieder hervor zu treten? Schließlich will man sich am Ende jedes einzelnen Tages stolz auf die Schultern klopfen können! Summa summarum: ein guter Tag! Was natürlich bedeutet, den Einen oder Anderen gründlich in die Pfanne gehauen zu haben. Macht nichts, da man eh intelligenter, liebenswürdiger und befähigter ist als der Rest, steht es einem ja auch zu!

Wir gratulieren uns sogar dazu, wenn wir großzügig über die Minderwertigkeiten der Mitmenschen hinweg sehen!

Denn mein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen

Tanja K., Anonyme Alkoholikerin