Disziplin von Elke Balthaus-Beiderwellen

Amerikanische Forscher fanden heraus, dass Menschen, die ihre Betten machen, mit sich und der Welt zufriedener sind, als diejenigen, die abends in dieselbe verknüllte und vermiefte Koje kriechen, aus der sie sich morgens herausquälten. Minimale Selbstdisziplin führt demnach zu erstaunlichen Ergebnissen. Demnächst kommt noch heraus, dass Normalgewichtige ihr Spiegelbild mehr mögen als Dickerchen, Nichttrinker seltener einen Kater aushalten müssen als Alkoholiker und Zahnputzfanatiker sich häufiger bis ins hohe Alter ihrer eigenen Zähne erfreuen können als Zahnbürstenmuffel. Sportfreaks sind fitter als Couchpotatoes und Raucher husten mehr als Nikotinphobiker. Der Tritt in den eigenen Hintern garantiert einen Zuwachs an Lebensqualität. Wer hätte das gedacht? Weiterlesen

Weltverbesserer von Witwe Clausen

Im Prinzip befinde ich mich in einem Alter, in dem ich mir das alles nicht mehr antun muss. Ich meine, die täglichen, nicht abreißenden Schreckensmeldungen der Nachrichten. Da meint man, die Menschheit entwickele sich weiter, aber dies scheint sich nur auf die Technik zu beziehen, denn in geistiger Hinsicht ist keinerlei Fortschritt festzustellen. Zwar merken wir kurz auf, wenn wir von Kriegen, Armut und Hunger erfahren, aber im Grunde genommen ist uns das egal, denn mehr als unser unmittelbares Umfeld können und wollen wir nicht erfassen. Das Wetter, das wir vor unserer Haustür vorfinden erregt uns intensiver als die Horrormeldungen, die uns stündlich um die Ohren gehauen werden, zumal nirgendwo jemand bereit ist, Konsequenzen zu ziehen. Die Tageszeitung bringt uns mehr Information, als ein Bauer im Mittelalter Zeit seines Lebens bezog, und es kommt mir vor, als wären wir dieser Mitteilungsflut immer noch nicht gewachsen. Weiterlesen