Heilige von Elke Balthaus-Beiderwellen

Mit Heiligsprechungen sollte man vorsichtig sein. Papst Franz I sprach jetzt in Kalifornien Junipera Serra heilig, der im 18. Jahrhundert den Katholizismus nach dem Motto verbreitete: »Und wenn du nicht katholisch wirst, schlag ich dich, bis dein Schädel birst.« Solche Leute braucht die katholische Kirche und ich kann mir gut vorstellen, wenn es nur die geringste Möglichkeit gäbe, würde sie die Menschen auch heute noch nach dem gleichen Schema missionieren. Die Kirchen sind leer. Da stünde man doch gern mit der Peitsche auf dem Marktplatz und sorgte für volle Gotteshäuser! Schade aber auch, dass die Drohung mit Fegefeuer und Hölle so gar nicht mehr funktionieren will. Weiterlesen

Karnickel von Dr. Bremer

Die Katholiken sollen sich nicht vermehren wie die Karnickel, meinte Franziskus I. Gerne doch, wenn er in seiner Scheinheiligkeit nur verraten würde, wie dies ohne Verhütungsmittel funktionieren soll. Die Temperaturmethode soll ja in den Schwellenländern sehr verbreitet sein. Je heißer die Außentemperatur, umso heißer der Sex. Weiterlesen

Alzheimer von Elke Balthaus-Beiderwellen

Nun ist es offiziell, Papst Franziskus verkündete öffentlich, dass »Armut, Keuschheit und Gehorsam« in der Curie und der Vatikanverwaltung durch »Machgier, Eitelkeit und Geschwätzigkeit« ersetzt worden sind. Gleichzeitig diagnostizierte er bei den oben Genannten, spirituellen Alzheimer. Was der Rest der Welt schon seit Hunderten von Jahren ahnt, wurde in der Rede des Papstes endlich einmal thematisiert, aber, wie der Rest der Welt ebenfalls weiß, ist die Kirche immer »spät dran«, was jegliche Aufklärung betrifft. Weiterlesen

Toleranz II von Elke Balthaus-Beiderwellen

Toleranz II

Es ist nicht zu fassen! Gestern hörte ich im Fernsehen, dass ein Chefarzt eines katholischen Krankenhauses rechtmäßig entlassen wurde, da er geschieden und wiederverheiratet ist, und keine zwei Minuten später vernahm ich die Worte von Franziskus I: »Gott verzeiht immer, der Mensch manchmal, die Natur nie.« Zwar vermeldete er diese Worte in Bezug auf die Umwelt, aber auch im priesterlich zwischenmenschlichen Bereich wären sie durchaus angebracht. Besonders der letzte Teil dieser theologisch-philosophischen Äußerung weckte meine Aufmerksamkeit. »Die Natur verzeiht nie.« Was ist mit der menschlichen Natur? Dass man evolutionär-genetische Prägungen nicht unterdrücken kann, beweist die Priesterschaft zur Genüge. Macht aber auch nichts, weil laut Franziskus Gott immer verzeiht. Da wird das Papstamt gottgleich erhöht, denn schließlich haben wir es mit dem Stellvertreter Christi auf Erden zu tun und mit einem Satz beweist der Papst, dass er von göttlicher Größe noch meilenweit entfernt ist. Die Kardinäle sind weiterhin nur Menschen; sie verzeihen nur manchmal, was heißt, nur dann, wenn es ihnen in den Kram passt. Was zwingend beweist, dass Keuschheit, Gehorsam und Armut (!) nicht der Königsweg sind, Gott näher zu kommen. Da schwören sie allem zutiefst menschlichen ab und landen trotzdem in einer Sackgasse. Tragisch, irgendwie. Eine derartige Askese ist bereits an sich verdächtig. Selbstüberhöht darf man auf andere, die ihren Trieben hilflos ausgeliefert sind, herabschauen und ihnen sagen, wo es lang zu gehen hat. Wenn Gott immer verzeiht, ergeben die Dogmen der Kirche überhaupt keinen Sinn mehr. Im Prinzip hat sich der Papst durch seine Äußerung als Schabowski der katholischen Kirche erwiesen. Es hätte nur jemand fragen müssen, ab wann diese Regelung zu gelten hat. Wenn Franziskus I dann verwirrt auf seinen Zettel gesehen und gestottert hätte: »So wie ich das sehe, ab sofort«, hätten alle Schwulen, Lesben, Priester mit Kindern, Geschiedenen, Wiederverheirateten und anderweitig »Verirrten« sofort offen freien Zutritt zum Abendmahl verlangen sollen. Das wäre eine ähnliche Party im Vatikan geworden, wie damals auf der Berliner Mauer! Und aus dem »die Mauer muss weg« wäre endlich ein »die Mauer ist weg« geworden. Zu schön, um wahr zu sein, aber man wird doch einmal träumen dürfen!

Ostereier von Dr. Bremer

Christliche Mehrfachfeiertage sind der Horror für alle Arztpraxen. Gestern ging der Run auf meine Sprechstunde bereits los, da natürlich nach Ostermontag nicht damit zu rechnen ist, dass es noch Hausarztpraxen gibt. Da können die Medikamente noch bis Weihnachten reichen, vor Ostern muss ein neues Rezept besorgt werden, denn Apotheken werden ebenfalls vom Erdboden getilgt sein. Wenn einem seit Januar der große Zeh zwickte, bedarf dies dringend vor den Feiertagen einer Abkärung denn, wer weiß, vielleicht verschlimmert sich die Problematik ausgerechnet wenn der Papst seinen Segen spricht und alle Praxen geschlossen haben. Insulin-, Bludruckmittel und Fettsenkervorräte müssen aufgefüllt werden, obwohl der häusliche Bestand locker bis 2030 reichen würde. Ganz zu schweigen von Schlaf- und Beruhigungs- und Antibabypillen. Mögliche Gallen- und Harnleitersteine müssen dicht vor Karfreitag noch unbedingt mittels Ultraschall verifiziert werden, denn wer möchte schon, während »Die Bibel« im Fernsehen läuft, eine Kolik bekommen. Und was ist mit möglichen Erkältungen, Blasenentzündungen, Migräneanfällen und Zeckenbissen? Ist die Hausapotheke dafür gerüstet? Wie lange liegt eigentlich die letzte Tetanusimpfung zurück? Der letzte Check-up inklusive EKG und Lungenfunktion? Der Mensch macht sich reichlich Gedanken, bevor ihm ein paar freie Tage ins Haus schneien. Was ist mit Oma? Wird sie und vor allen Dingen ihre Rente die arztfreie Zeit überleben? Oder ist es doch vielleicht besser, noch einen dringenden Hausbesuch anzufordern, der vor allen Dingen Oma schwer überrascht, da sie sich keinesfalls schlechter fühlt und sie von der telefonischen Aggravation ihrer Beschwerden nichts weiß. » Sie fühlt sich nicht. Schauen sie doch noch mal nach ihr!«, denn selber zu schauen hat man keine Zeit aufgrund von Feiertagsstress. Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn die ersten bunten Plastikeier an den Bäumen in den Vorgärten hängen. Das gleiche Phänomen, das bei mir eintritt, wenn die Weihnachtsaußenbeleuchtung erstrahlt, denn dann rollen harte Zeiten auf mich zu. Wenn ich daran denke, dass jetzt auch noch muslimische, jüdische und buddhistische Feiertage eingeführt werden sollen, mutiere ich aus Prinzip zum Atheisten. Gott mag es zwar gut mit dem Menschen im Allgemeinen meinen, für die Ärzte hingegen ist er eine Crux. Alle wollen dicht vor Ostern quasi gesundheitlich auferstehen und ich kann mir gut vorstellen, dass Jesus sich freiwillig kreuzigen ließ, da er die Nachfrage nach Wunderheilungen einfach satthatte. Dabei war es bei ihm noch mit Handauflegen getan und die Leute kamen zu ihm. Außer beim toten Lazarus, der auch schlecht hätte selber kommen können, ist bei Ihm kein Hausbesuch überliefert. »Nimm dein Bett und wandle, am besten zu mir in die Praxis, damit ich keine Besuche fahren muss, würde ich liebend gern am Telefon sagen, wenn Altenheime oder »besorgte« Angehörige meine Leitungen blockieren. Vielleicht mache ich es demnächst einfach wie der Papst und versuche es mit dem Fernsegen. Anstatt »Urbi et Orbi« erhebe ich meine Hände über Dorf und ländliche Umgebung. Was bei dem funktioniert, sollte bei einem Fachmann gleich dreimal klappen!

Dr. Bremer, Landarzt