Weltmännertag von Paul Wiedebach

»Dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr ist Männertag! Wofür brauchen wir noch einen Weltmännertag?« Wütend blickte meine Göttergattin von ihrer Tageszeitung auf.

»Um all der geknechteten Männer zu gedenken, die alles sein dürfen, nur keine richtigen Männer mehr. Die Steinzeit ist lange vorbei und aus dem Keulen ist ein fortgesetztes Kuschen geworden. Ich wette, die kleinen Jungs, bei denen Hyperaktivität diagnostiziert wird, sind die einzigen männlichen Geschöpfe, die sich noch ihrer Natur gemäß verhalten.«

»Wie würde das aussehen, wenn du dich deiner Natur gemäß verhieltest?«

Ich würde dir sofort diese dämliche Zeitung aus der Hand reißen, dich ins Schlafzimmer schleppen und dir zeigen, was es heißt, ein Mann zu sein. Dies dachte ich natürlich nur, denn, was würde sie von mir denken, wenn ich es laut ausspräche? Dass ich ein hilfloses Opfer meiner morgendlichen Lust wäre? Nein, diese Blöße wollte ich mir nicht geben!

»Ich warte auf eine Antwort!« Meine Herzallerliebste legte ihre Lektüre weg und sah mich interessiert an. »Würdest du gerne auf die Jagd oder Angeln gehen, dich in einer Horde Gleichgesinnter sinnlos betrinken ,dich ein einer Fankurve heiser grölen oder eine Rockermotorradtour unternehmen?« Weiterlesen