Aschermittwoch von Elke Balthaus-Beiderwellen

Während meiner Schulzeit erschienen meine Klassenkameradinnen am Aschermittwoch mit einem Aschekreuz auf der Stirn. Ich, die Protestantin, fragte natürlich nach der tieferen Bedeutung. Genau wurde mir meine Frage nie beantwortet; die Gekennzeichneten murmelten etwas von Sünde und Buße. Was, so überlegte ich damals, konnten die in Schutt und Asche gehenden groß verbrochen haben, denn zehnjährigen Mädchen traut man im Allgemeinen keine schwerwiegenden Sünden zu. Auf weitere Nachfrage kam so etwas wie Erbsünde dabei heraus, aber worin die bestehen könnte, darüber erhielt ich auch keine genaue Auskunft. Jedenfalls behielten die Sünderinnen ihr Stigma bis zum Ende des Schultages und darüber hinaus, obwohl ich, da ich es albern fand, riet, sich doch einfach das Gesicht zu waschen. Damals verstand ich noch nicht, dass es eben ein Zeichen der Besonderheit sein sollte. Wenn schon kein großer Geist, dann wenigstens ein großer Sünder. So wie jede Religion die eigene Besonderheit herausstreicht. Wenn schon nicht aus eigenen Können heraus, dann doch als Mitglied einer religiösen Gemeinschaft. Gott sei Dank(!) sind diese Zeiten in Deutschland überwunden, dachte ich, werde aber nach und nach eines Besseren belehrt. Weiterlesen

Asteroid von Elke Balthaus-Beiderwellen

Sie sehen mich einigermaßen erstaunt. Am Montagnachmittag raste der Asteroid 2004BL86 in nur dreifacher Mondentfernung knapp an der Erde vorbei. Für die Kosmologen ein äußerst gefährlicher Streifschuss. Und? Hört man etwas von den Weltreligionen zu diesem Thema? Da wirft Gott einen »Warnstein« und keiner beutet diese Tatsache für sich aus? Weiterlesen

Pegida von Elke Balthaus-Beiderwellen

Nein, ich werde es nicht tun. Ich werde nicht zu Pegida Stellung beziehen. Ich werde mich auch nicht mit den täglichen Meldungen über die Teilnehmerzahlen der Demonstrationen und Gegendemonstrationen befassen. Das Einzige, wogegen ich mich verwehre, ist, dass ich unter die Rubrik, »Wir sind das Volk« subsumiert werde. Wer zur Hölle spricht da für mich mit? Deutschland besitzt 81,1 Millionen Einwohner. Wie können da ein paar tausend das ganze Volk repräsentieren? Da hat Pegida eine Menge Einwohnerlisten zu wälzen, denn korrekt müsste der Slogan lauten: »Wir sind das Volk, außer … und dann folgen Millionen von Namen, denn nicht nur die Presse sollte bei der Wahrheit bleiben. Weiterlesen

Hart aber fair von Elke Balthaus-Beiderwellen

Besorgnis breitet sich in mir aus. Was machen Pegida, die Terroranschläge in Paris und vor allen Dingen Nine/Eleven mit mir? Gestern sah ich mir »Hart aber fair in der ARD an und ich musste feststellen, dass ich der Vertreterin der Muslime nur selektiv zuhörte. Erste Frage von mir: »Warum trägt die ein Kopftuch? Warum bezieht sie sich in politischen, sozialen und mitmenschlichen Fragen immer nur auf den Koran? Warum legt sie den Franzosen das Burkha-Verbot und das Kopftuchverbot zur Last? Warum prangert sie deutsche Mädchen an, die lieber »Germanys Next Top Model« werden wollen, als sich unter einen Schleier zurückzuziehen? Warum, warum, warum?« Weiterlesen