Freier Wille von Tanja K.

Die Elbe hat Niedrigwasser und nach dem Motto: Liebe Kinder, dies dürft ihr auf keinen Fall machen, wird davor gewarnt, hindurchzuwaten. Ein Fluss ist eben keine Badewanne. Wer hätte das gedacht? Und fünfzig Zentimeter Wassertiefe verteilen sich in Fließgewässern halt anders als in Stehenden. Mir ist schleierhaft, wieso man überhaupt auf den Gedanken kommen sollte, einen Strom per pedes zu überwinden, aber wie so oft, wenn jemand etwas total Schwachsinniges tut und man nach dem tieferen Grund fragt, erhält man die Antwort: »Weil ich es will!« Dies ist das größte Totschlagsargument! Und da des Menschen Willen sein Himmelreich ist, sollte man Wollensfanatiker nicht davon abhalten, frühzeitig dort Einzug zu halten. Solange keine weitere Person in Mitleidenschaft gezogen wird, gibt man ihnen ein »Nur zu!« mit auf den Weg und geht fröhlich seiner Wege, da man mit der Konsequenz eines freien Willens nichts zu schaffen hat. Dieser freie Wille wirkt meistens nur so lange, bis hilflos in der Strömung der Elbe getrieben und verzweifelt um Hilfe geschrien wird. Hier ist jetzt ein nettes Winken und ein Achselzucken angebracht, denn, wer nicht hören will, muss fühlen. Leider wird diese Warnung gerne vergessen und auf den unbedingten Altruismus genervter Mitmenschen gebaut.

 

Dürfen wir wollen, was wir wollen?

Die Diskussionen hier im Blog sind zwar vergnüglich, aber vollkommen am Thema vorbei. Es geht um Unterströmungen. Unterströmungen unseres unbewussten Gehirns und, wenn man dann noch die kosmischen Unterströmungen bedenkt, ist unser Schicksal für das bewusste Gehirn einfach nur zu tolerieren. Im ganzen Geschehen haben wir, als »selbstbewusste« Person nur den Sperrholzplatz, während sich weit weg von uns auf der Bühne das Drama ereignet. Der billige Sperrholzplatzeigner meint, obwohl er  die Tragödie auf den »Brettern, die die Welt bedeuten« nur schemenhaft erkennen kann, er wäre Akteur, Regisseur und Intendant in einer Person.

Wir vermögen nicht zu wollen, was wir wollen.

Wie oft stehen wir vor dem Scherbenhaufen unseres Lebens und können noch nicht einmal sagen, wie es zu diesem Chaos gekommen ist, denn schließlich scheinen wir doch ständig aufzupassen. Genau dies tun wir nicht! Wir passen nicht auf, es wäre eine Energieverschwendung ohne Gleichen, Dinge beeinflussen zu wollen, die wir nicht in der Hand haben. Unser, auf den Sparmodus ausgerichtete, Gehirn weiß das im Unbewussten, also belästigt es uns gar nicht erst.

Wir versuchen- man achte auf die Wortwahl!-viele Dinge, weil wir sie für unser absolutes Wollen halten, aber dann kommt die »Versuchung« und schon handeln wir unserem »absoluten« Willen diametral entgegengesetzt.

Der Wille ist schon absolut, aber in Bereichen, auf die wir »absolut« keinen Einfluss haben.

Oh du kümmerlicher Intellekt, der du meinst, die Führung inne zu haben, gehe in dich und erkenne, dass du ein Spielball deiner vorbewussten Inhalte, deiner verdrängten Triebe und deiner missverstandenen Persönlichkeit bist!

Die Schatten in der Welt der Schatten bewegen nur Schatten!

Für mich ist der freudsche Lapsus wegweisend. Wenn unser »Groß«-hirn, was für eine »größenwahnsinnige« Bezeichnung für die millimeterdicke graue Hirnrinde über dem eigentlichen Gehirn- wieder einmal abgelenkt ist, entrutschen uns »Versprecher«, die keine sind, weil sie genau das ausdrücken, was unser Gehirn gerade, quasi »ohne uns« denkt.

»Ich« zu sagen ist eine Perfidie in extenso.

Darum mein Kontakt zu den Mächten, die unser Schicksal lenken. Ich schalte, im unendlichen Loslassen, mein »Grauhirn« aus und lasse innere und äußere Strömungen- man kann und darf sie auch Engel nennen- auf mich wirken, weil sie viel weiser sind, als mein allzu » selbst-bewusstes Ich«.

Menschen, die den »Willen Gottes« erfahren wollten, sind seit jeher in die Wüste marschiert. Nun ja, es kam viel Kauderwelsch dabei herum, was aber nicht an der göttlichen Weisheit, sondern nur an der  »Eigentrunkenheit« lag. Die sengende Wüstensonne richtet eben in manchem Gehirn erheblichen Schaden an.

Deswegen werden die »Spirituellen« unter uns immer noch verlacht, weil es im Bereich der Esoterik allzu viele »Eigentrunkene« gibt.

Die Erkenntnis, keinen eigenen Willen zu besitzen, ist erschreckend und erleichternd zugleich. Weil, ein Grundwille ist schon da, wir können und wollen ihn aber nicht akzeptieren.