Ein Tag mit Hund

Wir haben einen neuen Hausgenossen. Louis Armstrong, genannt Satchmo, seines Zeichens ein großer Schweizer Sennhund, der mit seinen sechs Monaten bereits die Ausmaße eines Kalbes besitzt. Zusätzlich zu Richard Parker, einem siebenjährigen Jack-Russel-Jagdterrier-Mix bringt er Abwechslung in meine Tage. Wenn ich morgens aus dem Schlafzimmer komme, liegen alle Wohnzimmerläufer im Flur, gekrönt von den Sofakissen, daneben liegt Satchmo und zerkaut einen Markenschuh. Zwar sieht unser Haus aus, wie eine Kita für Hunde, da überall zuhauf Hundespielzeug herumliegt, aber Satchmo verschmäht die Gaben, die ich von jedem Einkauf mitbringe, um ihn von kostbaren Einrichtungsgegenständen und normalem Haushaltsbedarf abzulenken. Weiterlesen

Erziehung von Elke Balthaus-Beiderwellen

Unser neuer Hund wird erzogen, und zwar von meiner älteren Tochter. Ich sage Ihnen, die Supernanny ist ein Dreck dagegen. Konsequent und streng, keinen Ungehorsam duldend entwickelt meine Älteste ein Erziehungskonzept, bei dem mir der Mund offen stehen bleibt und ich permanent denke: Wenn ich dies nur früher gewusst hätte, als meine Töchter noch formbar, willig und absolut von mir abhängig waren! Leider ist mein Erziehungszug schon lange abgefahren und zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, dass ich meine Töchter nie als formbar, willig und absolut von mir abhängig empfand. Weiterlesen

Schafsdressur oder Hundeschule?

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Liebe Leute hier im Blog, so geht das nicht mehr weiter! Die Menschen da draußen wollen, wenn sie ihre Zeit hier verbringen, einen Mehrwert für ihre Zeitinvestition. Und was bekommen sie? Das Gejammer eines Lohnschreibers, die Friedhofsergüsse einer alten Vettel und das weinerliche „wie schlecht ist doch die Welt und im Besonderen die Menschen“ einer versoffenen Frau in der Midlifecrisis. Und solche Leute haben auch noch Kinder, die sie mit ihren verkorksten Lebensentwürfen indoktrinieren. Das Einzige, für das Sie Ihren Kindern als Vorbild taugen, ist, wie man es nicht machen soll. Das verrückte ist, das fast alle Kinder, wenn sie erst einmal in der Pubertät sind, vom Wunsch getrieben sind, bloß nicht so zu werden, wie ihre Eltern, um nach den ersten Hormonschüben in deren ausgetretene Lebenspfade einzuschwenken.

Ich hatte versprochen, Ihnen, lieber Leser, die Wahrheit über das Finanzsystem zu offenbaren, auf dass Sie daraus Nutzen für Ihr Leben ziehen. Mittlerweile habe ich aber die Erkenntnis, dass Ihnen dieses Wissen nichts nützen würde. Sie könnten alles über das System wissen und würden trotzdem nichts an Ihrem Verhalten ändern. Gar nichts! Weil Sie nicht anders können, als andressierten Gewohnheiten zu folgen. Bevor Sie auch nur einen Millimeter in Ihrem Leben verändern, schauen Sie nämlich erst einmal nach Rechts und Links, ob auch die Menschen um Sie herum das auch so handhaben. Schafe eben!

Da ist der Schäfer in seiner Einöde weiter als all die Bewohner der Ballungszentren. Er hat nämlich von Kindesbeinen an erfahren, dass man sich in seinem persönlichen Verhalten nicht an den Schafen orientieren darf, um ein erfolgreicher Schäfer zu werden. Seine Familie hat nämlich nicht, auch wenn Sie dass vielleicht zunächst vermuten, mit den Schafen zusammen gelebt, sondern mit ihren Hunden! Von denen hat er gelernt, wie mit Schafen umzugehen ist. Hunde sind domestizierte Wölfe und begleiten den Menschen viel länger als die anderen Haustiere. Was denken Sie, welchen Rang innerhalb seiner Horde wohl der erste Mensch inne hatte, der als Erster einen jungen Wolf in seine Obhut genommen hat? Wird das der fürs Grobe zuständige Gruppentrottel gewesen sein, oder doch eher der Häuptlingssohn, der sich dieses Raubtier in die Laubhütte geholt hat?  Sehen Sie? Nur dieser war in seinem Verhalten den Vorfahren unserer Hunde ähnlich genug, um ihn erziehen zu können.

Ich verrate Ihnen jetzt etwas, was Sie sicher schon immer vermutet haben: neben der großen Gruppe der Schafsmenschen gibt es noch die sehr viel kleinere Gruppe der Wolfsmenschen. Ob ein Kind sich in die eine oder die andere Richtung entwickelt, hat nichts mit den Genen, sondern nur mit seinem Umfeld zu tun. Beinahe alle Eltern wünschen sich für ihre Kinder die Rolle des Rudelführers. Mit ihnen selbst als Vorbild ihrer Kleinen reicht es aber meistens maximal zum Leithammel. Die Organisation unserer Gesellschaft in Kleinfamilien und staatliche Erziehungseinrichtungen sorgt übrigens wunderbar dafür, dass kaum einer den Ausbruch aus den Verhältnissen, in die er hinein geboren wird, schafft. Kleinbürgerliche Eltern erziehen ihre Lämmer kleinbürgerlich, geben sie später in die Hände von eben so kleinbürgerlichen, verbeamteten Lehrern und wundern sich, dass ihre Kinder nicht über die Eltern hinaus wachsen. Das ist so, als wenn ein Schäfer seine jungen Hunde nach der Geburt an die Zitzen eines Mutterschafes legt und sich später wundert, dass kein brauchbarer Hütehund daraus entstanden ist. Den armen Hund können Sie anschließend nur noch zum Hundepsychologen geben! Genau so ist das mit Kindern, die gehören ins Internat! So früh wie möglich! Weg von Ihnen! Dann ist das Erlernen der Spielregeln unseres Finanzsystems nur noch Nebensache.

Aber ich höre schon das Gejammer der Mütter. Meine armen, kleinen Lämmer dürfen nicht von mir getrennt werden, das schadet denen doch! Und sie fühlen sich auch noch bestätigt vom Geheule der Kinder, wenn denen der Plan, sie ins Internat zu schicken, offenbart wird. Das Einzige, liebe Mütter, was ihren Kleinen schadet, ist,  zu lange bei Ihnen zu bleiben.

Die horrenden Gebühren für ein gutes Internat sind die besten Investitionen in die Erziehung der Kinder, die Sie tätigen können. Alles andere sind dann nur noch die berühmten „Peanuts“, liebe Eltern. Also, nehmen sie die Kleinen aus der Schafdressur und ab mit ihnen in die Hundeschule, es sei denn, sie wollen, dass ihre Kinder in die Fußstapfen von Tanja K, Witwe Clausen oder diesem Wiedebach treten. Nur zu, Sie haben die Wahl!

Ach, und das mit dem Finanzsystem bringe ich Ihnen auch noch bei. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr

Von Schafen, Katzen und Hunden

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corporation“

Ha, jetzt schreiben alle hier im Blog nur noch über Schafe, Schafe, Schafe, und merken überhaupt nicht, wie sie mit ihren Ausführungen meine These – bei den Schafen können wir alles über das Verhalten der Menschen erfahren – bestätigen.

Der Dorfdoktor lamentiert über die verlorenen Lämmer, mit denen er es zu tun hat. Mann, Bremer, als Hausarzt sind Sie doch angeblich der Lotse ihrer Patienten! Zumindest ist das doch der Tenor Ihrer Berufsverbände. Also los: weißen Kittel aus- und Lodenmantel anziehen! Statt eines Hirtenstabes habt ihr doch eh immer ein Stethoskop um den Hals baumeln. Offiziell ist doch die Prävention Hauptaufgabe des Gesundheitssystems und die häufigsten Krankheitsursachen liegen im psycho-sozialen Bereich. Ich habe mir von unserem Bereichsleiter „Healthcare“ berichten lassen, dass die Lifestyleärzte unsere solventesten Kunden innerhalb ihrer Berufsgruppe sind. Die Premiumsuchteinrichtungen machen rasant steigende Umsätze. Also, ran an den Speck, Dr. Bremer, werden Sie Hirte und machen Sie ihr Praxispersonal zu Ihren Hütehunden, die helfen, ordentlich „IGEL-Leistungen“ an den Patienten zu bringen. Dann klappt das auch mit dem Fell-über-die-Ohren ziehen. Sie werden sehen, wie sich Ihr Gemütszustand verbessert! Der Ihrer Patienten übrigens auch. Placeboeffekt durch Hirtenführung eben.

Bei dem Bremer besteht ja noch Aussicht auf Besserung, aber bei dieser Tanja K. habe ich keine Hoffnung mehr. Sie will sich wie eine Katze verhalten, aber von den Schafen als Mitglied der Herde akzeptiert werden. Anschließend beschwert sie sich darüber, dass sie nicht als Katze sondern als schwarzes Schaf behandelt wird. Nur noch um ihre Kernfamilie will sie sich kümmern. Die arme Kernfamilie! Eine Saufziege, die gerne eine Katze wäre, will ihren Lämmern beibringen, in der Schafherde klar zu kommen. Liebe Tanja K., ich kann Ihnen versichern, dass die Kernfamilie Ursache aller Übel ist. Unsere Hauptaufgabe in der Personalführung besteht darin, den neu eingestellten Mitarbeitern beizubringen, dass ihre Tätigkeit hier im Konzern keine Fortsetzung ihres Familienlebens ist. Wir brauchen keine Katzen und auch keine schwarzen – ja nicht einmal weiße – Schafe. Was wir brauchen sind Hütehunde. Ein guter Hütehund muss die Verhaltensweisen der Schafe kennen und vorhersehen. Wenn so ein Hund aber erst einmal dem Schäfer sein Leid mit den Schafen klagen will, dann ist er unbrauchbar. Wenn ich an die verzogenen Köter in Privathaushalten denke, kann ich mir lebhaft vorstellen, was da für Kinder heranwachsen. Neurotische Mischung aus Katze, Schaf und Hund eben. Und wir sollen dann sehen, wie wir diese Kinder später produktiv und erfolgreich machen,.

Aber was soll das Gejammer. So hat halt jeder seine Probleme. Manchmal gibt es noch Hoffnung, so wie bei Anna-Luisa. Die ist mittlerweile Feuer und Flamme für ihr Projekt „Schafseminar“. Eigentlich sollte sie ja über das Finanzwesen schreiben. Das muss aber erst einmal warten. So lange die grundlegenden Zusammenhänge nicht aufgearbeitet sind, ist das sinnlos. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr

McDonald’s statt Sex

Von Anna-Luisa Schlimmbach, Vorstandsassistentin „UWFC“

Gestern war ich mit Judith, der Frau vom Chef, zum Shoppen in Olbia, der größten Stadt hier am Rande der Costa Smeralda. Da ich auch einige Kosmetikartikel benötigte, suchten wir das größte Einkaufszentrum der Stadt auf. Betritt man dieses vom Parkplatz kommend, so geht man an einer McDonalds-Filiale vorbei. Mir fiel auf, dass vor dieser die längsten Kundenschlangen in der ganzen Mall standen. Nachdem ich Judith darauf aufmerksam gemacht hatte, bemerkte sie nur, dass sei doch nicht anders zu erwarten. Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte herrschte schließlich ein eklatanter Mangel an Zucker, Fett und Salz, weshalb wir eine Gier nach diesen Substanzen entwickelt hätten. Und je weiter unten in der Hierarchie sich die Menschen befunden hätten, desto größer der Mangel und eben die Gier. Dass sei dann halt von Generation zu Generation weiter gegeben worden. Der Mangel sei zwar verschwunden, die Gier, insbesondere in den niederen Schichten, aber noch vorhanden. Anscheinend übertreffe sie sogar den Sexualtrieb, denn immerhin ruinierten diese Menschen mit der ungesunden Ernährung – sofern man bei dem Zeug überhaupt von Ernährung sprechen könne –  ihre Körperproportionen und mithin auch ihre sexuelle Attraktivität. Für die einen seien eben Hamburger da und für die anderen McDonald’s-Aktien. Der Unterschied müsse wohl irgendwie in den unterschiedlichen elektro-chemischen Prozessen im Inneren der Menschen begründet sein. Ob das jetzt genetisch oder erzieherisch bedingt sei, darüber sei sie noch zu keinem endgültigen Urteil gelangt. Aber das sei doch mal ein guter Ansatz für meinen Blogbeitrag zum Finanzsystem. Denn vermutlich sei auch der unterschiedliche Umgang mit Geld und Finanzen auf solche Körperfunktionen zurück zu führen.

Ich war zuerst  sprachlos, aber je mehr ich darüber nachdachte, um so einleuchtender fand ich ihre Ausführungen. Nicht nur, dass diese Leute ihrer Gesundheit schadeten, nein, sie verschwendeten auch noch ihr Geld, dass sie besser zur Tilgung all der Kredite, die sie in der Mehrzahl für allen möglichen unnützen Kram aufgenommen hatten, verwenden sollten. Andererseits profitieren von ihren Krediten , über tausend Umwege verschleiert, natürlich auch Unternehmen wie dasjenige, für das auch ich tätig bin. Nun kommt natürlich oft das Argument, die Menschen seien eben Opfer des ungerechten Systems. Allerdings stellt sich dann die Frage, warum sie nichts daran ändern. Immerhin stehen viel mehr Menschen bei McDonald’s in der Schlange, als es Aktienbesitzer dieses Konzerns gibt. Und all die Menschen, die ich mittlerweile im Umfeld unseres CEO kennengelernt habe, machten alle nicht den Eindruck, besonders fiese und unfreundliche Vertreter der Menschheit zu sein. Im Gegenteil schienen sie mir im Durchschnitt sogar sympathischer als die Vertreter weniger begüterter Kreise zu sein.

Langsam wird mir klar, warum Judiths Mann die Aufgabe, die ungeschminkte Wahrheit über unser Finanzsystem aufzuschreiben, an mich delegiert hat. So einfach, wie ich mir das im ersten Moment vorgestellt habe, ist die Aufgabe denn doch nicht. Vielleicht bekomme ich den CEO ja so weit, einen Arbeitskreis einzusetzen, um diese Wahrheit zu eruieren. Und sobald die ersten Ergebnisse vorliegen, werde ich sofort darüber hier im Blog berichten. Versprochen!

Ihre Anna-Luisa Schlimmbach