Dead line

War ja klar! Die Uhren sind vorgestellt und mein Hirn tapert bis zur erneuten Umstellung eine Stunde hinterher. Als ich mich wie üblich zwischen sieben und acht aus dem Bett quälte- warum ich das tue, versteht kein Mensch- war es bereits zwischen achte und Neune und so etwas bringt einen leicht zwangsgestörten Vertreter der menschlichen Rasse schier um den Restbestand Verstandes. Die Dinge müssen bei mir bis zu einer bestimmten Uhrzeit erledigt sein und, wenn ich diese verpasse, fange ich gar nicht erst an. So verstrichen heute Vormittag etliche Fristen. Es entfielen am heutigen Tage das Staubsaugen und das Wäsche und Hundematten waschen und beinahe entfiele auch dieser Blog, aber da ich erst um Punkt vierzehn Uhr einzukaufen pflege, muss ich die Zeit bis dahin überbrücken, da andere Putzvorgänge wegen überschrittener Termine einfach von mir nicht mehr in Angriff genommen werden können. Einige Anrufe werden ebenfalls nicht getätigt, wegen: siehe oben. Natürlich hat mein Mann Probleme mit dieser meiner Einstellung, denn oftmals muss er sich mit der Erklärung abfinden, dass er bis siebzehn Uhr eine Chance bei mir gehabt hätte, es sich aber aufgrund seiner Verzögerung eben alles irgendwie verzögere. Denn merke: Auch der Zeitpunkt der sexuellen Befriedigung will wohl gewählt sein. Wo kämen wir denn da hin, wenn das Prinzip Lust das alleinige gültige wäre?! Und sollte Genosse Tod bei mir auftauchen, wird er wohl unverrichteter (!) Dinge wieder gehen müssen, wenn es zeitlich bei mir gerade überhaupt nicht passt. Gestorben wird nur am frühen Nachmittag, also um fünfzehn Uhr, wenn ich eh meinen toten Punkt habe und er sich keine weiteren Umstände machen müsste. Außerdem ergibt die Bezeichnung Dead Line somit erst Sinn.