Hunde III von Elke Balthaus-Beiderwellen

Irgendwo in Afrika ist ein Museum geplant, das die kuriosen Sitten der Deutschen in Bezug auf ihre Hunde zeigt. So wie wir uns über seltsame Gebräuche aus dem schwärzesten Afrika wundern, ist uns die Verwunderung der Afrikaner gewiss, wenn sie sehen, welchen Aufwand wir mit unserem Kindersatz treiben, der auf ihren Kontinent als wild streunend und gefährlich gilt. Von Diamanthalsbändern über exklusive Trachtenbekleidung, von Schönheitssalon über Wellnessoasen, von Luxusfutter über Prachtbestattungen, nichts erscheint für den »besten Freund des Menschen« gut genug. So wie uns Schamanentänze, die wenigstens im Keim noch einen Sinn besitzen, befremdlich erscheinen, mag beim Afrikaner der Kult um unsere Vierbeiner, der noch nicht einmal im Keim einen Sinn besitzt, Erstaunen, wenn nicht Entsetzen hervorrufen. Weiterlesen

Hochhausrun von Tanja K.

Der Hochhausrun ist »in«. Während sich übersättigte »Nordwestler« gegenseitig Wettkämpfe liefern, wer zuerst die Treppen der höchsten Gebäude bewältigt, liefern sich die Afrikaner einen Wettstreit mit den spanischen Grenztruppen, in dem es darum geht, die meterhohen Zäune von Melilla, der spanischen Enklave in Nordafrika, möglichst ungesehen zu überwinden. Eine Art von »Hochzaunrun«, wenn man so will. Demnächst werden mit EU-Mitteln tiefe Gräben gegraben, um eine Überschwemmung (sic!) des europäischen Kontinents mit notleidenden »Nachbarn« zu verhindern, was vielleicht bei den Flüchtlingen zum »Deep swim« führt, während sich die Westler überlegen können, wie diese sportliche Höchstleistung noch zu toppen wäre, denn einfaches Rafting kann da nicht mehr mithalten. Aus Jux und Dollerei sich in Tonnen Wasserfälle herunterzustürzen, bringt auch keinen Reiz mehr, wenn die Afrikaner in gnadenlos überfüllten »Seelenverkäufern« abenteuerliche Seefahrten absolvieren.

Ja, die Dunklerpigmentierten – sagt man das jetzt eigentlich so? – sie rennen schneller, klettern höher, schwimmen weiter, da muss das degenerierte Bleichgesicht schon irgendwie dagegen halten, denn außer im Geldverdienen, ist es in keiner Disziplin besser. Der Schwarze – oder sagt man so? – kommt mit dem Hunger, dem Alkohol und mit den Drogen besser klar – was bleibt ihm auch anderes übrig? Korrupte Diktaoren rotten ihn ebenso wenig aus, wie exotische Bakterien und Viren aller Art, während der Westler mit einer einfachen Erkältungskrankheit schon völlig überfordert ist und ein einziger durchgeknallter Diktator die Deutschen an den Rand des Ruins brachte.

Die Weißen vermehren sich nicht mehr und die weiße Männlichkeit musste Dinge wie Viagra erfinden, damit es überhaupt noch klappt. »Die Schwarzen schnackseln eben gerne«, wie es Gloria von Thurn und Taxis mit einer Spur von Neid formulierte.

Dekadenz gegen Überlebenskompetenz. Vielleicht deswegen die hohen Zäune, die geplanten tiefen Gräben, die vermehrten Kontrollen der Küstenwachen, denn »Konkurrenz« unter Gleichen fordert einen weniger, da man genau weiß, dass der andere nicht mehr kann als man selber. Was nun auch kein echtes »Survival of the fittest« darstellt.

Ob nun die Tatsache besonders schnell auf Hochhäuser rennen zu können einen Vorteil im Überlebenskampf bringt, der Beweis steht noch aus. Ebenso wie bei die Fähigkeit, besonders viel Geld anzuhäufen. Ich persönlich würde ja liebend gerne einmal einen Geldsack einen Tag in der Wüste oder im Dschungel aussetzen und sehen, was passiert. Oder einer der Hochhausspinner sollte sich an den Grenzzäunen von Melilla messen. Mal sehen, ob er dann noch aus Spaß an der Freude den Frankfurter Messeturm hochhechelt. Besonders reizvoll wäre es, die gesammelten EU-Parlamentarier auf eine Seefahrt von Nordafrika nach Lampedusa zu schicken, auf einen morschen Holzkahn wohlgemerkt. Oh, wenn ich nur könnte, wie ich wollte. Ich hätte da noch eine Menge Ideen. Jede Einzelne führt dazu, dass zukünftig der Mount Everest unbehelligt bleibt, Touristenfahrten in den Weltraum unterbleiben und Abenteuerurlaube darin bestehen, dort aufzuräumen, wo es am allernötigsten ist.

Tanja K., anonyme Alkoholikerin