Das männliche Ego

»Man wird so alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu!« Besonders, was das äußerst empfindliche männliche Ego betrifft, gegen dessen Widerstandsfähigkeit die Schale eines rohen Eis, wie der Schutzpanzer des Reaktorkerns von Tscchernobyl erscheint. Das männliche Ego muss hofiert und gestreichelt werden, teilte mein Göttergatte meiner Tochter, die im Managementbereich ihren »Mann« stehen muss, zu meiner Verblüffung mit. Er gab ihr auch einige Tipps, wie denn der Mann schmeichelhaft zu manipulieren wäre, was mir nun komplett den Mund offen stehen ließ. Was das dann für eine Partnerschaft wäre, wenn der eine den anderen zwecks einseitiger Erhaltung guter Stimmung umgarnt und umhegt, ließ er in diesem Zusammenhang offen. Die moderne Frau muss demnach nach außen hin den Kampf mit der männlichen Konkurrenz aufnehmen, in der Partnerschaft aber quasi mittelalterliches Benehmen an den Tag legen. »Der Mann, der den Säbelzahntiger erlegte, will dafür zuhause gelobt werden und sonst nichts«, dozierte er weiter. Meinen Einwand, wie es denn wäre, wenn die Frau den Säbelzahntiger selbst erlegte und der Mann nur mit einer kleinen Schleichkatze daher käme, ob dann immer noch ein Kniefall vor dem Mann angebracht wäre, wurde überhört. Im Prinzip legte er unserer Ältesten eine Form von Persönlichkeitsspaltung nahe, was das tägliche, berufliche und abendlich, private Verhalten betrifft. Ich denke, die Zeiten einer Kleopatra und Madame Maintenant- man erinnert sich vielleicht, es handelt sich um die Mätresse Ludwig des Vierzehnten- , die im Hintergrund die Fäden ziehen, sollten ehrlicherweise vorbei sein. Andererseits könnte Frau der Partnerschaft wegen ja dem Mann geben, was des Mannes ist, wenn sie im Gegenzug dafür erhält, was ihre Weiblichkeit benötigt! Frau will nämlich von einem Märchenprinzen auf Händen getragen werden und quasi stündlich bestätigt bekommen, dass sie DIE FRAU ist. Das Bäumchen rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich- Prinzip ist an dieser Stelle ebenfalls zu erwähnen. Jetzt noch eine Prise Galanterie und das Problem, wie mit Frauen umzugehen ist, wäre gelöst. Dann würde sie im Austausch für einen Pelz aus Schleichkatzenfellen, den Jäger unendlich loben, auch wenn sich hinter der Höhle, die von ihr erlegten Säbelzahnkadaver stapelten.

Pisastudie

Die OECD beklagt einmal mehr, dass bildungsferne Kinder bei uns bildungsfern bleiben. Wobei ich eher der Ansicht bin, dass Bildungsferne in Deutschland eine Entscheidung und kein von Gott gegebenes Schicksal ist. Wer jemals die Dokumentation »Die gefährlichsten Schulwege der Welt« sah und mitbekam, dass Kinder in wirklich benachteiligten Gegenden der Erde, sich zweimal am Tag förmlich in Lebensgefahr bringen, nur um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, wundert sich tot, warum es manche unserer Aus-nein-nachwüchse eben nicht kurz um die Ecke in die nächste Grundschule schaffen. Hierzulande muss abgeholt werden, möglichst in einer Sänfte bis an das Schulpult und darüber hinaus direkt bis zum deutschen Deppenabitur. Wer sich anschaut, wie viele der Grünen zum Beispiel anfingen zu studieren und mangels Grips die Sache nicht beendeten, kann sich schon denken, dass sich die allgemeine deutsche Hochschulreife zurzeit auf regelmäßige Anwesenheit beschränkt. Irgendwann wird eben die Spreu vom Weizen getrennt und jetzt raten Sie einmal, welche Charge sich im deutschen Bundestag herumfläzt. Wer den Beiträgen nicht folgt und dafür auf seinem Smartphone herumdaddelt, der wies dieses Verhalten gewiss bereits in der Schule auf. Im besten Fall wird sich hier kurz über Satzbau informiert, bevor man ans Rednerpult tritt. Dabei ist zu bedenken, dass nicht nur der Reichtum in Gegenden flüchtet, wo es ihm am besten ergeht. Nein, die Intelligenz hält es genau so. Sie geht dahin, wo sie gewürdigt, gefordert und gefördert wird und hat sich schon längst nach Übersee aufgemacht, während hier darüber nachgegrübelt wird, aus jedem Einfaltspinsel einen Einstein zu machen. Wer »alle gleich dumm« als Fortschritt bezeichnet und diesen auch noch zelebriert, der darf sich nicht wundern, wenn Google, Amazon und Facebook ihm die Welt erklären. Dass sie dies in ihrem Sinne tun, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Salem alaikum

Im Sommer 2016 wanderte ein syrischer Geschäftsmann zu. »Damals kam er mit vier Frauen und 23 Kindern in die pfälzische Gemeinde Montabaur. Dort und in zwei anderen Städten lebt die Großfamilie heute mit Hartz IV wie in Syrien: Der Mann besucht seine Frauen mit den jeweiligen Kindern reihum«. Welt am Sonntag vom 28.01.18
Auch eine Methode, die Geburtenrate in Deutschland wieder anzufachen, bzw. den unbegrenzten Zuzug in die Sozialsysteme zu gewährleisten. Es kann mir keiner erzählen, dass ein Junge, der damit aufwächst, dass sein Vater vier Frauen gleichzeitig besteigt, zu einem nützlichen Mitglied unserer Gesellschaft heranwächst. Um die sozialen Bezüge mit unserem Rechtssystem noch einigermaßen in Einklang zu bringen, zahlt der Staat für die Erstfrau und alimentiert die Restfrauen als Geliebte in getrennten Haushalten. Jetzt weiß ich auch, warum Gabriel den türkischen Außenminister äußerst devot empfing. Muss sich doch der deutsche Mann mühsam von Ehe zu Ehe schleppen, bringt sich dabei fast an den Bankrott-es sei denn, er ist der Busenfreund des lupenreinen Demokraten Putin-, dabei heißt, von den Muslimen lernen, lernen, was es heißt ein Mann zu sein! Ich sehe das zitternde, bleiche Jüngelchen beim BAMF hinter seinem Schreibtisch förmlich vor mir, dem ein Pascha gerade den letzten Groschen aus der Tasche redet, aber macht ja nix, ist ja nicht sein eigener. Oder die Angestellte, die vor so viel Männlichkeit unter dem Tisch die Beine zusammenkneift und den Asylaspiranten gerne mit nachhause, wenn nicht gar mit in ihr Bett nähme. Wieso mir jetzt bei Erwähnung des bleichen, zitternden Jüngelchens ausgerechnet unser aller geschäftsführender Justizminister Maas in den Sinn kommt, weiß ich auch nicht. Aber, die »darf es eventuell noch ein bisschen mehr sein« Attitüde hat auch er voll drauf, um es modern auszudrücken. Jetzt sollen reihenweise unsere muslimischen Mitbürger in die KZ `s geschleppt werden, um ihnen wenigstens moralisch auf die Beine zu helfen, wenn ihnen ein Deutscher allzu heimatstolz daherkommt. Die meisten hatten vom Holocaust noch nie gehört, könnten es aber in sofern in den falschen Hals bekommen, als dass sie dies als Tipp empfinden, wie mit dem Staate Israel zu verfahren ist. Oder als Lektion, wie mit ihnen umgegangen wird, wenn sie nicht spuren. Aber, Spaß beiseite, wenn ich daran denke, dass ausgerechnet meine Töchter in Zukunft Sorge dafür tragen müssen, dass die Paschas hier schmarotzen, wünschte ich mir einen Mann als Justizminister.

Brain Drain

In manchen Fällen drücken Anglizismen vornehm aus, was im Deutschen ein wenig vulgär herüberkommen würde. Nehmen wir zum Beispiel den Ausdruck » Brain Drain ». Wörtlich übersetzt bedeutet es Hirnabfluss. Was kann das sein? Eine weltweit grassierende Krankheit, deren Symptom im sinnlosen Nachplappern medial vermittelter Inhalte besteht? Oder ist damit der semantisch unausgegorene Mist gemeint, der den Körper oral verlässt, wobei anal viel angemessener wäre? Es könnte auch den Zustand eines Politikers, der zulange auf sein Amt beharrt, ausdrücken. Möglicherweise bezeichnet Hirnabfluss die Erleichterung durch endloses Erbrechen, das einen bei der Betrachtung inkompetenter, egozentrischer Führungshansel überkommt – ich weiß, dass es Führungspersönlichkeiten heißt, aber dies wäre doch zu schmeichelhaft. Was bedeutet Brain Drain jetzt wirklich? Gemeint ist damit die Flucht der »Intelligenzler« vor diktatorisch repressiven Regierungen. Wenn man sich das Dritte Reich so zum Ende hin betrachtet, blieben nur noch die Dumpfbacken übrig. Ein Zustand, der bis heute anhält; denn wie heißt es so schön? »Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient«.Was da alles zusammengewählt wurde und in Zukunft auch noch wird, ist anders als mit allgemeinem Hirnabfluss nicht zu erklären. Rechts- wie linksradikaler Intellekt ist ein Widerspruch in sich, was meine These der Volksverdummung stützt. Und wenn ich jetzt weiter ausführe, dass jedes Volk das Fernsehprogramm besitzt, das es verdient, vervollständigt sich das Bild. Der nächste Punkt wäre die Literatur. Da liegen schmachtende Schnulzen, Sadomaso andeutende und eklige Feuchtgebiete ganz vorn. Und wenn sich der führende Lyriker der Nation damit beschäftigt, was in seiner Regentonne alles variiert und sich in Ergüssen über Giersch erschöpft, dann ja dann ist dem Volk bald nicht mehr zu helfen. Ich warte stündlich darauf, dass sich die Kunst in leeren Rahmen vor dreckigen Wänden – danke, lieber Kishon! , Müllskulpturen und anderem Firlefanz ausdrückt oder die Künstler einfach nur solange über ihr Machwerk kotzen, bis das Resthirn sich auch verabschiedet. Ich will es nicht beschwören, aber vielleicht haben wir es bald mit echter Scheiße, anstatt mit Scheiße im übertragenen Sinne zu tun. Besonders mutig wäre dann ein Aktionskünstler, der sich vor Publikum erleichtert. Was die Musik betrifft, erwähne ich nur Florian, Helene und Andrea, was mich weiterer Ausführungen enthebt. Wenn Intelligenz so flüchtig ist; wo ist sie dann hin? Wäre ich ein Verschwörungstheoretiker, glaubte ich fest daran, dass irgendwo auf der Welt ein Supercomputer existiert, der uns schon längst das Zepter aus der Hand nahm.

Der Einfluss männlichen Imponiergehabes auf die Geschlechtsteilgröße

Die Schimpansen und Bonobos stellen zwar keinesfalls Vorfahren von uns dar, sind aber, da sich ihr Erbgut nur in zwei Prozent von dem unseren unterscheidet, so etwas wie unsere nächsten Verwandten im Tierreich. Schimpansen agieren aggressiv, teilweise sogar kannibalisch – tut mir Leid Cheetah, aber Fakt bleibt Fakt. Die Gruppe unterwirft sich dem Diktat des potentesten Männchens, das, wie sollte es auch anders sein, sexuell als Einziges zum Zuge kommt. Ist es da ein Wunder, dass die Größe des männlichen Geschlechtsorgans, da chronisch unterfordert, im Laufe der Zeit schrumpft? Fortpflanzung wird durch Angeberei bestimmt und nicht durch schnelle und effektive Funktionsfähigkeit des Phallus. Ich benutze hier diese bombastische, antiquierte Bezeichnung, da sie alles umfasst, was das Männchen ausmacht, aber das Wesentliche außer Acht lässt. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, das Alpha-Männchen kann es locker angehen, da es nicht darauf ankommt, wann, wo und wie schnell erigiert wird. Zur Not kann auch reingehängt werden lassen. Die anderen Männchen kommen sowieso nicht zum Zuge und müssen sehen, wohin mit ihrem Sexualtrieb. Da bietet es sich doch geradezu an, permanent Streit vom Zaune zu brechen und geflissentlich nach unten zu treten. Woran erinnert mich dies gerade? Egal. Die Bonobos hingegen pflegen ein friedliches Matriarchat. Da kann und darf jeder wo, wie, wann und so oft er es schafft. Kein Triebstau, keine Aggression und, wenn ich bedenke, dass sich Männer reihenweise dafür in die Luft sprengen, bestärkt dies meine These. Klingelt es? Ständig gebrauchte Werkzeuge müssen in Schuss gehalten werden. Hat sich wohl auch die Evolution gedacht. Und so mendeln sich die Penisse der Bonobos hinauf und die der Schimpansen hinunter, bis sie irgendwann, so wie wir, die In-vitro-Befruchtung erfinden müssen. Denn merke, wer sich in der Fußballfankurve und im schlimmsten Falle im Kampf verausgabt, verausgabt sich an keinem anderen Ort. Und da sich diese Männchen nicht mehr daran erinnern können, wo das zufriedene Grölen eigentlich hingehört, möchte ich mit allem Nachdruck auf die Bonobos verweisen.

Steppenwölfe

Was Hermann Hesse in seinem Steppenwolf schilderte – der einsame Kämpfer gegen den Rest der Welt, ist auch heute noch die Attitüde vieler Männer. Mehr oder weniger die Charles Bronson, Clint Eastwood und Kirk Douglas Nummer. Ein Mann hat zu tun, was er eben zu tun hat und gelegentlich einmal eine Frau zu fragen, gehört bestimmt nicht dazu. Der waidwunde Krieger leidet viel lieber so demonstrativ vor sich hin, dass selbst eine Kampflesbe sich nach seinem Befinden erkundigen würde. Darum auch der sogenannte »Männerschnupfen«. Wenn schon gelitten wird, dann möglichst heftig. Hier bin ich krank, hier darf ich`s sein! Und, warum auch nicht? Schließlich liegen wir Frauen ständig mit unseren Hormonen im Clinch und klagen unabhängig davon, ob sie im Moment ursächlich beteiligt sind. Aber da liegt der Hund, bzw., der Mann begraben, weil er nicht klagt und erst kurz vor Torschluss medizinische Hilfe in Anspruch nimmt. Damit wäre das körperliche Leiden abgehakt. Jetzt kommen wir zum seelischen. Bis auf wenige Ausnahmen existiert dies nicht! So liegt das Verhältnis Frauen/Männer meiner Schätzung nach bei 7:1, was die Konsultation von Psychiatern und Psychotherapeuten betrifft. Was das Schlimmste ist, Männer klagen sich nicht einmal untereinander ihr Leid! Da wird gerne über technische Details und diverse Geschwindigkeitsrekorde schwadroniert. Der Fußball darf hier nicht vergessen werden. Bildet er doch eine Ersatzbühne für Freud, Leid und Wut. Einmal kräftig den Schiedsrichter beschimpft, erleichtert ungemein, bei ständig abnehmender Halbwertszeit. Männer sind Meister in Erschaffen von Ersatzbühnen. So findet sich äußerst aggressives Fahrverhalten hauptsächlich bei Männern. Leben ist halt Kampf und wo keiner stattfindet, wird er dort inszeniert, wo er nichts zu suchen hat. Irgendwie bahnt sich das Testosteron immer seinen Weg. Im Grunde genommen ist dieses Problem erst aus der Welt, wenn Mann vor allen anderen sagen kann: »Mir reicht es; ich gehe jetzt in meine Männergesprächsgruppe!«

Fleischersatz

Was jeder passionierte Steakesser bereits wusste – je blutiger, desto geschmackvoller – wurde jetzt im Silicon Valley mühsam herausgefunden. Es ist das Häm, ein Bestandteil der roten Blutkörperchen, das den wie oben bereits erwähnt, vollen Fleischgeschmack garantiert. Nun, und da sind die Siliconianer dem ordinären Fleischfresser voraus, haben sie einer Sojapflanze DNA entnommen, in eine Hefezelle verbracht und das Hämmolekül gewissermaßen geklont. Häm plus einige Pflanzenstoffe, auf die ich hier nicht weiter eingehen will, ergeben einen Veggie-Burger, den selbst Trump, für den der Fleischklops ja bekanntlich Hauptnahrungsquelle ist, nicht von einem echten unterscheiden kann. Also, ich finde das großartig! Wenn man bedenkt, dass die Tierhaltung wesentlich zum weltweiten Kohlendioxidspiegel beiträgt und, wenn man weiter bedenkt, wie viel Methan so ein Rindvieh stündlich herausfurzt, kommt man auf eine Menge, die sprichwörtlich auf keine Kuhhaut geht. Jetzt müssten nur noch fanatische Gentechnikgegner überzeugt werden, und wir gingen beim Thema Tier- und Umweltschutz einen enormen Schritt voran. Dabei ist diese Idee gar nicht so neu! Seit Jahrhunderten wird bei der heiligen Kommunion einfaches Esspapier in das Blut, bzw. Fleisch Christi verwandelt. Dem Klerus waren nur die Vorgänge auf molekularer Ebene nicht klar. Aber die fortschrittliche Idee als solche ist schon beachtenswert. Mir persönlich wäre es eigentlich wichtiger, wenn sich die Siliconianer einmal der Sache mit dem Wasser und dem Wein annähmen.

Lotterie

Nachdem ich heute Morgen wieder bei meinem E-Mail-Account Lotto spielte und dies darüber hinaus auch jedes Wochenende tue, kommt es mir im Moment in den Sinn, was ich täte, sollte Fortuna jemals ihr Glückhorn über mich ausschütten. Also, was fänge ich mit, sagen wir einmal, einer Millionen an? Außer nach Herzenslust, Bücher, Schuhe und Kleider zu kaufen, fällt mir da im Moment nichts weiter ein. Wenn ich hingegen jedes Buch, das ich besitze noch einmal mit Sinn und Verstand läse und jegliche Bekleidung trüge, bis sie unansehnlich ist, komme ich, summa summarum, mit der mir verbliebenen Lebenszeit nicht hin. Warum spiele ich Lotto? Natürlich geht es nicht um materielle Dinge. Vielmehr geht es mir darum, zu sagen, was mir in den Sinn kommt und zwar wann, wo und wie ich es will. Trumpgleich würde ich meinen Missmut über die Welt erbrechen. Es ist dieses »to big to fail«! Wenn wir dem amerikanischen Präsidenten allen Reichtum auf Dauer nähmen, bliebe nicht viel mehr übrig, als ein tobendes Rumpelstilzchen, das mit sich und der Welt im Unreinen ist. Vor so einem macht keiner einen Kniefall. Es sei denn, er hat Milliarden im Rücken. Dabei sind diese Milliarden bis heute zwar nicht sicher nachgewiesen – ich vermisse noch immer die Steuererklärung von Mr. Trump, aber der Schein genügt. Was mich jetzt auf den Gedanken bringt, ich könne ja so tun, als hätte ich eine stützende Mauer aus Goldbarren hinter mir. Daran kann mich keiner hindern. Zusätzlich lebe ich in einem Land, in dem ich bislang noch sagen konnte, was mir, wann, wie und wo auch immer in den Sinn kam. Man beachte das »bislang«, denn aus unerfindlichen Gründen sprießen die Sprachwächter gerade wie Pilze aus dem Boden. Liegt meiner Meinung nach an den gendervernebelten Köpfen, aber darauf wollte ich jetzt gar nicht hinaus. Wenn ich also so täte, als wäre der Jackpot längst mein, erübrigte er sich quasi von selbst. Ich führe hier ein vielsagendes Experiment an. Menschen, denen man einen weißen Kittel mit der Mitteilung überstülpte, es handele sich um einen Arztkittel, lösten Denkaufgaben besser als diejenigen, denen man sagte, es handele sich um einen Malerkittel! Jetzt mögen sich die Maler auf den Schlips getreten fühlen, aber Ergebnisse sind nun einmal Ergebnisse. Imagination wirkt! Trotzdem werde ich heute meinen Lottozettel abgeben, weil ich mir selbst da nicht ganz über den Weg traue.

Eroberer

Meiner Erfahrung nach bemühen Männer sich unentwegt intensiver um Frauen, die sie vielleicht noch haben könnten, als um die, die sie bereits haben, denn Ersteren leihen sie ihr Ohr, während sie bei Letzteren auf Durchzug stellen. Merke: nach dem Jawort beginnt der Wert der Eroberten zu sinken, was logisch ist, denn wer zieht schon schwere Geschütze in Gebieten zusammen, die bereits eingenommen worden sind. Wenn wir jetzt die Zeit auf die x-Achse setzen und die Betörungsversuche der eigenen Gattin auf die y-Achse, erhalten wir eine Gerade, die dem Nullpunkt zustrebt. Anders ausgedrückt : die Sprünge, die ein Hündchen für ein Leckerchen macht, werden durch Gewohnheit immer niedriger. Nun bleiben auch altgediente Ehefrauen vor allen Dingen eines, nämlich Frauen und die wollen täglich hofiert und erobert werden. Nietzsches Vorschlag, niemals zum Weibe zu gehen, ohne die Peitsche mitzunehmen, beweist nur, dass der arme Kerl sehr wenig Sex hatte. Einsam und verwirrt starb er, ohne seinen Standpunkt zu überdenken. Wer Sex will, muss eben nett sein. Das Männchen muss balzen, und ob eine Peitsche dabei eine Rolle spielt, hängt entschieden vom Geschmack des Weibchens ab. Nun meinen viele Männer heutzutage, dass Geld, Macht oder Statussymbole die Mühe des Minnesangs erübrigen, verkennen aber total, dass das Weibchen sich in diesem Fall aufgrund der Eigensicherung und derer ihrer Nachkommen entgegenkommend zeigt. Nicht umsonst ergeben sich die Traummaße eines Mannes aus, 90, 50, 40. Neunzig Jahre, fünfzig Millionen und vierzig Grad Fieber. Im Umkehrschluss verkommt der Mann zum reinen Trophäenjäger, wenn er sich die nächste Zwanzigjährige um und an den Hals hängt. Die Crux ist nun, dass Frau mit sinkendem Marktwert erkennt, wann Schluss ist, während dies beim Mann nicht passiert, sondern im Gegensatz dazu noch eine steigende Tendenz aufweist. Und während er in der Außenwelt fröhlich herumbalzt, wundert er sich über die zunehmende Kühle der eigenen Gattin und kann sich nicht erklären, warum er sie eines Tages überhaupt nicht mehr vorfindet. Lange Rede, kurzer Sinn, nur wenn ihr uns zum Mittelpunkt eures Universums erklärt, besteht die Chance, dass wir das auch für euch tun!

Offene Flanken

In einem Interview mit dem amerikanischen Psychotherapeuten Irvin D. Yalom erfuhr ich gestern den Sinn der Psychotherapie, wie er ihn versteht. Es geht vor allen Dingen darum, zu akzeptieren, dass man eben ein Mensch unter Menschen ist und das, was uns umtreibt, auch allen anderen-es sei denn, es handelt sich um ausgeprägte Soziopathen-nächtlich den Schlaf raubt. Sie geben es nur nicht zu! Irgendwie scheint unser Steinzeithirn noch keine offenen Flanken zulassen zu wollen und so sind wir die meiste Zeit bemüht, mit riesigem Aufwand unsere Achillesferse zu schützen und alle Kommunikation verkümmert darin, wer geschickter ist, dem anderen ein X für ein U vorzumachen. Wer zuerst zuckt, hat verloren, wenn man so will. Was haben wir zu befürchten? Der Verlust von Leib und Leben kann es, zumindest hier in Europa, nicht sein. Meines Erachtens liegt es an den mangelnden Selbstakzeptanz. Wer von uns hat schon ständig ein fröhliches »Ich bin, wie ich bin und das ist gut so« präsent? Unser Stammhirn- und da befinden wir uns jetzt weit vor der Steinzeit- befiehlt uns noch immer die absolute Anpassung an die Gruppe, um das nackte Überleben zu sichern. Da bekommt das Großhirn insofern keine Chance dem Einhalt zu gebieten, als das es gar nicht weiß, was in den tieferen Regionen vor sich geht. Was für ein Dilemma! Wie kommt man da nur heraus? Die Lösung prangte bereits über dem Tempel des Apoll in Delphi und dies ist bekanntlich schon einiges her. »Erkenne dich selbst«, stand da. Nur, wer genau erkennt, warum er im Moment tut, was er da eben gerade tut, hat die Chance, es zu ändern. Schlaue Griechen! Die hatten zwar keine Ahnung von Neuronenbahnungen im Gehirn, die bewirken, dass das, was man häufig denkt, immer wieder gedacht wird, weil es allein durch die Anzahl der Verknüpfungen halt bequemer ist. Wer schlägt schon gerne einen verschlungenen Pfad ein, wenn ihm eine Autobahn zur Verfügung steht? Diese Autobahnen führen jetzt direkt zu den offenen Flanken. Wer täglich denkt, er hätte eine zu große Nase, der kann nur durch anstrengende, wiederholte Neudenkübungen schließlich zu dem Schluss kommen, das das Ding in seinem Gesicht vollkommen normal aussieht. Und für diejenigen, die wirklich einen Riesenzinken besitzen, wäre die Denkübung zu empfehlen, dass ein Riechorgan aber auch gar nichts mit seinem Wert als Mensch zu tun hat!