Hooligans von Elke Balthaus-Beiderwellen

»Mer losse et krache«, wie der Kölner so schön sagt, aber bei der Genehmigung einer Hooligan Demo gegen Salafisten, sollte man doch »den Dom in Köln lassen«. Brauchte der Kölner vor den 11.11. ein bisschen Karneval zwischendurch? Man weiß es nicht. Was man weiß ist, dass die Sache ein wenig außer Kontrolle geraten ist. Vielleicht dachten die Stadtväter auch an ein ganz besonderes Event. Bei leeren Kassen war die Taktik »Brot und Spiele« schon immer die Bewährteste. Anstatt Randale auf Stadien zu beschränken, wie es wohlweislich schon die alten Römer im Kolosseum taten, stellt man gleich die gesamte Stadt zur Verfügung, was den Bürgern reichlich Grund zur Aufregung bietet, ohne dass sie zu den Kernthemen durchdringen. Vielleicht kann man ja auch die längst beigelegte Fehde zwischen Katholiken und Protestanten wiederbeleben und sie städtetauglich inszenieren. Da wird die Wut des Wutbürgers auf Nebenschauplätze gelenkt und alle haben ihren Spaß. Rechtsradikale gegen Linkextremisten, Frauenrechtlerinnen gegen die »Hell`s Angels«, Homosexuelle gegen Priesterseminare, der Möglichkeiten sind viele. Jesiden gegen Salafisten wäre ebenfalls eine nette Gruppierung, oder Kurden gegen Türken. Ehefrauen gegen Ehemänner birgt auch eine gewisse Brisanz, während die Auseinandersetzung Kinder gegen Eltern eher der Vergangenheit angehört. In diesem Konflikt hat unser Nachwuchs eher auf Kuschelkurs gesetzt, seitdem er auf lebenslange Versorgung umstellte.

Endlich wieder Leben in der Innenstadt! Verödete Fußgängerzonen? Bürger haut euch lieber gegenseitig eins auf die Glocke! Auch der langweile Polizeidienst wird kräftig aufgemischt. Gotteskrieger müssen nicht mehr ausreisen, um ihr Leben für den Glauben einzusetzen, denn: warum in die Ferne schweifen? Sieh das Gute liegt so nah! Ganzjähriger Kölner Karneval, Ringelpietz mit Draufhauen und Merkel regiert bis 2100!

Schöne neue Welt!

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