Robin Williams von Elke Balthaus-Beiderwellen

»Käpt`n, mein Käpt`n!« Wer kann sich nicht an diese Ehrenbezeichnung aus dem »Club der Toten Dichter« erinnern? Wer erinnert sich nicht an den einfühlsamen Psychologen aus »Good Will Hunting«, an den engagierten Arzt aus »Zeit des Erwachens«? Wem ist der Ruf »Good morning Vietnam!« kein Begriff? »Garp« und »Der König der Fischer«, wer kennt sie nicht?  Welcher Erwachsene hat sich nicht über »Peter Pan«, »Mrs. Doubtfire« und »Jumanji« amüsiert? Der lustigste und tiefgründigste Schauspieler der Welt ist tot. Dieses Mal hat der »rote Ritter« Parry erwischt und es war weit und breit kein »Heiliger Gral« in Sicht. Kein Jack, keine Lydia, keine Anne. Von allen Filmen, die Robin Williams drehte, war der »König der Fischer« der hoffnungsvollste. Wie Albert Einstein bemerkte, gibt es nur zwei Lebenseinstellungen: Entweder, es ist alles ein Wunder, oder nichts ist ein Wunder. Obwohl Robin Williams uns in größten Teil seiner Filme vom Wunder des Lebens überzeugte, scheint er für sich nichts Wunderbares mehr in seinem Leben gefunden zu haben. Er kapitulierte. Vor dem Alkohol, vor dem Kokain, vor dem Leben selbst. Er brachte mit seinen Rollen etwas märchenhaftes in die Realität. Straft er nun mit seinem Freitod sein Lebenswerk Lügen? Hat er jemals an das geglaubt, was er da spielte? Seitdem ich heute Morgen davon erfuhr, kommt mir ein Selbstmord eines Robin Williams genau so wahrscheinlich vor, wie ein Übertritt des Papstes zum Protestantismus. Sind die Worte, die ein Schauspieler spricht, reine Deklamation? Bleibt von dem, was er aller Welt vermitteln will, bei ihm selbst überhaupt nichts haften? Welches Beispiel gibt der denjenigen, die nun nicht gerade in einer kalifornischen Riesenluxusvilla gegen Süchte kämpfen? War er ein notorischer Lügner? Oder war er bis in die privateste Sphäre hinein nichts weiter als ein Schauspieler? Gaukeln uns alle Künstler nur etwas vor? Lachen sie heimlich über uns, während wir über sie lachen oder uns an ihren Werken erfreuen? Sind wir nur noch von »falschen Propheten« umgeben? Haben wir es nur mit Verkäufern von »rosaroten Brillen« zu tun? Was ist aus dem Filmzitat: »Ich höre mein babarisches Johoo über den Dächern der Welt erschallen!« aus dem Film »Der Club der toten Dichter geworden«? Was aus dem vielzitierten »Carpe diem«? Vielleicht hätte man Robin Williams babarisch zurufen sollen, dass »Nutze den Tag« nicht ganz stimmt. Es sollte eher heißen: Vertraue dem Tag!

Elke Balthaus-Beiderwellen

2 Gedanken zu „Robin Williams von Elke Balthaus-Beiderwellen

  1. liebe elke,
    gerade habe ich deinen blog-eintrag zu robin williams gelesen.
    warum ich das tat? weil ich neugieirg war was eine ehemalige schulkameradin so in ihrem blog schreibt.
    keiner von uns beiden kennt robin williams – wenn das überhaupt seiner echter name ist und nicht nur ein kunst-name.
    und ehrlich gesagt auch keiner von uns ist ihm jemals persönlich begegnet. er war schauspieler. und gar nicht mal so ein schlechter. natürlich hat er uns was vorgemacht- ich bitte dich- er war schauspieler.
    du bist ärztin- ich weiss zwar nicht welche fachrichtung – aber da sollte man schon mal von der krankheit „depression“gehört haben. und es ist eine der krankheiten, die oft tödlich endet. mit der mischung von drogen und alkohol fast unvermeidlich, dass diese krankheit tötlich endet.
    noch eine kleine anmerkung, wenn du bis hierin gelesen hast: kann ich gross-und kleinschreibung.
    liebe grüsse von deiner alten klassenkameradin
    kirsten moritz
    zu erreichen unter drokomat@yahoo.de

  2. Liebe Kirsten, natürlich weiß ich, was Depression ist, aber, was für ein Beispiel hat er für alle diejenigen gegeben, die gegen die Erkrankung kämpfen und eben nicht aufgeben! Gant liebe Grüße Elke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.