Viagra

Neulich versicherte mir ein guter Bekannter-aus welchem Grund auch immer- er wäre mit seinen mittlerweile 62 Jahren einer derjenigen Männer, die noch ohne Hilfsmittel wie Viagra, Cialis, oder wie die Pillenkrückstöcke der männlichen Eitelkeit auch heißen mögen, auskäme. Sofort fiel mir der Film Harry und Sally ein, in dem die Filmfigur Harry behauptet, der einzige Mann auf der Welt zu sein, dem noch nie eine Frau einen Orgasmus vorgetäuscht hätte, obwohl Sally ihn nachdrücklich darauf hinwies, dass 90% der Frauen zugaben, dies bereits getan zu haben Da legt Mann wert drauf, auf seine Einzigartigkeit. Nun macht Pfizer mit seinen blauen Pillen einen Milliardenumsatz und, da ich nicht davon ausgehe, dass Frauen sie schlucken- ich habe es probiert, bringt überhaupt nichts-, muss ich hier wieder von einem Fall von Selbstbetrug der holden Männlichkeit ausgehen. Selbst der klapprigste, mehr dem Tod als dem Leben näherstehende Mann ist der festen Überzeugung, dass die blutjunge Partnerin an seiner Seite, seiner Männlichkeit und nicht seinem Portemonnaie verfiel. Diese Fälle sind ja noch relativ harmlos. Richtig gefährlich wird es, wenn Mann sich auch noch einredet, zu etwas berufen zu sein. Mir persönlich ist noch keine Frau begegnet, die sich in die Wüste zurückzog, dort Gott dem Herrn, dem Teufel oder dem Erzengel Gabriel begegnete und aufgrund dieses Wahns die Welt aus den Angeln hob. Aber, die Hysterie wird den Frauen angedichtet (!) aus der irrigen männlichen Vorstellung heraus, dass die unbeschäftigte Gebärmutter des Weibes in ihrem Leib herumirre und ihr somit irgendwann zu Kopf steige. Schließlich stammt Hysterie vom griechischen Hystera, dem Wort für Gebärmutter ab. Jetzt stellt sich Mann natürlich nie die Frage, wo die weibliche Hysterie heutzutage hin ist, wo doch in der westlichen Welt die Zahl unbeschäftigter Gebärmütter steigt. Kann es vielleicht daran liegen, dass der weibliche Orgasmus anerkannt, zugelassen und zunehmend angestrebt wird? Wozu der sogenannte Samenstau des Mannes führt, erkennt man am Zustand des Nahen Ostens, der katholischen Kirche und des Planeten insgesamt. Aber hier ist nicht von einer Geisteskrankheit die Rede, sondern dies ist dem männlichen Pioniergeist geschuldet und wo Mann sich nicht großen Dingen widmen kann, widmet er sich eben den Kindern. Aber ich war ja noch bei den blauen Pillen, dem blauen Wunder unserer Zeit. Anstatt sich dem Triebe ab- und dem Denken zuzuwenden, werden sich die Dinger bis zum Herzinfarkt eingebläut (!), aber andererseits ist dann auch endlich Ruhe.

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