Positive Psychologie

Sogar die Fachzeitschrift für Macken aller Art die »Psychologie Heute« erkennt die positive Psychologie als eines der heilenden Wundermittel für Körper und Geist an. Es ist schon erstaunlich, was man erreichen kann, wenn man sich in stiller Stunde gut zuredet. Nun kann man wahlweise seine Wünsche ins Universum schicken, an seinen inneren Schweinehund appellieren, oder seinem Unterbewusstsein auf die Füße treten, was jemand für sich und mit sich beredet, bestimmt, wie er an und für sich auftritt. Die Ratgeber zum Thema füllen unüberschaubare Regalmeter. Wenn man es schafft, in sein Innerstes vom Inneren vorzudringen und erkennt, wie genial und zu allem fähig man im Grunde genommen ist, fehlt es nur noch an der praktischen Umsetzung, und die Welt liegt einem zu Füßen. Aber, wie so oft, prallen Theorie und Praxis heftig aufeinander. Es ist aber auch ärgerlich, wenn man mittels geistiger Umnachtung, der Zustand des komplett geistig weggetretenen, wenn man so will, einen Parkplatz in der Innenstadt bestellt und dort angekommen, feststellen muss, das man sein Fahrzeug nirgends lassen kann. Trance durch Selbsthypnose ist nur schwer zu erreichen. Selbst Merkel brauchte mehrere Regierungsperioden, um diese selige, mit nichts zu vergleichende Verfasstheit, zu erreichen. Dabei hätte man recht früh erkennen können, dass unser aller Mutti, repräsentiert durch die Merkel Raute, die quasi den eigenen Bauchnabel ins Zentrum allen Strebens rückt, unentwegt an ihrer Trance arbeitete. Aber bei ihr wirkt nicht nur die Selbst- sondern auch die Fremdhypnose, wie man an der verwirrt erwachenden SPD erkennt. Vielleicht hat sie ja ganz zu Anfang ihrer politischen Karriere einen dieser vielversprechenden Ratgeber verinnerlicht, zusammen mit dem unablässigen, wiederkehrenden Mantra, dass sie die mächtigste Frau der Welt werde. Funktioniert nicht immer, wie man an Schulz sieht. Durch die endlose Wiederholung des Satzes »Ich werde Kanzler«, wird dies nicht wahrer. Er hätte zu sich selbst, anstatt zu den Wählern sprechen müssen. Außerdem hätte er sich durch die Selbstgespräche noch den alles erklärenden Weg in den Irrsinn offen gehalten. Jetzt muss nur noch die Wählerschaft in positive Trance fallen, denn wer weiß, wie lange Merkel sich schon zuflüstert »Ich bleibe für immer Kanzlerin«, und da möchte man doch nicht im Weg stehen. Wer sich selbst glaubhaft einredet, er würde Präsident, der wird es auch, wie man an Trump sieht. Haben wir es allesamt statt mit Verschwörungen mit Beschwörungen zu tun? Man weiß es nicht. Was ich hingegen weiß, ist, dass ich noch heute mein ureigenstes Mantra aufnehme und bis zur Erreichung meines Ziels beibehalte. Worum es dabei geht, verrate ich nicht, denn sonst macht die Sache nur halb so viel Spaß.

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