Endsieg

Unser autonomes Nervensystem sowie unser Körper im Allgemeinen haben es nicht leicht mit uns. Ich meine, wer hört schon auf Signale wie: Schlaf, trink, iss, oder tob dich sexuell mal wieder aus! Auch dringend der Selbsterhaltung dienende Befehle wie: »Dem gehört Mal kräftig was auf die Nase gehauen!«, werden ignoriert. Der zivilisierte Mensch pflegt sich im Griff zu haben, auch wenn dies zum Würgegriff ausartet. Völlig paradox wird es, wenn in bedrohlicher Situation, verzweifelt an die eigene Kehle gefasst wird, anstatt die des Gegners genüsslich zuzudrücken. Und so halten und halten und halten wir unermüdlich die andere Wange hin, sogar noch am Boden liegend, während der Gegner über uns hinwegstapft. Dann wundern wir uns, dass die Weltherrschaft nach und nach von den Bösen übernommen wird, weil, nach der Weltherrschaft zu streben ist in unseren Augen eben böse. Bin einmal gespannt, wie lange es diesmal dauert, moralische Empörung in Kampf umzuwandeln, denn Potentaten braucht man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen, wie die Geschichte zu berichten weiß. Es kehrt eben keine Ruhe ein, wenn sagen wir einmal, ein Viertel der Weltbevölkerung Gewalt als archaisch überkommen abstempelt, der Rest aber munter drauflosschlägt, wenn ihm aus irgendeinem Grunde irgendetwas nicht passt. Dauernd wird uns durch die Märchenmedien versichert, dass das Gute am Ende gewinnt; wir müssen nur durchhalten, bis ewige Gerechtigkeit herrscht. Und so schauen wir meuchelnd völkermordenden Horden zu, denken, dass dies schon wieder wird und schalten auf ein anderes Fernsehprogramm. Dabei gibt es Menschen, die nur dazulernen, wenn es richtig, richtig wehtut! Sofort der Hammer auf den gierig ausgestreckten Finger, wirkt Wunder. Dass begehrlich blickende Auge, lernt erst blau umrandet hinzu und, wieso laufen prahlerisch die Wahrheit verdrehende Mäuler noch mit kompletten Gebissen herum? War das Faustrecht wirklich so schlecht, wie es uns immer vorgegaukelt wird? Es wäre doch einmal interessant zu erfahren, wie viele Opfer dem nicht eingreifenden Pazifismus geschuldet sind. »Aber wir können doch nicht …!«, aber sicher können wir, sofort, auf der Stelle und mit überlegener Bewaffnung, die davidsche Steinschleuder zu Hause lassend, denn der allmächtige Herr greift nicht ein, und wenn wir uns noch so sehr auf den Kopf stellen. »Ja aber, wo führt dies im Endeffekt hin?«, wird gewisslich mancher Oberschullehrer einwerfen. Tja, das ist so eine Sache. Man weiß es nicht. Was man weiß ist, dass das Gute auf jeden Fall verliert, wenn es sich nicht wehrt. Und kommt mir jetzt nicht mit Ghandi, oder dem friedlichen deutschen Mauerfall. Das war pures Glück! Wenn die politische Gesamtsituation eine andere gewesen wäre, hätten sich die damaligen Menschen zu Tode demonstrieren können, ohne etwas zu bewirken.

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