Advent 2.0

Nun eiere ich schon den dritten Tag um meinen Weihnachtsschmuck herum. Ich meine, geistig habe ich deutlich vor Augen, wie und wo dekoriert werden muss, aber es scheitert an der Tat. Außer mir kann in unserer Familie sowieso keiner Weihnachtsdeko leiden; also was treibt mich an? Letztes Jahr hatte ich es mit Sternenstaub und verteilte Abermillionen winzig kleiner Sterne im gesamten Haus, was mir nur den Kommentar, welche Fee denn hier geplatzt wäre, einbrachte. Sternenstaub als solcher ist sehr hartnäckig. Einmal verstreut, hat man unzählige Weihnachten und sogar Ostern noch etwas davon. Außerdem verschafft man seinem Proktologen durch Verschlucken des Sternenglitzers, einen Blick auf vollkommen neue Universen. Für meinen Mann war Schluss mit lustig, als sich ein vorwitziges Sternchen auf dem Ohrenwattestäbchen befand. Okay Streuglitzer kommt in die Versuch- und Irrtum- Kiste. Der Begriff Weihnachtsschmuck ist übrigens sehr weit gefasst. Mit ein wenig Glitter versehen wird alles und jedes zum Dekoobjekt. Vom Igel bis zur Raupe, von Elchen bis zu Rentieren über Hirsche bis weihnachtlich geschmückte Hasen(!), die sich wohl in der Jahreszeit vertan haben, ist Weihnachtsschmuck das, was man dazu erklärt. So lassen sich im Flur herumfliegende Schuhe und Stiefel gerne mit dem Nikolaus erklären. Obwohl draußen wie üblich kein Winter herrscht, bekommt das Haus dadurch, dass überall Jacken hängen, einen winterlichen Touch. Man müsste jetzt nur mit Sternenglitzer … aber lassen wir das. Ach, was waren das noch Zeiten, als sich weihnachtliche Atmosphäre, einzig und allein mit einem Adventskranz und vier(!) Kerzen herstellen ließ. Am 24. kam noch der Baum dazu und fertig! Am Baum hingen Äpfel und vergoldete Nüsse und keine multifunktionalen-Led-Farbwechsel kugeln.Höchstens noch Lametta! Ich kann mich noch an den überdimensionalen Knäuel aus von etlichen Weihnachten übrig geblieben Lamettafäden erinnern, wobei es meine Aufgabe war, die Fäden zu sortieren und zu bügeln, denn weggeworfen wurde nicht! Irgendwo im Keller müsste ich doch noch …Ich stelle mir gerade vor, ich würde meine Töchter zu dieser Sysiphos-Aufgabe verdammen.Da wäre das Rätsel um die Brennbarkeit von Lametta im Handumdrehen geklärt. Jetzt kommt auch noch die Sonne heraus. Bei diesen frühlingshaften Bedingungen entfällt der Gang in den staubigen Keller.

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