Quengelware

In jedem Leben gab es eine Zeit, in der wir uns mit den Gegebenheiten nicht abfinden wollten und uns schreiend und mit den Füßen auf den Boden trampelnd auf ebendenselben warfen, um die Dinge doch noch in unserem Sinne zu gestalten. Wer jemals ein Kind vor der Quengelware an der Supermarktkasse zu Boden gehen sah, weiß, wovon ich rede. Ich behaupte nun, dass dieses Verhalten nicht auf eine kurze Zeitspanne in unserem Leben begrenzt, sondern von Dauer ist. Wie reagiert jemand, der partout nicht zu seinem eingebildeten Recht kommt? Er ist frustriert, lässt seinen Frust an sich oder anderen aus und entwickelt ein passiv aggressives Potential, das seines Gleichen sucht. Wenn ihm, welcher Mob auch immer, die Gelegenheit gibt, doch noch mit den Füßen auf den Boden zu trampeln, ist er nicht mehr zu bremsen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die größten Quengler, die es wagen ihren Unmut laut zu äußern, vornehmlich an der Spitze von Weltunternehmen und Regierungen zu finden sind. Wenn ich mir Trump, Erdogan und Putin so betrachte, so sind die an der Supermarktkasse bestimmt nicht leer ausgegangen. Nun gibt es einen Test für Kinder, der beweisen soll, dass sich Belohnungsaufschub lohnt. Den Kleinen wird eine Süßigkeit vor die Nase gesetzt. Dann wird ihnen mitgeteilt, dass sie einen Moment alleine bleiben und wenn sie es schaffen, die Nascherei stehen zu lassen, bekommen sie bei der Wiederkehr des Versuchsleiters eine zweite dazu. Es ist schon beachtlich wie die Kinder sich winden und abzulenken versuchen. Aber, so das Resultat nach etlichen Jahren, die Kinder, die sich zurückhalten konnten, waren erfolgreicher als diejenigen, die ihrer Gier ungehemmt nachgaben. Mag sein, dass die Abwarter im oberen Mittelsegment dominieren. Das Leben zeigt jedoch, dass diejenigen mit der unstillbaren Gier das Sagen haben. Wenn nun zwei von diesen Quenglern aufeinandertreffen, wie Trump und Kim Jong UN, dann erzittert die Welt durch deren auf den Boden Getrampel. Der verführerische Schokoriegel im Kassenregal hat gewaltige Platzhalter namens Reichtum und Macht bekommen. Sieger sind dabei die Kinder, die sofort naschten, aber versuchten, trotz Regelverstoß doch noch eine zweite Süßigkeit zu erhaschen. Nebenbei bemerkt findet man diese Kategorie auch gerne an der Spitze von Banken. Was können jetzt die Eltern in Bezug auf ihre plärrenden Blagen tun? Hier gilt das »aus den Augen, aus dem Sinn« Prinzip. Was mir nicht verführerisch vor die Nase gehalten wird, das begehre ich nicht. Dazu gehört aber, utopischerweise, dass jeder, auch wie in diesem Beispiel der Supermarkt, ein Stück weit die Verantwortung für die Erziehung der nachfolgenden Generation übernimmt. Statt Profit, Prinzip, wenn man so will. Wir züchten sie doch selber heran, die ewigen Quengler! Jede Werbung propagiert haben, haben und nochmals haben und dann wundern wir uns, dass wir von denen regiert werden, die sich strengstens an diese Regel halten!

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