Satchmo

Unser Satchmo- ein großer Schweizer Sennhund mit gewaltigen Ausmaßen- soll eine etwa halb so große Hündin der gleichen Rasse decken. In schöner Regelmäßigkeit kommt der Besitzer der Hündin bei uns vorbei, um den beiden ein Schäferstündchen zu ermöglichen. Satchmo will- und wie der will- aber die Dame gibt sich äußerst kapriziös. Erst hält sie ihm ihr Hinterteil hin, aber sobald er aufsteigen will, dreht sie sich blitzschnell um und verbeißt ihn. Unser Satch. betört von der Dame und ihrem Duft, lässt sich dies alles gefallen. Unermüdlich startet er Annäherungsversuch um Annäherungsversuch und bis zu einer bestimmten Grenze ist dieser auch erfolgreich, nur der Akt an sich bleibt ihm verwehrt. Wir, der andere Hundebesitzer und ich, stehen frierend daneben und immer, wenn man denkt, da jetzt packt er es, packt er es eben nicht, äußerst ermüdend und frustrierend das Ganze. Besonders für den armen Satchmo, der nach jedem Damenbesuch auf dem Wohnzimmerboden zusammenklappt und sich bis zum nächsten Morgen nicht mehr rührt. Wie das Tier so der Mensch, geht es mir durch den Kopf, während ich den schlafenden Satchmo betrachte. Die Hundedame ist eindeutig eine Zicke, die die Männer erst heißmacht, dann aber im letzten Moment die Reißleine zieht. So trottelig der Hund, so trottelig die Männer, die seit Urzeiten darauf hereinfallen. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, mag sich Satch gedacht haben, als er eine zufällig vorbeikommende Mischlingshündin bestieg. Sehr gut mein Freund, lass mal Dampf ab und heute Abend zeigen wir der Zicke die kalte Schulter. Ich vergaß, dass er ein typisches Männchen ist. Kaum, dass die Holde eingetroffen war, ließen Duft und Aussehen unseren Satch ins Denkkoma fallen. Aber, was war das? Die Eisprinzessin zeigte sich mehr als geneigt. Woran man sieht, dass es den Damen eindeutig um den richtigen Zeitpunkt geht. Ins menschliche übertragen, heißt das so viel wie, abwarten, bis sie von selber kommt.

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