Wettervorhersagen

Im Morgenmagazin lässt die FU Berlin Studenten 24 Stunden lang händisch per Augeneindruck, wie Benjamin Stöwe so schön bemerkte, und per Gerät beobachten. Eines dieser Geräte wurde heute Morgen geöffnet und ich war auf das hochtechnische Innenleben gespannt. Die komplizierte Anlage zur Messung der Luftfeuchtigkeit warf mich fast über den Haufen. Es handelte sich, sage und schreibe, um ein aufgespanntes, blondes Frauenhaar! Da sich blonde Frauenhaare bei Feuchtigkeit mehr ausdehnen, als rote oder brünette, von schwarzen ganz zu schweigen, dienen diese als Messlatte. Jetzt habe ich in dem Kasten nur noch den kleinen Frosch erwartet, der Hoch- und Tiefdruckgebiete ankündigt. Ein schlichter Pappbecher auf dem Gerät könnte die Niederschlagsmenge anzeigen und die »händisch« beobachtenden Studenten könnten Wolkenbildungen voraussagen. Wahrscheinlich befindet sich in einigen dieser Messstationen noch das gute alte Wetterhäuschen mit lächelndem Weibchen und griesgrämig mit einem Regenschirm ausgestatteten Männchen. Jetzt ist es mir kein Rätsel mehr, warum ich mich bei strahlendem Sonnenschein mit einem Regenschirm ausstatte und bei strömendem Regen ohne einen derartigen Schutz aus dem Haus trete. Ich verlasse mich auf die Wettervorhersage! Dabei könnte ich händisch selber feststellen, ob die Sonne scheint oder ob es regnet. Wenn ich es genau wissen will, könnte ich mir ein Haar ausreißen und es mit beiden Daumen und Zeigefingern auseinanderziehen, wenn mich der exakte Feuchtigkeitsgehalt der Luft interessieren würde. Tut er aber nicht! Wettervorhersagen könnten auch mit Bauernweisheiten getroffen werden. »Kräht morgens der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist!« Das ist doch einmal eine Prognose, die hundertprozentig zutrifft! Mit Prognosen sollte man vorsichtig sein, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen! Dies sollten sich alle sogenannten Spezialisten hinter die Ohren schreiben. Unsereins meint, wenn ein Spezialist eine Vorhersage trifft, wäre sie in irgendeiner Form abgesichert. Das größte Vertrauen setzen manche Menschen immer noch in Börsenspezialisten, aber, nach der Geschichte mit dem Frauenhaar, bin ich fest davon überzeugt, dass Würfel zum Einsatz kommen. Alle würfeln, was die Zukunft betrifft, da beißt keine Maus einen Faden, oder ein Frauenhaar ab! Zwar meinte Einstein, dass Gott nicht würfelt. Ich hingegen halte ihn für den größten Hasardeur überhaupt.

 

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