Abschied von Elke Balthaus-Beiderwellen

Launenhaft warst du. Triebst mir den Schweiß auf die Stirn und jagtest mir Schauer über den Rücken. Ich wusste nie, wie ich dir begegnen sollte. Nächtelang lag ich wach wegen dir und am Tage schimpfte ich unablässig über dich. Egal wie sehr ich auch tobte, du ließt dich nicht beeindrucken, sondern bliebst dir selber treu. Wahrscheinlich ist meine geringe Akzeptanz dir gegenüber der Grund dafür, dass du jetzt gehst. Ich weine darüber und weiß nicht, ob ich dich in der Form zurückbekomme, wie du in den letzten Monaten warst, denn gar so übel spieltest du mir nicht mit. Heute, an unserem letzten Tag will ich dich nicht scheiden lassen, denn alles, was kommt, kann nur schlechter sein als du. Du lässt mich mit verbrannter Haut und äußerst verschnupft zurück. Oft genug brachtest du mein Fass zum Überlaufen, während du an anderen Tagen dafür sorgtest, dass ich mich wie ausgetrocknet fühlte. Von diesem Wechselbad bin ich ausgelaugt und trotzdem will und kann ich dich nicht gehen lassen. Unbeeindruckt von meiner Trauer und meiner plötzlichen Sehnsucht nach dir, wendest du dich ab, um in anderen Gefilden, in denen du vielleicht mehr geschätzt wirst, dein Glück zu suchen. Mir bleibt nichts anderes übrig als dich ziehen zu lassen, obwohl graue, winddurchtoste Monate vor mir liegen. Darum sage ich dir jetzt Lebewohl und kann unser Wiedersehen kaum erwarten, denn die Zeit mit dir, so wechselhaft sie auch sein mag, ist die schönste für mich. Meine Tage sind heller mit dir. Mach es gut, geliebter Sommer!

 

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