Wut von Tanja K.

»Auch wenn Sie es mir nicht ansehen; ich habe in der Tat eine Verärgerung.« Nie wurde blanke Wut mehr verbrämt als durch unseren Verkehrsminister Dobrindt, nachdem ihm die EU Steine in den Weg seines Wegezolls für Ausländer legte. Haben Politiker Gefühle, oder handelt es sich bei ihnen um Phrasenroboter? Wenn Merkel ein Immigrantenmädchen streichelt, ist das Publicity oder persönliche Betroffenheit? Bundestagsdebatten sind zu Schlafveranstaltungen verkommen. Wer schaltet ein, wenn nur verbal-kühle Schlagabtausche stattfinden und Pathos ehrlichen Protest ersetzt. Blutet noch jemand für seine Überzeugungen? Gibt es unbedingte Haltungen, die emotional vehement vertreten werden? Setzt sich jemand in die Nesseln, weil er für etwas brennt? Ich könnte keine dieser Fragen mit ja beantworten. Windkanalschlüpfrige Klone vertreten heute dies und Morgen das und wo sich früher »Gedanken eng im Raume stießen«, ist der Konsens des Machterhaltes vorherrschend. Status statt Standpunkt! Vollblutpolitiker wichen blutlosen Vampiren, also Untoten. Merkel wird noch Kanzlerin sein, wenn die Sonne explodiert, denn das gruselige an Untoten ist, dass sie weder tot noch lebendig sind. »Auch wenn Sie es mir nicht ansehen; ich habe in der Tat eine Verärgerung.« Wer in seinem Inneren ehrlich verärgert ist, dem sieht man es an. Vielleicht pappen sich unsere Volksvertreter demnächst ein Emoticon an die Stirn, damit der gemeine Bürger wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon bekommt, was in ihnen vorgeht. Der nächste Schritt wäre »Das Land des Lächelns«. »Denn wie es da drinnen aussieht, geht niemand was an«. Dann könnten wir jegliche Kommunikation gleich einstellen.

 

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