Cuba libre von Elke Balthaus-Beiderwellen

Wer braucht das amerikanische Gesundheits- oder Bildungssystem? Wer braucht die amerikanischen Umweltschutzauflagen? Die amerikanischen Sozialsysteme und Waffengesetze? Wer braucht McDonalds, Burger King, Pizza Hut und Starbucks? Kuba bestimmt nicht und der Rest der Welt eigentlich auch nicht. Statt des Weihnachtsmannes kommt bei uns der »Amazonmann« und aus dem urgemütlichen Kaffeeklatsch ist ein »Kaffee to go« geworden. Wir hängen an der Nadel des amerikanischen Imperialismus und lechzen ständig nach mehr. »Wehre den Anfängen« Kuba, möchte man ausrufen. »Lass dich nicht anfixen!« Schon jetzt sehe ich die kubanischen Naturschutzgebiete von US-Hotelketten vernichtet. Schon jetzt höre ich die Bodenspekulanten mit den Hufen scharren. Eine weitere »freundliche Übernahme« steht an. Wie dieser Sinneswandel? Soll Putin noch weiter gedemütigt werden? Das Sternenbanner über Havanna wehen? Guantanamo Bay erweitert werden? Oder will die amerikanische Oberschicht ihre original kubanischen Zigarren legal rauchen? Nur zögerlich gehen die Kubaner auf die Straße und »freuen« sich über die Annäherung. Aber, was sie so richtig davon halten sollen, schien mir bei ihnen nicht eindeutig. Natürlich ist es schön, lange nicht gesehene Verwandte zu besuchen und nicht weiter unter den Folgen des US-amerikanischen Embargos zu leiden. Im Grunde genommen holen sie sich ein trojanisches Pferd auf ihre Insel und es ist nicht klar, wer da herausgeklettert kommt. Hüte dich vor den Amerikanern, wenn sie mit Geschenken kommen, Kuba!

 

Ein Gedanke zu „Cuba libre von Elke Balthaus-Beiderwellen

  1. Treffender kann man es nicht formulieren!
    Wie immer eine Freude, diesen blog zu lesen.
    weiter so!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.