Geschlechterkrieg 3

Wenn ich mir die heutigen »Führer der Nation« wie Putin, Erdogan, Kim Jong Un oder Trump betrachte, halten die sich offensichtlich für ein Geschenk für ihr Volk, oder gleich gar für die Welt. Und wenn ich mir darüber hinaus aber deren objektiven Nutzen betrachte, tragen diese »Retter« eher zum Schlechteren als zum Besseren bei. Jetzt frage ich mich natürlich, ist Mann so doof, oder tut er nur so. Im stillen Kämmerlein muss ihnen doch einfach klar sein, dass sie Verbrecher an der Menschheit sind, oder denke ich da zu weiblich? Macht Testosteron betriebsblind? Besitzt diese »ich kam, sah und siegte« Mentalität ein eigenes, alles andere dominierendes Hirnzentrum? Sehen diese Idioten in jeder Hauskatze noch den Säbelzahntiger und folgen dem evolutionär bedingten Wahn, wer den Größten andeutet – nicht hat, wohlgemerkt – darf alle Weibchen der Herde bespringen? Ist Säbelrasseln gar ein Euphemismus für Schwanzrasseln? Pinkeln sie gleichsam bis in die letzte Ecke der Erde, um Reviere zu markieren? Und, warum zur Hölle, ziehen andere Männer stante pede den Schwanz ein und Frauen gieren immer noch, dass das Herrchen befiehlt? Haben wir uns über den Geistesstand des Wolfsrudels nie erhoben? Wer sagt hier wem, was zu tun ist, das Hirn oder die Hormone? Ist der intellektuelle Aufbau, eben nur dies und zwar in äußerst fragiler und provisorischer Ausführung? Ist ein Wallach oder ein Ochse freier in seinen Entscheidungen als die oben genannten? Schließlich waren Eunuchen im Alten Orient äußerst einflussreich. Demgemäß sollte die Papstprüfung daraufhin, ob der zukünftige Pontifex auch Hoden besitzt, eher daraus hinauslaufen, dass er eben keine sein eigen nennt und somit besser für das Amt geeignet ist. Was es bedeutet, wenn man dem Klerus das Geschlecht lässt, davon kann so mancher Knabe Zeugnis ablegen. Könnte ja sein, dass Forscher in nicht allzu ferner Zukunft den optimalen Testosteronspiegel festlegen, der Staatsführung ohne Größenwahn, aber mit dem eben noch notwendigen Biss erlaubt, denn mit einem Kaffeeklatsch ist dem Menschenwohl auch nicht gedient. Wahlweise könnte man dann den »Führern der Nation« Testosterondämpfer verpassen, damit deren Wahl weise ausfällt.

Geschlechterkrieg 2

Ein Spiel der dritten Fußballliga musste wegen Ausschreitungen abgebrochen werden. Ich frage mich, worum es in diesem immerhin beinahe regionalem Bereich des Sports ging. Fußball kann es nicht gewesen sein, eher das Abreagieren blanker Aggression. Nun können wir in Europa fast noch glücklich sein, dass dieser Testosteronüberschuss in und um die Fußballstadien herum abgelassen wird. Man stelle sich vor, dies erfolgte im häuslichen Bereich, zerstörerisch auf öffentlichen Straßen und Plätzen, oder im einfachen Entschluss, einen Krieg anzufachen. In anderen Teilen der Welt kann man beobachten, was passiert, wenn männliches Dominanzstreben nicht entsprechend kanalisiert und neutralisiert wird. Sie wissen einfach nicht wohin mit ihrem Frust und der daraus resultierenden Wut. Da wo Mann noch Mann sein kann und darf, bricht sich Bahn, was sonst zivilisiert unterdrückt wird. Fast könnte man meinen, es bekäme dem männlichen Geschlecht nicht gut, dass Konflikte nicht mehr körperlich ausgetragen werden sollten, aber anstatt zu meinen der alte Adam hätte sich noch immer nicht im Griff, sollte zum allgemeinen Nutzen darüber nachgedacht werden, ob dieser Drang, dem wir immerhin einen Großteil unseres Fortschritts verdanken, also gleichzeitig zerstörerisch oder schöpferisch wirken kann, nicht entsprechend ab- oder umgelenkt werden kann. »Schippe in die Hand« wäre manchmal gar kein schlechter Gedanke. Bolide weg, kommt mir da gerade auch noch in den Sinn. Wir schauen einer unglaublichen Energieverschwendung zu, denn der ziel- und aufgabenferne Mann feuert Sportler an, rast und säuft sich zu Tode, oder sorgt dafür, dass die Gattin sich samt Kind im Frauenhaus verbarrikadiert. Und, je weniger »dumm und stark« Verwendung findet, desto mehr wird die Lage eskalieren. Dass hundsbanale Fußballspiele einen derartigen Exzess verursachen und dies zunehmend tun, sollte vielleicht zum Nachdenken anregen. Bevor sich dann wieder unter einem Führer zusammengerottet wird, der Mord- und Totschlag sanktioniert, sollte auch die Genderfrau einmal einsehen, dass die Feminisierung des männlichen Geschlechtes ein geradezu blödsinniges Unterfangen ist, das das Gegenteil des Beabsichtigten erreicht. Anstatt herum zu zicken, wäre ein konstruktiver Vorschlag, der die nicht zu verleugnenden Unterschiede berücksichtigt, zielführender. Wenn der Mann wie früher einen Baum pflanzen und ein Haus bauen könnte, wäre der Umwelt und der Wohnungsnot genüge getan.

Geschlechterkrieg 1

Eines will und will mir nicht aus dem Kopf gehen. In Pisa sollte ein Mann seine zwei- oder dreijährige Tochter – ich weiß es nicht mehr so genau – auf dem Weg zur Arbeit eben in der Kita absetzen. Als die Mutter die Kleine dort abholen wollte, konnte das Kleinkind nicht aufgefunden werden. Was war also passiert? Der Mann war dermaßen mit den Gegebenheiten seiner Arbeitsstelle beschäftigt, dass er schlichtweg vergaß, an der Kita vorbei zu fahren! Aber, es kommt noch schlimmer. Er vergaß sogar, dass seine Tochter sich noch auf dem hinteren Kindersitz im Wagen befand, stieg aus und ließ das Kind in dem sich zunehmend erhitzenden Auto zurück. Erst als die Mutter Alarm schlug, fiel ihm sein Versäumnis wieder ein, aber die Kleine konnte nur noch tot geborgen werden.
Was mich nun beschäftigt ist, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass einer Frau jemals etwas Derartiges passiert. Es sei denn, sie ist komplett zugedröhnt, was ja auch vorkommen soll. Ich vergesse im Laufe eines Tages alles und jedes, aber eine meiner Töchter im Auto vergessen? Noch heute habe ich Alpträume, in denen ich mich aus unerfindlichen Gründen an einem gottverlassenen Ort der Welt befinde, während eines meiner Kinder in einem anderen Teil des Globus um Hilfe weint und ich keine Möglichkeit finde, dorthin zu gelangen. Was ging in dem oben erwähnten Fall im Kopf des Mannes vor, dass er sein eigenes Kind gewissermaßen ausblendete? Nun ist es eine Binsenweisheit, dass Männer und Frauen in unterschiedlichen Gedankenwelten leben und wenn sich die Genderbeauftragten noch so sehr auf den Kopf stellen, aber was mich im Moment umtreibt, ist, ob das andere Geschlecht nicht eher zu bedauern als zu bekämpfen ist. Und, ob es aus diesem Bedauern heraus, nicht möglich ist, das im Grunde genommen äußerst lebensfeindliche Patriarchat, in etwas Sinnvolleres, Zukunftsfähigeres zu verwandeln. Wir reden immer vom fruchtbaren Austausch der Kulturen, aber weigern uns hartnäckig quasi bei Adam und Eva anzufangen. Mann und Frau könnten sich wunderbar ergänzen, wenn die Häme über das seltsame Gebaren des anderen Geschlechts unterbliebe. Ich meine, Scheidungsraten von über fünfzig Prozent sprechen Bände und lassen in den meisten Fällen Alleinerziehende mit Kindern zurück, die überhaupt nicht mehr wissen, wo es lang gehen soll. Die Gleichheit der Geschlechter ist ein derartiger Unfug, dass die Gleichwertigkeit auf der Strecke bleibt.

Gevatter Tod

Mein Lieblingsmärchen war von jeher »Die kleine Meerjungfrau« von Hans Christian Andersen. Das Ende ist zwar betrüblich, aber tröstlich, denn gibt es einen schöneren Tod, als sich in Meerschaum aufzulösen? Wie komme ich ausgerechnet heute darauf? Es liegt wohl daran, dass ich gestern meiner Ältesten über eine Segeltour meines Mannes in die Türkei berichtete, bei der die Männer auf Schwimmnudeln im warmen Mittelmeer trieben, umgeben von schwimmenden Tabletts gefüllt mit Gläsern voller Ouzo. Einmal mehr bedauerte ich, nicht dabei gewesen zu sein, aber meine Tochter empfand dies eher als positiv, da sie in ihrer Phantasie, ihre Mutter selig betrunken im Mittelmeer versinken sah. Ich frage mich hingegen, da das Alter schmerzhafte Vorboten schickt, ob so ein Ende nicht erstrebenswerter ist, als sich in einem Altersheim mit Schaumgummibällen bewerfen zu müssen, oder unbeachtet in einem Flur abgestellt zu werden, oder allein in einem Bett zu verfaulen. Wie heißt es doch so schön? Wen die Götter lieben, den lassen sie jung sterben. Meines Erachtens geht es nicht um ein ins endlose verlängertes, sondern um ein ins endlose erfülltes Leben. Ob es dann unbedingt mit Ouzo sein muss, sei dahingestellt, aber »Rom sehen und dann sterben« hat schon etwas für sich. Nun fragte ich mich heute Morgen weiter, ob diese von mir eher heitere Todessehnsucht ein individuelles Phänomen ist, oder ob es nicht allen in weniger heiterer Form innewohnt. Risikosportarten, sinnlose motorisierte Rasereien, sich mit Arbeit oder anderen als durchaus angenehmer empfundenen »Hilfsmitteln« kurzzeitig, oder gewollt längerfristig dem Geschehen zu entziehen, ist ein weit verbreitetes Phänomen. Schlaflose können ein Lied davon singen, was es mit einem anstellt, wenn der kleine Bruder des Todes ausbleibt und wem der kleine Tod des Orgasmus nicht vergönnt ist, der sprengt sich und andere gleich mit in die Luft. Alle rennen (!) dem »Flow« hinterher, dem Gefühl der Auflösung in einer Tätigkeit und ich frage mich, in welches Nirwana sich der Meditierende zeitweise zurück zieht. Was ist nun der Tod anderes, als mit sich und der Natur vollkommen eins zu werden- auch so etwas, was total in Mode kommt. Was oder wen können wir da nicht ertragen? Die kleine Meerjungfrau starb an unerwiderter Liebe zu einem nichtswürdigen Prinzen. Was Disney daraus machte, reibt mich bis heute auf, aber ich will ja bei der Sache bleiben. Sie kehrte in den Schoß dessen zurück, aus dem sie stammte, ähnlich wie das »Mädchen mit den Zündhölzern«. Oder man denke an den »Kleinen Zinnsoldaten«, der die erfüllte Liebe erfuhr, in dem er komplett dahinschmolz. Ich liebe Andersen und hoffe, dass ihn Disney nicht noch weiter uminterpretiert. Wir glauben doch an alle möglichen Märchen, wie Reichtum und Wohlstand für alle im kapitalistischen System. Warum nicht den Märchen von Andersen glauben? Der Tod als Vervollkommnung. Wenn wir das akzeptierten, bräuchten wir ihn nicht so oft herauszufordern.

Volkes Stimme

Heute möchte ich einmal mehr den Volksmund bemühen, denn, wie heißt es so schön? »Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil«! Wir verhalten uns mittlerweile derart politisch korrekt, dass, egal wie da in den Wald hineingerufen wird, es nicht mehr entsprechend zurückschallt. Warum? Sind wir alle Berufsdiplomaten? Dabei dient unser unterwürfiges »um den heißen Brei rumreden« noch nicht einmal dem besseren Verhältnis und Verständnis untereinander, denn wie soll »ein Gewitter die Luft reinigen«, wenn es niemals ordentlich kracht. Wer sein wahres Ich verbirgt, der manipuliert, da müssen wir alle mal ehrlich uns selbst gegenüber sein. Und, wenn wir uns dann gelegentlich als Klotz präsentieren, sollten wir uns gegen den höchstwahrscheinlich ausbleibenden Keil wappnen, denn es wird nur noch mit Wattebällchen geworfen. Und, wer nur Wattebällchen schluckt, wir zwar satt, aber ohne die notwendigen Nährstoffe- darüber kann so manches Supermodel Auskunft geben. Sollte mich mal jemand fragen, was die Anorektiker und Bulimiker da so in die Schüssel kotzen, dann berichte ich aus eigener Erfahrung; es ist die blanke Wut, die da in den Ausguss entlassen wird. Was naturgemäß keinen Effekt zeitigt, darum der Wiederholungszwang. Ständiges Herunterschlucken bewirkt vor allen Dingen geistige Übelkeit. Da hilft auch kein Verdauungsschnäpschen, wie jeder Alkoholiker weiß. Am liebsten wären wir doch alle unsichtbar, geben wir es ruhig zu, ob man sich nun bis zum Klappergestell herunterhungert, oder eine alles verbergende Fettschicht anfuttert. Aber auch wenn es uns bis auf die höchsten der hohen Berge treibt, wir uns im Fußballmob verbergen, dem Rausch der Geschwindigkeit überlassen, immer dann, wenn wir aus der Hand geben, was mit uns passiert, passiert im Grunde genommen gar nichts, wir verbleiben im selben Wahn. Wenn ich hier nochmal zitieren darf, jemanden mundtot machen, ist insofern schlimmer als Totschlag, weil der Betroffene uns die schmutzigen Hände erspart. Und, um noch weiter auszuholen, singe, wem Gesang gegeben, spreche wem Sprache gegeben. »Frei von der Leber weg«, erspart die Zirrhose und den Magenkrebs, weil uns nichts mehr auf denselben schlägt. Und, vor allen Dingen erspart es Führer jeglicher Couleur. Amen.

Action

Wenn ich mitbekomme, was um mich herum so alles aktiv ist, möchte ich gleich wieder ins Bett. Kleidung ist atmungsaktiv, Wasch- und Putzmittel sind zum großen Teil aktiv und es gibt einen Joghurt, der Activia heißt. Und, wenn etwas nicht selber aktiv ist, dann ist es zumindest aktivierend. Die Liste der körpereigenen Stoffe, die endlich einmal aktiviert werden, ist ellenlang, aber Verkaufsschlager ist die Fettverbrennungsaktivierung. Da wundern wir uns, dass überdurchschnittlich viele Kinder und zum Teil auch Erwachsene hyperaktiv sind. Aber da zu viel des Guten beileibe nicht zum Besten führt, werden solche unangenehmen Zeitgenossen gerne medikamentös gedämpft. Ich möchte gar nicht wissen, wie groß die Anzahl der Entdeckungsreisen ist, die auf das Konto derjenigen zurückgehen, die es partout nicht auf ihrem Stuhl hielt. Wir betäuben den sprunghaften Geist, wenn man so will und überlassen jegliche Aktivität unseren Konsumgütern. Lange versuchte ich, mir den Erfolg von »Fifty shades of Grey zu erklären. Aber, wenn mein Aktivkloreiniger den ganzen Tag um mich herumwirbelt, hänge auch ich gerne passiv auf allen möglichen Lagerstätten herum. Jegliche Regung meinerseits durch Fesselung blockiert, Herz, was willst du mehr! Und, man braucht den Kerl wegen der Augenbinde noch nicht einmal ansehen! Wenn er einen nicht gerade zum mehrfachen Orgasmus führt, verdient der Mann Milliarden und hat nichts Dringenderes im Kopf, als uns exklusiv zu ernähren und besteht auf ein paar Kilo mehr auf unseren Hüften. Da es am Ende unklar bleibt, wer hier wem aus der Hand frisst, hat man im Handumdrehen alle Zutaten für DEN FRAUENROMAN zusammen. Aber, ich war ja noch bei der Aktivität. Aktivkohle hemmt die Darmtätigkeit und diverse Aktivatoren versetzen uns in Bewegungsstarre. Wir müssen noch nicht einmal unsere Zähne putzen, denn die Zahncreme erledigt dies selbsttätig. Statt Fluor wir jetzt irgendein Apatit durch das Dorf getrieben, das den Zahnschmelz eigenständig mehr aufbaut, als jemals erhofft! Wenn das so weiter geht, schaltet sich zwar die Außenbeleuchtung automatisch an, wohingegen es in unseren Schädeln stockdunkel bleibt.