Faule Eier

Manchmal hält man es im Kopf nicht mehr aus. Bei »Volle Kanne« im ZDF wurden Ostercocktails vorgestellt. Da gingen der Präsentator und der Moderator schon halb in Deckung, denn man höre und staune: Cocktails enthalten für gewöhnlich Alkohol. Ganz dramatisch wurde es, als der Moderator den Boden eines Glases mit einem Single Malt benetzte und diese homöopathische Dosis zwecks Verkostung auf seine Zunge tröpfelte. Unerhört! Alkohol vor laufender Kamera! Am Vormittag! Nun waren wir als Kinder immer dem »Internationalen Frühschoppen« ausgesetzt, in dem gesoffen und gequalmt wurde, was das Zeug hält, und sind trotzdem nicht auf die schiefe Bahn geraten. Aber es kommt noch besser! Einem Schokohasen wurden die Löffel abgebrochen, bei gleichzeitiger Entschuldigung bei den Jüngsten der Zuschauer, dass dies dem Osterhasen nicht weh täte. Also, wenn ich Kind wäre; ich wäre ob der Tatsache totbeleidigt, für, wie blöd ich gehalten werde. »Nicht nachmachen«, fügte der Moderator noch hinzu und ich denke, ich ordne diese Anweisung in die Rubrik überspitzte Satire ein, denn andernfalls würden etliche Kinder während der Feiertage vor ihren Schokoosterhasen sitzen und sich nicht trauen, herzhaft in dessen Ohren zu beißen. Da heißt es immer, Fernsehen sei schädlich, wird doch hier eindeutig der Karies vorgebeugt. Apropos Osterhase, ist noch keine von den Genderhysterikerinnen auf den Trichter gekommen, eine Häsin einzufordern? Aber wahrscheinlich begnügen sie sich damit, dass die Hühnerküken ausschließlich weiblich, da nicht geschreddert sind. Wir leben eindeutig im Zeitalter der Befindlichkeitsstörungen. Wer auf alles und jeden Rücksicht nimmt, eiert so lange daher, bis er auf die Schnauze fällt und diejenigen, denen er doch Hof fierte, sich vor Lachen schier biegen. Denn wer im wahrsten Sinne des Wortes, den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich finde, es ist hohe Zeit einmal anständig zu lästern. Und, wer diese meine Worte nicht hören oder lesen will, der besitzt doch die Freiheit, es zu lassen!

Religion

Hiermit möchte ich mich bei allen Vorreitern der Aufklärung entschuldigen, denn wir schafften es noch immer nicht, die Religion aus dem Schulunterricht herauszuhalten. Und wenn ich jetzt höre, dass wir mehr Imame brauchen, um zu verhindern, dass Atheisten, Christen und Juden bereits in der Grundschule diffamiert werden, dann platzt mir sprichwörtlich der Kragen. Einsehbar ist vielleicht noch, dass wir Türkischunterricht an den Grundschulen brauchen, denn dann kann sich die außerislamische Schülergruppe wenigstens verbal zur Wehr setzen. Religionsfreiheit bedeutet nicht, dass man dem Andersgläubigen in aller Ruhe eins auf den Schädel geben kann, sondern, dass man jeden vor sich hinbeten lässt, wie es ihm geziemt, aber bitte zuhause! Kampf den Gotteshäusern! Kampf der Zurschaustellung scheinheiliger Religiosität! Kniet, fleht und erniedrigt euch meinetwegen selber, aber verschont mich mit eurem Anblick! Lasst die Erbsünde donnernd über euch herniederkrachen, aber bitte, verschont den öffentlichen Raum! Die Atheisten tolerieren so lange, bis die ersten Scheiterhaufen wieder brennen. Gott ist Privatsache und, bis er persönlich interveniert, hat dies auch so zu bleiben. Verbannt die Bibel, die Thora und den Koran in den Bereich der Geschichtsbücher, da gehören sie nämlich hin und lacht herzlich darüber, wie komisch deren vormittelalterliche Erklärungen natürlicher Phänomene wie Schläfenlappenepilepsie (Paulus) und Hirndehydratation (der ganze Rest war offensichtlich zu lange in der Wüste) waren. Es gehört schon ein arger Sonnenstich dazu, wenn einem Erzengel, der Teufel und der Herr höchstpersönlich begegnen. Zog nicht auch Moses vierzig Jahre durch die Wüste, bis ihm seine Erleuchtungen kamen? Auch an der Bergpredigt habe ich so meine Zweifel. Heißt es dort nicht immerzu »selig sind«? Alles gut und schön, aber wer seliggesprochen wird, ist naturgemäß tot. Wie kann man Theologie studieren, ein Fach dessen Objekt noch nie nachgewiesen wurde. Und bei dem Begriff »Islamwissenschaft« wird mir komplett übel. In Wissenschaft steckt Wissen, deswegen heißt sie ja so! Eines ist leider ganz gewiss: Sage mir, zu wem du betest, und ich sage dir, wer du bist.

Dead line

War ja klar! Die Uhren sind vorgestellt und mein Hirn tapert bis zur erneuten Umstellung eine Stunde hinterher. Als ich mich wie üblich zwischen sieben und acht aus dem Bett quälte- warum ich das tue, versteht kein Mensch- war es bereits zwischen achte und Neune und so etwas bringt einen leicht zwangsgestörten Vertreter der menschlichen Rasse schier um den Restbestand Verstandes. Die Dinge müssen bei mir bis zu einer bestimmten Uhrzeit erledigt sein und, wenn ich diese verpasse, fange ich gar nicht erst an. So verstrichen heute Vormittag etliche Fristen. Es entfielen am heutigen Tage das Staubsaugen und das Wäsche und Hundematten waschen und beinahe entfiele auch dieser Blog, aber da ich erst um Punkt vierzehn Uhr einzukaufen pflege, muss ich die Zeit bis dahin überbrücken, da andere Putzvorgänge wegen überschrittener Termine einfach von mir nicht mehr in Angriff genommen werden können. Einige Anrufe werden ebenfalls nicht getätigt, wegen: siehe oben. Natürlich hat mein Mann Probleme mit dieser meiner Einstellung, denn oftmals muss er sich mit der Erklärung abfinden, dass er bis siebzehn Uhr eine Chance bei mir gehabt hätte, es sich aber aufgrund seiner Verzögerung eben alles irgendwie verzögere. Denn merke: Auch der Zeitpunkt der sexuellen Befriedigung will wohl gewählt sein. Wo kämen wir denn da hin, wenn das Prinzip Lust das alleinige gültige wäre?! Und sollte Genosse Tod bei mir auftauchen, wird er wohl unverrichteter (!) Dinge wieder gehen müssen, wenn es zeitlich bei mir gerade überhaupt nicht passt. Gestorben wird nur am frühen Nachmittag, also um fünfzehn Uhr, wenn ich eh meinen toten Punkt habe und er sich keine weiteren Umstände machen müsste. Außerdem ergibt die Bezeichnung Dead Line somit erst Sinn.

Männliche Hirnregionen

Im Moment habe ich es mit Hirnregionen. Es wird vermutet, dass sich in männlichen Hirnen ein Bereich befindet, den wir an dieser Stelle einmal die »Nichts-Region« nennen wollen. Wenn dieses Areal eingeschaltet wird(?), denkt Mann nichts, fühlt Mann nichts und ist praktisch nur noch physisch vorhanden. Liebe Frauen glaubt mir, wenn euer Gatte in diesen Apha-Wellen-Modus wechselt, könntet ihr ihn durch einen Dummie ersetzen, wobei der Unterhaltungswert der Gleiche bliebe. Einzig Reize, die Sportarten wie Formel 1 oder Fußball betreffen, dringen in diesen, dem weiblichen Geschlecht praktisch unvorstellbaren Zustand vor und so kann es geschehen, dass Frau den Mut fasst, ihre geheimsten sexuellen Wünsche preiszugeben, wovon dann lediglich das Torergebnis der bevorzugten Mannschaft haften bleibt, denn die Sportschau wird, wenn Frau zu dieser Beichte ausholt, nicht abgestellt, sondern der Ton wird womöglich noch lauter gedreht. Natürlich kann Frau diese dem Sportnirwana gleichkommende Verfassung ausnutzen und aussprechen, was sie immer einmal sagen wollte, aber da ist ein Dummie zu bevorzugen, denn der verlangt kein sauberes Haus, ebensolche Wäsche, regelmäßige Mahlzeiten, oder wonach dem Männerherzen sonst so ist. Manchmal bekomme ich den Eindruck, dass diese »Nichts-Region« aus dem Verlangen heraus entstanden ist, sich wohlig die Decke über den Kopf ziehen zu können, wenn es ans Eingemachte, an das unter den Teppich gekehrte, über die Dinge über die Mann eben nicht spricht, geht. Liebe Damen sprechen sie probeweise Mal den Satz »Wir müssen reden« aus. Im Nanosekundenbereich wird der derart Angesprochene den Fernseher einschalten, sich in die Komfortzone der »Nichts-Region« flüchten und taucht zum Ende der »Aussprache« mit den Worten »Was du immer hast« wieder auf. Bestenfalls bekommt Frau dann noch den Tipp, sich ebenfalls ein Hirnareal der geistigen Minderbemitteltheit zuzulegen. Viele versuchen dies auch, schaffen es aber offensichtlich nur mit »Mutters kleinen Helfern«, wie das Valium, als es auf den Markt kam, genannt wurde. Da hatte sich die Pharmaindustrie nämlich überlegt, wie man der hysterischen Weiber Herr(!) werden könnte, da der voremanzipatorische Machtanspruch nicht mehr durchsetzbar war. Aber, so ernst wollte ich gar nicht werden. Kampf der Nichts-Region wollte ich vielmehr vermelden. Gleichberechtigung bedeutet nämlich nicht, dass Frau jeden Blödsinn mitmacht!

Uhrumstellung

»Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?« Die Älteren von uns erinnern sich vielleicht an den Abspann von Paulchen Panther. In Bälde wird mir dieses Lied jeden Morgen in den Sinn kommen, denn die Uhren werden vorgestellt. Nicht im Sinne von Bekannt machen, wie bei den Smartwatch, sondern in dem Unsinne, dass an der natürlichen Zeit herumgefummelt und Mensch und Tier aus seiner vom Sonnenstande bestimmten Bahn geworfen wird. Wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht und kein Schatten geworfen wird, ist es zwölf Uhr mittags!!! Sagt das evolutionäre Zeitgefühl und sage ich!!! Nun soll es ja jeglicher Wirklichkeit enthobene Schwachköpfe geben, die einfach mal mir nix, dir nix beschließen, dass der Stand der Sonne durchaus zu vernachlässigen ist, wenn wirtschaftliche Verbesserungen zu erwarten sind. Ich warte stündlich darauf, dass diese Hohlbohrer sich Ebbe und Flut zuwenden, aber da ist die Natur noch Herr oder Frau des Geschehens. Wenn sich nun herausstellt, dass der Schaden den Nutzen überwiegt, würde jeder vernünftige Mensch seine Aktion überdenken und rückgängig machen, wobei hier die Betonung auf vernünftig liegt. Vielleicht hat hier auch die deutsche Bahn ihre Hand im Spiel, die bei der Umstellung auf die Winterzeit Spitzenwerte bei der Pünktlichkeit erreicht. Wann kommt schon einmal ein Zug eine Stunde früher als erwartet? Möglicherweise wird eine Art jährlicher Schnitt errechnet und so dem ungeduldigen Bahnkunden glaubhaft gemacht, dass die übliche Verspätung nur eine sogenannte Gefühlte ist. Aber ich war ja noch bei vernünftigen Menschen und dem Rest. Denn wisse, nur wer Probleme mit der Ratio hat, den zieht es auf einen europaparlamentarischen Posten. In allgemeiner Wirrnis wird dort ventiliert und diskutiert und schließlich beschlossen, was sich dem normal funktionierenden Geist auf Anhieb nicht recht erschließen will. Dieses Jahr werde ich in einen Zeitumstellungsboykott eintreten! Da ich Gott sei Dank nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin, alldieweil sie hier bei uns im ländlichen Raum nicht existieren, könnte ich die Nummer durchziehen. Einzig mein Mann wäre der Leidtragende, da er auf seine Mahlzeiten jeweils eine Stunde warten müsste. Aber, hier geht es um das Prinzip! Da kann und wird auf männliche Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen!

Hirnforschung

Durch Zufall stießen Hirnforscher auf einen besorgniserregenden Befund. Bei MRT-Aufnahmen, die aufgrund anderweitiger diagnostischer Indikationen entstanden, wurde deutlich, dass sich zwischen den Scheitellappen und dem Frontallappen, der für unser rationales Denken zuständig ist, zunehmend ein weiterer Hirnlappen dazwischen drängt. Die höchste Aktivität zeigt dieses zusätzliche Hirnareal, wenn der Wille zur Veränderung durch eine desaströse Motivationslage nicht verwirklicht werden kann. Die Hirnforscher sprechen in diesem Zusammenhang nun vom Jammerlappen, bei dem noch nicht klar ist, ob er eine evolutionäre Weiterentwicklung, oder einen Rückschritt darstellt. Es häufen sich aber Stimmen, die diese Entwicklung in den Bereich der Pathologie rücken, da Ersatzhandlungen, wie vermehrte Nahrungsaufnahme, übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum oder die Flucht in die neue digitale Medienwelt das Wachstum des Lobus lamentatus, wie der wissenschaftliche Name lautet, befördern. Volkstümlich ausgedrückt heißt dies, wenn man will, aber nicht kann, weil alle anderen außer einem selber an einer misslichen Lage die Schuld tragen und man sich an dieser Verschwörung gegen die eigene Person dadurch rächt, dass man sein Hirn wie auch immer wegtankt, breitet sich der Jammerlappen invasiv bis in den Frontallappen aus, sodass rationales Denken mehr und mehr erschwert wird. Dies schlägt sich auch im Wahlverhalten nieder, wo sogenannte Retter, egal welchen Blödsinn sie auch immer schwafeln, den meisten Zuspruch finden. Es scheint sich um ein weltweites Phänomen zu handeln, wie jüngste Wahlergebnisse zeigten. Was ist dagegen zu tun? Hoffen lässt, dass die Verabreichung von Kant-Texten in vereinfachter Form offensichtlich in der Lage ist, die Entwicklung des Jammerlappens zu stoppen. Ob der fatale Prozess komplett rückgängig zu machen ist, werden neuere Studien ergeben.

Viagra

Neulich versicherte mir ein guter Bekannter-aus welchem Grund auch immer- er wäre mit seinen mittlerweile 62 Jahren einer derjenigen Männer, die noch ohne Hilfsmittel wie Viagra, Cialis, oder wie die Pillenkrückstöcke der männlichen Eitelkeit auch heißen mögen, auskäme. Sofort fiel mir der Film Harry und Sally ein, in dem die Filmfigur Harry behauptet, der einzige Mann auf der Welt zu sein, dem noch nie eine Frau einen Orgasmus vorgetäuscht hätte, obwohl Sally ihn nachdrücklich darauf hinwies, dass 90% der Frauen zugaben, dies bereits getan zu haben Da legt Mann wert drauf, auf seine Einzigartigkeit. Nun macht Pfizer mit seinen blauen Pillen einen Milliardenumsatz und, da ich nicht davon ausgehe, dass Frauen sie schlucken- ich habe es probiert, bringt überhaupt nichts-, muss ich hier wieder von einem Fall von Selbstbetrug der holden Männlichkeit ausgehen. Selbst der klapprigste, mehr dem Tod als dem Leben näherstehende Mann ist der festen Überzeugung, dass die blutjunge Partnerin an seiner Seite, seiner Männlichkeit und nicht seinem Portemonnaie verfiel. Diese Fälle sind ja noch relativ harmlos. Richtig gefährlich wird es, wenn Mann sich auch noch einredet, zu etwas berufen zu sein. Mir persönlich ist noch keine Frau begegnet, die sich in die Wüste zurückzog, dort Gott dem Herrn, dem Teufel oder dem Erzengel Gabriel begegnete und aufgrund dieses Wahns die Welt aus den Angeln hob. Aber, die Hysterie wird den Frauen angedichtet (!) aus der irrigen männlichen Vorstellung heraus, dass die unbeschäftigte Gebärmutter des Weibes in ihrem Leib herumirre und ihr somit irgendwann zu Kopf steige. Schließlich stammt Hysterie vom griechischen Hystera, dem Wort für Gebärmutter ab. Jetzt stellt sich Mann natürlich nie die Frage, wo die weibliche Hysterie heutzutage hin ist, wo doch in der westlichen Welt die Zahl unbeschäftigter Gebärmütter steigt. Kann es vielleicht daran liegen, dass der weibliche Orgasmus anerkannt, zugelassen und zunehmend angestrebt wird? Wozu der sogenannte Samenstau des Mannes führt, erkennt man am Zustand des Nahen Ostens, der katholischen Kirche und des Planeten insgesamt. Aber hier ist nicht von einer Geisteskrankheit die Rede, sondern dies ist dem männlichen Pioniergeist geschuldet und wo Mann sich nicht großen Dingen widmen kann, widmet er sich eben den Kindern. Aber ich war ja noch bei den blauen Pillen, dem blauen Wunder unserer Zeit. Anstatt sich dem Triebe ab- und dem Denken zuzuwenden, werden sich die Dinger bis zum Herzinfarkt eingebläut (!), aber andererseits ist dann auch endlich Ruhe.

Ocean Waves

Die gute alte Dauerwelle ist wieder da! Nur heißt sie nicht mehr so, das klänge doch zu großmütterlich altbacken. Ocean Wave hört sich auch viel geiler, hipper, oder wie die Jugend heute das Nonplusultra des Stylings nennt, an. Und so sitzt Mann und Frau kostenintensiv beim Frisör und lässt sich oceanmäßig zurechtlocken, anstatt das Geld für die Rettung unserer Ozeane zu spenden. Es käme ein erkleckliches Sümmchen zustande, glauben sie mir, denn Frisöre lassen sich die säure- und laugengeschädigten Hände teuer bezahlen. Während des Dauerwellvorgangs läuft noch jede Menge Chemie in den Abfluss, aber Mann und Frau freut sich, dass die Verwirrtheit des Hirns in Bälde oben auf dem Kopf erkennbar sein wird. Schließlich sind wir hier, um Spaß zu haben und nicht, um den Planeten zu retten. Nach mir die Sintflut, gewisserweise. Zum Abschluss wird zwecks Definierung der Locken noch ein wenig Mikroplastik verseuchtes Gel ins Haar geknetet, und ein weiterer Meeresbewohner nähert sich der Liste der bedrohten Arten. Neue Trends gehen eben in Richtung Umweltzerstörung; da machste nix dran! Jetzt warte ich eigentlich nur darauf, dass die Hundefrisöre demnächst den Pfiffies ein wuschelig-lockiges Fell verschaffen, denn der Pudel ist aus der Mode. Dabei hätte er die Lockenpracht in seinen Genen! Dabei fällt mir auf, dass seit Jahrzehnten keinen Pudel sah, was natürlich auch daran liegen kann, dass diese Rasse zwecks Haarglättung ebenfalls beim Frisör war. Da hätte man den Pudel besser kringelig gelassen, denn wenn Herrchen oder Frauchen sich diesen dann auf die Kopfhaut gesetzt hätten, ergäbe dies auch den Effekt der Ocean Waves und Mann oder Frau – ist das eigentlich gendermäßig korrekt, wenn ich fortlaufend den Mann zuerst nenne? Egal. Wo war ich gerade? Dieser ganze Genderblödsinn bringt mich jedes Mal aus dem Konzept. Ach ja Frau und Mann – schönen Gruß an die Genderzicken – hätten das Ersparte für die Erhaltung echter Ocean Waves einsetzen können. Meine Schwiegermutter pflegt zu sagen: Krause Haare, krauser Sinn und da steckt der Teufel drin. Ein kleines entschuldigendes Lächeln an die Naturgelockten. Andererseits können die jetzt damit aufhören, sich die Lockenglätten zu lassen.

Zukunft

Der Konflikt, in dem ich mich gerade befinde, ist überlebensgroß. Er betrifft zwar nicht mich, was die Folgen betrifft, denn in zwanzig Jahren bin ich, bei meinem Zigarettenkonsum, eh tot und könnte mir sagen, nach mir die Sintflut- es ist schon erstaunlich, wie sehr sich dies bewahrheiten wird, wenn wir den Klimawandel weiter leugnen, aber egal, ich kann mich nicht zwischen Sarah Wagenknecht und Alice Weidel entscheiden. Als fürsorgliche Mutter bin ich vor allem an meiner Brut interessiert und ich kann nicht entscheiden, ob es links oder rechts rum gehen soll, um deren Überleben zu sichern. Die Kleine ist Gott sei Dank da raus, denn sie will sich nicht fortpflanzen, aber die Große überlegt noch. Scheiße, wenn ich die Lebenserwartung meiner Töchter berechne, wäre ich in siebzig Jahren da raus, und jetzt werden mir noch womögliche Enkel präsentiert, um die ich mir auch Sorgen mache, denn, wenn ich bedenke, dass es in hundert Jahren hier nur Muslime gibt und halb Deutschland unter Wasser steht und die Muslime keinen Schwimmunterricht erlauben, könnte ich mich bequem zurücklehnen und bei einem Glas Wein die Sache mit der Sintflut so richtig genießen. Jetzt überlege ich, weil ich mich wirklich nicht zwischen Wagenknecht und Weidel entscheiden kann, ob ich meiner Großen nicht heimlich Verhütungsmittel verabreiche, damit ich mir um die Zukunft meiner Enkel, um Europa, um die Welt überhaupt keine Gedanken mehr machen muss. Ganz ehrlich, wer schaut schon einen Bericht über das Klima, über den Clash der Kulturen, von dem man noch nicht weiß, ob er eine Erfindung der Medien ist, wenn im anderen Programm DSDS mit Dieter Bohlen läuft? Und ich möchte mich lieber mit der Frage beschäftigen, wie ich meine Wäsche noch frühlingsfrischer bekomme, als mit den handelsüblichen Weich- und Duftspülern, mich bequem zwischen zwei Produkten entscheiden, anstatt zwischen zwei Weltanschauungen. Was ich vor allen Dingen nicht wissen möchte, ist, ob die prognostizierte Glückseligkeit des Kapitalismus tatsächlich irgendwann einmal eintrifft.

Geschlechterkrieg

»Wir Frauen sind – nicht stellen! Bemerkung der Autorin- 52 % der Bevölkerung und kommen in der MUTTERSPRACHE nicht vor!« So die selbsternannte Sprachwissenschaftlerin Marlies Krämer, die die Einführung des /in auf Kontoauszügen vor dem Bundesgerichtshof erstreitet, und ich frage mich, wie schizophren geht es noch? Muttersprache, hallo? Da kommen die Männer nicht vor. Natürlich gönne ich der Achtzigjährigen die mediale Aufmerksamkeit, um die es ihr im Grunde genommen geht, aber irgendwo hört es auf. Wenn örtliche Glockenspiele, die »Fuchs du hast die Gans gestohlen« intonieren geändert werden, weil so ein frustriertes Weibsbild mit ihrem Leben nichts Besseres anzufangen weiß, als der Allgemeinheit auf den Geist zu gehen, dann ist etwas faul in den Köpfen. Und wenn ich weiterhin erfahre, dass die Uni Leipzig jetzt nur noch Professorinnen gelten lässt, also die Männer komplett eliminiert, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es langsam Zeit für die Emanzipation des Mannes wird. Ich meine, wenn Frau Zeit hat, zu rekapitulieren, wann, wer, wo ihr vor 20 Jahren, womöglich noch unbeabsichtigt, ans Knie fasste und dies Männern zum Vorwurf macht, obwohl sie selber es war, die nicht prompt reagierte und damit alle Frauen, die wirklich unter Unterdrückung leiden in den Hintergrund drängt, dann möchte ich diesen Geschlechtsgenossinnen am liebsten die »Augen auskratzen«. Übrigens ein Frauenklischee, das ich hier in diesem Zusammenhang sehr gerne bediene. Die Suffragetten, die damals auf die Straße gingen, um die Frauenrechte zu erkämpfen, hatten bestimmt keine Sprach- oder Formularkosmetik im Sinn- hoffe ich zumindest- und während die Vielweiberei in Deutschland wieder Fuß fasst, beschäftigt sich der Bundesgerichtshof mit Bankformularen. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte! Das wäre doch mal ein Beschäftigungsfeld für die Professorinnen der Uni Leipzig. Einfach mal den muselmanischen Paschas mit ihrer Zweit- und Drittfrau entgegen treten, aber dafür fehlt anscheinend die Zeit, denn es müssen Gedichte von Wänden getilgt werden, deren sexistische Komponente sich mir auch nach mehrfachem Lesen nicht erschließt. Da hat sich letztens eine Anwohnerin des Kölner Zoos über den Lärm der Seehunde beschwert, während ihr die zunehmende Anzahl von dauerschwangeren, zum Teil minderjährigen Kopftuchträgerinnen offensichtlich egal ist. Die Männer müssen doch in ihrem Vorurteil, dass Frauen irgendwie nicht richtig ticken, von unserem eigenen Geschlecht dauerbestätigt werden. Hier möchte ich Nietzsche beinahe Recht geben und bei einigen meiner Geschlechtsgenossinnen nicht nur eine Peitsche mitnehmen.