Positive Psychologie

Sogar die Fachzeitschrift für Macken aller Art die »Psychologie Heute« erkennt die positive Psychologie als eines der heilenden Wundermittel für Körper und Geist an. Es ist schon erstaunlich, was man erreichen kann, wenn man sich in stiller Stunde gut zuredet. Nun kann man wahlweise seine Wünsche ins Universum schicken, an seinen inneren Schweinehund appellieren, oder seinem Unterbewusstsein auf die Füße treten, was jemand für sich und mit sich beredet, bestimmt, wie er an und für sich auftritt. Die Ratgeber zum Thema füllen unüberschaubare Regalmeter. Wenn man es schafft, in sein Innerstes vom Inneren vorzudringen und erkennt, wie genial und zu allem fähig man im Grunde genommen ist, fehlt es nur noch an der praktischen Umsetzung, und die Welt liegt einem zu Füßen. Aber, wie so oft, prallen Theorie und Praxis heftig aufeinander. Es ist aber auch ärgerlich, wenn man mittels geistiger Umnachtung, der Zustand des komplett geistig weggetretenen, wenn man so will, einen Parkplatz in der Innenstadt bestellt und dort angekommen, feststellen muss, das man sein Fahrzeug nirgends lassen kann. Trance durch Selbsthypnose ist nur schwer zu erreichen. Selbst Merkel brauchte mehrere Regierungsperioden, um diese selige, mit nichts zu vergleichende Verfasstheit, zu erreichen. Dabei hätte man recht früh erkennen können, dass unser aller Mutti, repräsentiert durch die Merkel Raute, die quasi den eigenen Bauchnabel ins Zentrum allen Strebens rückt, unentwegt an ihrer Trance arbeitete. Aber bei ihr wirkt nicht nur die Selbst- sondern auch die Fremdhypnose, wie man an der verwirrt erwachenden SPD erkennt. Vielleicht hat sie ja ganz zu Anfang ihrer politischen Karriere einen dieser vielversprechenden Ratgeber verinnerlicht, zusammen mit dem unablässigen, wiederkehrenden Mantra, dass sie die mächtigste Frau der Welt werde. Funktioniert nicht immer, wie man an Schulz sieht. Durch die endlose Wiederholung des Satzes »Ich werde Kanzler«, wird dies nicht wahrer. Er hätte zu sich selbst, anstatt zu den Wählern sprechen müssen. Außerdem hätte er sich durch die Selbstgespräche noch den alles erklärenden Weg in den Irrsinn offen gehalten. Jetzt muss nur noch die Wählerschaft in positive Trance fallen, denn wer weiß, wie lange Merkel sich schon zuflüstert »Ich bleibe für immer Kanzlerin«, und da möchte man doch nicht im Weg stehen. Wer sich selbst glaubhaft einredet, er würde Präsident, der wird es auch, wie man an Trump sieht. Haben wir es allesamt statt mit Verschwörungen mit Beschwörungen zu tun? Man weiß es nicht. Was ich hingegen weiß, ist, dass ich noch heute mein ureigenstes Mantra aufnehme und bis zur Erreichung meines Ziels beibehalte. Worum es dabei geht, verrate ich nicht, denn sonst macht die Sache nur halb so viel Spaß.

Endsieg

Unser autonomes Nervensystem sowie unser Körper im Allgemeinen haben es nicht leicht mit uns. Ich meine, wer hört schon auf Signale wie: Schlaf, trink, iss, oder tob dich sexuell mal wieder aus! Auch dringend der Selbsterhaltung dienende Befehle wie: »Dem gehört Mal kräftig was auf die Nase gehauen!«, werden ignoriert. Der zivilisierte Mensch pflegt sich im Griff zu haben, auch wenn dies zum Würgegriff ausartet. Völlig paradox wird es, wenn in bedrohlicher Situation, verzweifelt an die eigene Kehle gefasst wird, anstatt die des Gegners genüsslich zuzudrücken. Und so halten und halten und halten wir unermüdlich die andere Wange hin, sogar noch am Boden liegend, während der Gegner über uns hinwegstapft. Dann wundern wir uns, dass die Weltherrschaft nach und nach von den Bösen übernommen wird, weil, nach der Weltherrschaft zu streben ist in unseren Augen eben böse. Bin einmal gespannt, wie lange es diesmal dauert, moralische Empörung in Kampf umzuwandeln, denn Potentaten braucht man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen, wie die Geschichte zu berichten weiß. Es kehrt eben keine Ruhe ein, wenn sagen wir einmal, ein Viertel der Weltbevölkerung Gewalt als archaisch überkommen abstempelt, der Rest aber munter drauflosschlägt, wenn ihm aus irgendeinem Grunde irgendetwas nicht passt. Dauernd wird uns durch die Märchenmedien versichert, dass das Gute am Ende gewinnt; wir müssen nur durchhalten, bis ewige Gerechtigkeit herrscht. Und so schauen wir meuchelnd völkermordenden Horden zu, denken, dass dies schon wieder wird und schalten auf ein anderes Fernsehprogramm. Dabei gibt es Menschen, die nur dazulernen, wenn es richtig, richtig wehtut! Sofort der Hammer auf den gierig ausgestreckten Finger, wirkt Wunder. Dass begehrlich blickende Auge, lernt erst blau umrandet hinzu und, wieso laufen prahlerisch die Wahrheit verdrehende Mäuler noch mit kompletten Gebissen herum? War das Faustrecht wirklich so schlecht, wie es uns immer vorgegaukelt wird? Es wäre doch einmal interessant zu erfahren, wie viele Opfer dem nicht eingreifenden Pazifismus geschuldet sind. »Aber wir können doch nicht …!«, aber sicher können wir, sofort, auf der Stelle und mit überlegener Bewaffnung, die davidsche Steinschleuder zu Hause lassend, denn der allmächtige Herr greift nicht ein, und wenn wir uns noch so sehr auf den Kopf stellen. »Ja aber, wo führt dies im Endeffekt hin?«, wird gewisslich mancher Oberschullehrer einwerfen. Tja, das ist so eine Sache. Man weiß es nicht. Was man weiß ist, dass das Gute auf jeden Fall verliert, wenn es sich nicht wehrt. Und kommt mir jetzt nicht mit Ghandi, oder dem friedlichen deutschen Mauerfall. Das war pures Glück! Wenn die politische Gesamtsituation eine andere gewesen wäre, hätten sich die damaligen Menschen zu Tode demonstrieren können, ohne etwas zu bewirken.

Ruhig Blut

Eine Tugend geht uns immer mehr verloren, nämlich die Fähigkeit etwas auf sich beruhen zu lassen. Wenn sich jemand über ein örtliches Glockenspiel aufregt, weil die Melodie von »Fuchs, du hast die Gans gestohlen« stammt, oder das mittlerweile anrüchige »in« auf Überweisungsträgern vermisst, bekomme ich das Gefühl, das hier einiges entschieden in die falsche Richtung abdriftet. Das »Mimimi« unterbeschäftigter Zeitgenossen- man sieht, ich beherrsche Teile der Jugendsprache- mag ja meinethalben ruhig stattfinden. Was hingegen nicht in Ordnung ist, besteht darin, dass dem geradezu eilfertig nachgekommen wird. Wer sich auf Nebenschauplätzen tummelt, verpasst die eigentliche Handlung und, während wahrscheinlich alle Überweisungsträger überarbeitet und ersetzt werden, kümmert es keinen, dass Deutschland im Ranking der Korruption auf Platz 12 abgerutscht ist, weil das Land von Lobbyisten regiert wird. Aber auch die »legitime« Politik wird von Eigeninteressen geprägt. Nehmen wir einmal Niedersachsen. Eine Groko bringt viel Kroppzeug mit sich, das beschäftigt und alimentiert werden will. Ja, und was macht man da? Man richtet ein neues Ministerium für Europa- Kostenpunkt ca. 1,7 Milliarden- ein. Da hätten wir 120 Däumchendreher schon mal gut weg. Dass die Kreativität der Politiker sich auf die Schaffung unnützer Einrichtungen und der zunehmenden Verschwendung von Steuergeldern beschränkt, kümmert den Beschränkten nicht, da er sich lieber darüber erregt, dass öffentliche Toiletten für das dritte Geschlecht fehlen. Wie ist dieser Mangel seit Gründung der Bundesrepublik ertragen worden? Wie konnte Berlin ohne den BER bestehen? Es sollen ja schon Berechnungen darüber angeführt werden, ob es nicht preiswerter ist, einen beliebigen, funktionierenden Flugplatz zu nehmen und Berlin rundherum neu zu errichten. Aber ich gleite ab. Die Beschäftigungsfelder selbsternannter »Rechtler« sind gar zahlreich und gefühlt kommen beinahe täglich welche dazu. Ich werde jetzt auch ein Rechtler und setze mich für die lange vernachlässigte Stubenfliege ein. Anstatt die Tierchen zu hegen, zu pflegen und zu füttern, werden sie gnadenlos durch Fliegengitter von ihrem bevorzugten Revieren fern gehalten. Schlimmer noch, wenn sie es trotz aller Abwehrmaßnahmen schaffen, in die Stube zu gelangen, werden sie brutal mit Fliegenklatschen hingemeuchelt. Berge dieser Vernichtungswaffen kommen auf den Markt, kaum dass Fliege und Fliegerich bei steigenden Temperaturen zaghaft ihre Köpfchen heben, um einen ersten Rundflug zu starten. Das darf so nicht weiter gehen! Es ist hohe Zeit für eine/n Fliegenrechtler/in. Zur Not klage ich mich bis zum Verfassungsgericht hinauf! Wollen doch mal sehen, ob wir die unterbeschäftigten Richter/innen nicht ans Arbeiten bekommen. Besonders benachteiligt sind die Homosexuellen unter der bedauerlich abnehmenden Fliegenschar. Mir ist nicht bekannt, dass sie das Recht hätten, die eine oder andere Made zu adoptieren, um ihre individuelle Lebensweisheit weiter zu geben. Wenn diese Randgruppe es endlich geschafft hat, zu ihrem Recht zu kommen, weite ich meine Bemühungen auf die Mücken aus, denn selbst der Volksmund weiß darüber berichten, dass man aus einer Mücke einen Elefanten machen kann. Was natürlich das Gegenteil von »etwas auf sich beruhen« lassen darstellt.

Dinge, die die Welt nicht braucht

Im gestrigen Werbeblatt der Postenbörse wurde ein »Hundestrandkorb mit gepolsterter Liegefläche für innen und außen in verschiedenen Farben plus schwenkbarer Napfhalterung mit herausnehmbarer Schale« angeboten. Für sage und schreibe günstige 149,99 Euro ist dieses Produkt in den Filialen erhältlich. Jetzt verwunderten mich gleich drei Dinge. Erstens: War eine Petition der gesammelten Hundeschaft eingegangen, die ihr Ende als Rasse verkündete, wenn dieses Ding nicht auf den Markt gebracht würde? Zweitens: Wissen Hunde überhaupt, wofür ein Strandkorb gut ist und wie man ihn benutzt? Drittens: Warum versuchte mein Mann verzweifelt, diesen Prospekt vor mir zu verbergen? Nun kann ich nur über das Drittens Spekulationen anstellen. Dass meine Hunde verwöhnte Viecher sind, weiß ich selber und über meine Entscheidung bei dem vielleicht einmal anstehenden Ultimatum: Mein Mann oder die Hunde, ist der Ausgang bislang reichlich ungewiss, aber mein Göttergatte würde mich doch im Leben nicht für so verrückt halten, dass ich dieses Produkt einer zunehmenden Wohlstandsverwahrung käuflich erwerbe! Oder vielleicht doch? Fakt ist, dass er jedes Mal, wenn ich mich freudig auf die Angebotskataloge der Woche stürze, irgendetwas von »Dingen, die die Welt nicht braucht« murmelt. Gewiss war der Kauf der Küchenuhr, die die volle Stunde durch fröhliches Vogelgezwitscher anzeigt, nicht der Knaller, für die ich sie anfangs hielt, aber auch ich habe meine Grenzen. Wobei …., so ein schattiges Hundeplätzchen, wenn ich im Garten liege …Aber ich komme vom Thema ab. Auf jeden Fall sind die batteriebetriebenen Bewegungsmelder, die ich in großer Anzahl erwarb und an jeder Wand anbrachte, die nicht schnell genug das Weite suchte, nicht in der Rubrik »nicht nötig« unterzubringen. Ich kann jetzt nämlich abends durch das stockdunkle Haus wandern und bei der kleinsten Bewegung meinerseits erstrahlen überall Lichter, als wäre ich ein Filmstar, dem das persönliche Spot-light vorauseilt. Blöd ist nur, dass die herumwuselnden Hunde den gleichen Effekt auslösen, was einem erholsamen Schlaf durchaus abträglich sein kann. Aber ich komme schon wieder vom Thema ab. Ich war ja noch bei den Hundestrandkörben. Eigentlich für 149,99 Euro ein Schnäppchen. Und als passionierte Schnäppchenjägerin, die ich nun einmal bin, könnte ich doch …Der halbwadenhohe Richard würde problemlos hineinpassen, aber, was mache ich mit Satchmo? Bei seinem Stockmaß von irgendetwas über 1,50 m bräuchte er einen Menschenstrandkorb. Wobei ich diesen Menschenstrandkorb ja auch benutzen könnte, wenn ich mich mit ihm, dem Riesenhund, zeitlich einigte. Ich warte einmal die nächsten Prospekte ab. Vielleicht gibt es ja beide Arten von Strandkörben demnächst im Doppelpack zum Sonderpreis.

Unterbelichtete Frauenköpfe

Uns ist meist nicht bekannt, wie frauenfeindlich diese unsere Welt immer noch ist, wären da nicht die chronisch unterbeschäftigten Damen, die wie die Trüffelschweine – oder sagt man Schweininnen, bzw. Säue- jeden noch so kleinen Genderverstoß aufstöbern, der ein Leben als wahre Frau quasi unmöglich macht. Neueste, nicht hinzunehmende Diskriminierung: die Überweisungsträger der Banken. Wenn man nichts anderes zu tun hat und sie einmal ganz genau anschaut, fällt einem, bzw. einer natürlich auf, dass dort nur »Kontoinhaber« steht. Welch ein Drama im Geschlechterkampf! Dort müsste natürlich »Kontoinhaber/in« stehen! Was dann dort stehen müsste, wenn sich jetzt auch noch die Transgendergruppe empört zu Wort meldet, müsste sprachschöpferisch noch kreiert werden, denn durch einen kleinen Schrägstrich repräsentiert zu werden, geht überhaupt nicht. Mensch/in böte sich an, aber dies riefe Wehrwölfe und Vampire, die gerne mal als Fledermaus daherkommen auf den Plan. Ich frage mich, ob sich diese Trüffelschweininnen, bzw. Säue darüber im Klaren sind, wie sehr sie ernsthafte Bemühungen um die Gleichstellung von Mann und Frau mit ihrem hirnverbrannten Blödsinn in Misskredit bringen. Nach dem Motto, dass Mann sich um die großen Dinge kümmert, während sich Frau über Kinkerlitzchen wie abgebrochene Fingernägel oder unvollständige Überweisungsträger mokiert. Wer nichts weiter zu bewachen hat, bewacht halt die Sprache! Da hält eine Burkha-Barbie fast unbemerkt Einzug in die westliche Welt und keinen, bzw. keine stört es so richtig, aber so ein Überweisungsformular, das birgt den Sprengstoff der Selbsterregung, bzw. Selbstbefriedigung! Männer brauchen sich überhaupt nicht anzustrengen, um zu beweisen wie kindisch-albern es in der »Frauenwelt« zugeht. Nein, da steht Frau ganz allein ihren Mann, bzw. ihre Männin! Und wenn ich mitbekomme, dass meiner Jüngsten, die ihren Beruf mit Schauspieler angab, von sendungsbewussten Geschlechtsgenossinnen beinahe die Augen ausgekratzt wurden, weil sie das »in« vergaß, dann ist da was mächtig faul im Frauenstaat. Liebe Trüffelschweininnen oder Säue oder wie auch immer, beklagt euch über Wesentliches, wie die immer noch herrschende Lohnungleichheit, klagt euch deswegen bis zum Europäischen Gerichtshof hoch, aber schenkt der Tatsache, dass es immer noch keine Ampelmänncheninnen gibt, keine Beachtung! Wir wollen doch ernst genommen werden und nicht zu bloßen Lachnummerinnen verkommen!

Klagewelle

Meiner Ansicht nach gäbe es auf dieser Welt sehr viel weniger-blöde Formulierung, ich weiß-zu bereden, wenn man seine Beschwerden gleich beim richtigen Adressaten vom Stapel lässt. Aber wo bliebe dann der Spaß? Schöner ist es doch, sich bei dutzenden von Leuten, die nichts mit dem Sachverhalt zu tun haben, ausführlichst darüber auszulassen, wo wer uns wann und mal wieder mächtig auf den Schlips getreten ist. Ist dies jetzt gendermäßig korrekt? Weil ja der Schlips ein typisches Männerkleidungsstück ist, was nun auch wieder nicht ganz gendermäßig rein ist, weil, warum sollten Frauen nicht auch Schlipse tragen? Aber ich komme vom Thema ab. Beim richtigen Adressaten bliebe es bei einer einmaligen Klage, während, wenn man am Ziel vorbei schießt, die Möglichkeit zu einer wahren Klagewelle, aber was schreibe ich, zu einem wahren Klagetsunami bekommt! »Mein Arzt, meine Frau, mein Mann, mein Kind oder wer auch immer hat mir mal wieder nicht richtig zugehört!« Ja, wie denn auch, wenn man nichts sagt! Die Fähigkeit geistige Missbefindlichkeiten von der Stirne abzulesen, ist dem Menschen noch(!) nicht gegeben, aber vielleicht besteht ja in der Zukunft die Möglichkeit durch farbliche Wiedergabe neuronaler Aktivitäten auf der Haut, dem Chamäleon nicht unähnlich, das seine Stimmung auch gerne durch Farbwechsel ausdrückt, dem Ganzen im wahrsten Sinne des Wortes ein wenig Farbe zu verleihen. Rot vor Wut und gelb vor Neid funktioniert schon ansatzweise, warum sollte es nicht, um es möglichst einfach zu halten, auch schwarz für traurig und grau für depressiv geben? Rosa für verliebt böte sich ebenso an, wie der kunterbunte Farbrausch des sexuellen Höhepunktes, der ausdrückt, das man seine Neuronen kurzzeitig nicht im Griff hat. Dann erübrigt sich auch die Frage: hat sie oder hat sie nicht. Insgesamt zöge eine komplett neue Ehrlichkeit in jegliche Kommunikation ein und ich frage mich, warum die Evolution nicht bereits selbst auf diesen Gedanken verfallen ist. Dabei fällt mir ein, dass der Mensch an sich als Gruppenwesen angelegt ist und absolute Ehrlichkeit bei der Gruppenbildung durchaus störend sein kann. Wenn man die Frage, ob man die hier Anwesende oder den hier Anwesenden zur Frau oder zum Manne nehmen will, wäre alles, was über ein einfaches Ja hinausginge, der Ehe nicht sehr förderlich. Ein Ja, weil ich keine Bessere oder keinen Besseren abbekommen habe, führt zwangsläufig zu unschönen Diskussionen. Und jetzt stelle man sich vor, da stünde eine rosarot leuchtende Person neben einer gräulich angehauchten vor dem Traualtar, wo sollen wir denn dann mit den ganzen arbeitslosen Scheidungsanwälten hin, weil ja bereits zu Anfang klar wäre, das hier etwas beabsichtigt zusammenzuwachsen, was nicht zusammengehört. Bis rosarot zu rosarot findet, das dauert und da die Evolution nicht an unserem Wohlbefinden, sondern an unserer Fortpflanzung interessiert ist, verlieh sie uns keine Farbenspiele. Außerdem ist Nichts dem sozialen Zusammenhalt förderlicher, als gepflegt über nicht Anwesende herzuziehen. Da täuscht man doch gerne verbal ein leuchtendes Rosarot vor, bis das Corpus Delicti unseres Leides den Raum verlassen hat, um dann Mama oder Papa oder Sonst wen anzurufen, um den Tsunami Fahrt aufnehmen zu lassen!

Frühjahrsputz

Der Frühling naht und es wird langsam Zeit, dass die Männer zum Spielen rausgehen. Ich meine, der Winter war lang genug, was man zu reden hatte, wurde gesagt. Auch gehen mir die Reparaturen aus, die in Haus und Hof anstehen. Nicht, dass mein Gatterich sie erledigte, nein, er nimmt meine Anregungen gerne entgegen, um sich dann davor zu drücken. Da das Nesthockertum nicht dem männlichen Charakter entspricht, es sei denn, er wäre Philosoph und würde wenigstens gelegentlich sein Gehirn benutzen, treibt es den Normalmann-Gott sei Dank- bei den ersten warmen Sonnenstrahlen hinaus auf Feld, Wald und Flur. – Da rast doch gerade der erste Motorradfahrer dieses Jahres lautstark an meinem Haus vorbei- , aber wo war ich stehengeblieben? Ach ja, nichts ist so störend wie ein Mann beim Frühjahrsputz. Schlimm genug, wenn er herumlungernd zusieht, aber, wenn er meint, sich in irgendeiner Form einmischen zu müssen, möchte man ihn dem Staube gleich zum Fenster hinauswedeln. Da ist es schier vergeblich, ihn um die Reinigung der verblätterten Dachrinnen zu bitten, und sich so ein wenig Luft zu verschaffen, nein, was ein richtiger Hausmann ist, der treibt seine Hausfrau gerne in den Wahnsinn, in dem er unentwegt auf neuralgische Punkte in der Haushaltsführung weist. Dabei habe ich ein Jahr lang Zeit den jährlichen Frühjahrsputz zu erledigen, bis dann nach zwölf Monaten der nächste ansteht. Wer groß denkt, regt sich nicht über Kleinigkeiten auf! Aber, wie erwähnt, hat meine Leidenszeit bald ein Ende, je höher und je wärmer die Sonne scheint und der Mann endlich beginnt, die winterlich angestaute potentielle Energie in außerhäusige Aktionen zu verwandeln. Da Energie nicht verloren geht, sondern nur von einem Zustand in den nächsten wechselt, ist es mir bei weitem lieber, sie wird in Dinge umgesetzt, die ein Mann ebenso treibt, wenn er nicht durch ungünstige klimatische Bedingungen ans Haus gefesselt ist. Da kann unsereins seelenruhig ein Buch zu Ende lesen oder sämtliche Staffeln einer amerikanischen Serie schauen und dies, OBWOHL noch die eine oder andere häusliche Pflicht zu erledigen ist. »Geht mit Gott, aber geht«, dieser Wunsch wird umso wahrer, je länger die Ehe besteht. Zwar ist es hinterher anstrengend so zu tun, als würde man sich auch nur ansatzweise für die Freiluftheldentaten interessieren, aber das kennt man ja vom Kindergarten, wenn es, frisch heimgekehrt, aus dem Filius nur so herausprudelt, um spannend Erlebtes mitzuteilen. Merke: Eine Spitzkehre auf dem Motorrad wird durch endlose Wiederholungen nicht interessanter! Wenn es darum ginge, der holden Gattin die Sterne vom Himmel zu holen, wäre dies höchst lobenswert, aber auch dies lässt mit der Dauer der Ehe nach. Aus dem eben Geschilderten wird ersichtlich, dass es mehr als weise ist, den Ruhestand dort zu verbringen, wo eine stabile, sommerliche Hochdrucklage vorherrscht!

Rosenmontag

Irgendwie will mir am heutigen Rosenmontag das Lied von Margit Sponheimer- die Insassen von Altersheimen erinnern sich vielleicht- » Am Rosenmontag bin ich geboren« nicht aus dem Kopf. Äußerst deprimierend finde ich, dass ich den Text des gesamten Liedes noch mühelos zusammenbekomme. Wichtige historische Daten sind auf ewig nicht abrufbar im Labyrinth meiner Hirnwindungen verschwunden, aber banal nebenbei aufgeschnapptes ist nicht tot zu kriegen. Ob Werbungsgesang »Wenn der Abfluss mal verstopft ist, ja was ist denn schon dabei? Da nimmt man Abfluss frei, das macht den Abfluss frei«, oder anderweitig gar schauerlich Gereimtes, all dies verstopft, um beim Thema zu bleiben, wichtige Schaltstellen in meinem Gehirn. »Nichts geht über Bärenmarke, Bärenmarke zum Kaffee«, oder noch besser: »Wir geben ihrer Zukunft ein Zuhause LBS«, dieser Müll blockiert den Zugang zur Lösung existenzieller philosophischer Fragen. Und das Katzen Whiskas kaufen würden, bringt mich auch nicht so recht weiter. Obwohl, könnte nicht ein gewisser Reiz darin liegen, Konversation allein mit Werbetexten und mit sowieso nicht zu tilgenden Refrains des deutschen Schlagergutes zu bestreiten? Auf die Frage: Wie geht`s, könnte man problemlos mit : Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich« antworten. Wir könnten doch endlos aus der nie versiegenden Quelle des uns Eingebleuten schöpfen und wären nie mehr um eine Antwort verlegen. Wenn mein Mann das Haus verlässt, warum leide ich ihm nicht ein »Abschied ist ein scharfes Schwert hinterher, um dann zu einem »Nein, sorg dich nicht um mich. Du weißt, ich liebe das Leben« überzugehen, was dann in einem »und heut Abend hab ich Kopfweh, wenn du sagst, komm doch her« mündet. Irgendwelchen Zukunftsplänen meines Göttergatten, wäre dann mit einem »Red nicht von Projekt, wenn du nicht Hornbach meinst« zu begegnen. Und jedem, der mich ärgert, rufe ich zu: »Dann geh doch zu Netto!« »Die Geschichte der Menstruation ist eine Reihe von Missverständnissen« bietet sich als Universalargument zu jedem Thema an, wenn man Menstruation entsprechend ersetzt. Vielleicht sollte ich beim nächsten Einkauf »Ein ganzer Kerl dank Chappi« nicht allzu wörtlich nehmen, wenn ich ein Eintopfgericht plane, aber bedenkenswert ist dieser Slogan schon. Dann zum Nachtisch ein bis zwei Mars, die »verbrauchte Energie sofort zurückbringen« für »die kostbarsten Stunden(!) des Lebens«, schließlich »lieben wir nicht nur Lebensmittel«. »Darauf einen Dujardin!«

Politiker

Zu meinen Morgenritualen gehört, mir das Morgenmagazin der öffentlich-rechtlichen Sender anzuschauen. Heute fiel mir auf, dass ich noch vor dem zweiten Kaffee bereits geschätzte fünfzig Mal auf der Palme war, ob des gesammelten Schwachsinns, den unsere Politiker da wieder verzapfen. Da sitzen die Koalitionäre seit 24 Stunden beisammen und bei derlei übermüdeten Hirnen kann nichts Vernünftiges mehr zustande kommen. Aber, darauf wollte ich gar nicht hinaus. Fünfzig sinnlose Erregungszustände bedeuten den Verlust wertvoller Energie, die ich für den Tag benötige. Warum tue ich mir diese Sendung an? Es kann mir doch völlig egal sein, ob aus Flinten-Uschi Finanz-Uschi wird, oder ob Martin Schulz, wenn er denn Außenminister wird, komplett im Hintern von Sultan Erdogan verschwindet und zum Hauptfinanzier von Macrons hochfliegenden Europavisionen wird. Wäre schön, wenn mir dies wirklich egal sein könnte, wenn ich nicht vor allen Dingen wollte, das Deutschland auch noch für meine Töchter ein Land sein wird, in dem sie »gut und gerne leben«, ohne dass sie diesen zur Zeit wabernden Wahnsinn steuerlich unterstützen müssen. Im Prinzip müsste nur das Verursacherprinzip ohne Verjährung eingeführt werden. Dann würde unser Altkanzler Schröder nicht im neuen Liebesglück schwelgen und sich an den Töpfen von Gasprom satt fressen. Nein, jeder Cent, der ihm zufließt, käme Menschen zugute, die unter der Agenda 2010 leiden. Wer mit seinem Vermögen haftet, der handelt nun einmal nicht leichtsinnig. Mir ist auch kein Grüner oder Linker, selbst wenn es ihm finanziell so gut ginge wie dem Duo Gysi-Wagenknecht, bekannt, der notleidende Familien im eigenen Hause aufgenommen hätte. Es war halt schon immer gut reden, wenn ein anderer die Kosten dafür trägt. Ganz abartig wird es, wenn von Steuergeschenken(!) die Rede ist. Mach ich demnächst auch so. Ich nehme irgendjemanden etwas weg, gebe es ihm als großzügiges Geschenke wieder und erwarte entsprechende Dankbarkeit. Da sitzt dann da so ein Berufspolitiker, dessen einzige Befähigung das Reden um den heißen Brei herum ist und schenkt den wirklich Erwerbstätigen, was er ihnen vorher wegnahm. Das ist dermaßen absurd, dass mir schlichtweg die Worte dafür fehlen und mir zum einundfünfzigsten Male am heutigen Tag vor Empörung die Luft wegbleibt. Schön wäre auch, wenn Politiker auf Honorarbasis arbeiteten. Dann würde erst gezahlt, wenn etwas einigermaßen Vernünftiges zustande gekommen wäre. Irgendwie hat unser Politvolk komplett aus den Augen verloren, dass es von uns bezahlt und damit ausschließlich unserem Wohl verpflichtet ist. Jetzt könnte ich glatt zum zweiundfünfzigsten Male an die Decke gehen, aber ich bin zu erschöpft, um noch weiter zu monieren, wobei ich den Eindruck habe, dass es dem Rest der Bevölkerung genau so geht.

Whiskey versus Kopfrechnen

Heute liegt nichts Besonderes an. Mein Göttergatte kommt auch erst spät nachhause und Hausputz und Wäsche erledigte ich gestern. Also ein ganzer Tag um dem zu frönen, was-warum auch immer-weitgehend verpönt ist, dem Selbstmitleid. Eigentlich ein blöder Ausdruck. Wenn das Selbst an sich und an der Welt leidet, wer, wenn nicht es selbst bemitleidet es dann? Müsste es dann nicht eher Selbstleid heißen? Anders ausgedrückt gehen wir beim sogenannten Selbstmitleid automatisch von mindestens ach zwei Seelen in unserer Brust aus. Aber, welche von beiden, oder von mehreren ist dann die Eigentliche? Und wenn ich, was täglich der Fall ist, unentwegt mit mir selber diskutiere, wer diskutiert dann mit wem? Selbst Gott scheint diesem Phänomen erlegen zu sein, ist Er doch drei in eins. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er besteht demnach wie wir alle aus Es, Ich und Überich, wenn man Freud glauben will. Wenn wir alle als Dreifaltigkeit daher kommen, wieso bekommen wir innerlich nie eine einfache Mehrheit von zwei gegen eins, zustande? Wenn nämlich Ich und Überich sich einigermaßen einig sind, bedeutet es noch lange nicht, dass das Es sich dem beugt. Eine innerpersönliche GroKo kommt ähnlich schwer zusammen wie die aus CDU und SPD. Und wie sollte ein äußerer Kompromiss je geschlossen werden können, wenn er bereits innerlich nicht stattfindet? Zwar soll es diesen paradiesischen Zustand des mit sich und der Welt im Reinen sein geben, aber meiner Meinung nach handelt es sich dabei um eine Erfahrung, die ihre Entstehung dem Einfluss diverser Drogen verdankt. Schon ein bis zwei Glas Wein oder ein doppelstöckiger Whiskey reichen aus, um eine allgemeine Milde in uns hervorzurufen. Zwei von drei Stimmen in unserem Kopf halten dann nämlich die Klappe. Wundersamerweise steigt das Selbstmitleid mit Steigerung der Drogendosis. Vielleicht liegt es daran, dass das übrig gebliebene ich ohne die anderen Ichse merkt, wie unendlich allein es auf der Welt ist. Wenn uns unsere liebste Gesellschaft, nämlich die eigene abhandenkommt, fühlen wir uns komplett verlassen, da uns keiner versteht. Dies ist natürlich auch dem unverständlichen Gebrabbel unter Drogeneinfluss geschuldet. Den point of break even, an dem man eins mit sich und der Welt ist und »da oben endlich einmal Ruhe herrscht«, zu halten, haben Abermillionen Süchtiger versucht, scheint aber nicht zu klappen. Jetzt bin ich mit meinen Faseleien über das Selbstmitleid vollkommen davon abgekommen, ihm zu huldigen. Was wiederum bedeutet, dass sowohl der tätige als auch der leicht betäubte Geist dazu nicht in der Lage sind. Was wiederum bedeutet, dass die mentale Rekapitulation des großen Einmaleins dem Effekt eines doppelstöckigen Whiskeys gleichkommt.