Julia Klöckner von Elke Balthaus-Beiderwellen

Da entwirft die ganze Welt einen Plan B, falls Plan A nicht funktionieren sollte, und wundert sich, dass Plan B auch nicht klappt, dabei hatte es sich von Anfang an um Plan A2 gehandelt. Julia Klöckner von der CDU verdanken wir diese bahnbrechende Erkenntnis. Mit Plan B war bislang Schluss, aber Plan A2 eröffnet durch die Möglichkeit von Plan n+1 ungeahnte Dimensionen. Bis an sein Lebensende kann man nun unentwegt Pläne ersinnen und, wer weiß, vielleicht ist mit diesem Konzept auch eine Planung über den natürlichen Tod hinaus gegeben. Julia Klöckner brachte uns unendliche Pläne für ein unendliches Leben. Welch eine Leistung! Nehmen wir zum Beispiel den BER. Nach Klöckners Rechnung ist nun bewiesen, dass er gar nicht fertig werden kann, denn die Welt der Zahl kennt keine Grenzen. Vielleicht lebten wir bislang in der trügerischen Annahme, dass es bei einem Plan um dessen Verwirklichung geht. Weit gefehlt! Es geht lediglich um dessen numerische Erweiterung! Wahrhaft ein Fall für die Erkenntnisphilosophie. Aus »wenn nicht, dann eben nicht« wird »wenn nicht, vielleicht irgendwann einmal doch«! Das nenn ich wahrhaftige menschliche Freiheit! Unbeschränkt von Zeit und Raum steht unserem Wunschdenken nichts mehr im Wege. So gewinnt man Wahlen in Rheinland-Pfalz und wenn nicht die nächste, dann die nächste plus eins.

 

Eltern von Elke Balthaus-Beiderwellen

Im Morgenmagazin gab es heute einen besonderen Service. Ausgerechnet eine Vertreterin der Zeitschrift »Eltern« beantwortete Fragen junger Paare mit frischen Nachwuchs. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als dieses Blatt mir jeden instinktiv natürlichen Brutpflegetrieb zunichtemachte. Das ist zwar nun bald dreißig Jahre her und es kann durchaus sein, dass die Postille, wie man sich das erste Jahr mit dem eigenen Kind besonders schwer machen kann, ihre Rat-SCHLÄGE überarbeitete, aber ich befürchte mal nicht. Auf allen Vieren kroch ich damals hochschwanger durch unsere Wohnung, um mögliche Gefahren aus der Kinderperspektive aufzuspüren. Vom Treppengittern, bis zu Steckdosensicherungen, vom Umräumen aller Putzmittel in selbst für mich unerreichbare Höhen, von Überprüfen der Raufasertapete auf »Knibbelsicherheit« über eine besondere Schulung für unseren Haushund, bei allen Gefahren, die einem Kleinkind drohen, wunderte es mich, dass die Menschheit bislang überlebte. Weiterlesen

Mogelpackungen von Elke Balthaus-Beiderwellen

Vorsicht! Sollte ihr Lieblingsprodukt plötzlich eine andere Rezeptur anpreisen und in einer neuen Verpackung daherkommen, werden Sie über den Tisch gezogen! Für weniger zahlen Sie mehr. Was mich dazu bringt, einmal zu überlegen, wie sich dies in Bezug auf die Menschen verhält. Ihr Mann kommt plötzlich mit einer völlig neuen Rezeptur daher und wirft sich in eine schnittige Verpackung? Frauen, ich brauche euch nicht zu sagen, welche Glocke da klingt! Euer Hausarzt ist auf einmal besonders besorgt um eure Gesundheit und bietet euch IGEL-Leistungen an? Wie fühlt ihr euch? Gebauchpinselt, oder für dumm verkauft? Wenn die eigenen Kinder besonders nett zu einem sind, kann man davon ausgehen, dass die nächste Riesenparty im elterlichen Haus stattfinden soll. Und wenn die eigenen Eltern plötzlich ihre uneingeschränkte Liebe erklären, darf man davon ausgehen, dass sie alleine nicht mehr zurechtkommen und den Haushalt der Kinder einem Pflegeheim vorziehen. Meine Hunde haben das auch drauf, wenn sie besonders nett zu mir sind, hoffen sie auf ein Leckerli. Was folgern wir daraus? Wenn dich jemand plötzlich und ganz unerwartet lieb zu haben scheint, dann ist äußerste Vorsicht vonnöten. »Wir sind um ihr Wohlergehen bemüht!« Gibt es eine größere Lüge? Zunächst ist jeder um sein eingenes Wohlergehen bemüht und dann kommt kilometerweit erst einmal gar nichts! Und, wenn Sie ihrer eigenen Verwandtschaft nicht trauen sollten, wieso tun Sie dies bei Großkonzernen, bei der Politik und bei Heilpraktikern? »Das Pack ist eben dumm!« Bitte, bitte und bitte, beweisen Sie mir das Gegenteil!

 

Kaffeeautomaten von Paul Wiedebach

Seitdem wir in Italien waren, ist meiner Gattin der hiesige Kaffee verleidet. Mir ist ja egal, wie Kaffee schmeckt. Koffeinhaltig muss er sein, weitere Ansprüche stelle ich an das schwarze Gebräu nicht. Lange Rede, kurzer Sinn, ein hochmoderner Kaffeeautomat musste her und nimmt nun den halben Küchentresen in Beschlag. Alles nicht so schlimm, wenn meine Holde nur nicht im Zuge des Neuerwerbs alle meine Instantkaffeevorräte entsorgt hätte. Sie wissen schon, Kaffeepulver, heißes Wasser und fertig. Zu größeren Aktionen bin ich am frühen Morgen nicht in der Lage. Gerne auch mal den Kaffeebecher vom Vortag benutzt, denn wer hält sich mit unnötigen Spülaktionen auf? Seitdem dieses Ungetüm unsere Küche blockiert, bin ich, anstatt an mein Koffein zu kommen, mit den Forderungen dieses Automaten beschäftigt, denn bevor nicht alle seine Bedürfnisse erfüllt sind, rückt das Monster kein Getränk heraus. Zunächst steht da »Tank füllen«, was ich gerade eben noch auf die Reihe bekomme. Hoffnungsvoll drücke ich den Espressoknopf und erfahre, dass der Satzbehälter geleert werden muss. O.K., Kamerad, aber jetzt rück den Kaffee raus! Nachdem ich den Bohnenbehälter gefüllt habe, verlangt das Biest glatt noch eine Entkalkung! Nein mein Freund, Rache muss sein! Quäl du dich ruhig durch deinen Kalk; ich brauche jetzt erst einen doppelten Espresso, sonst greife ich zum Hammer und Schluss mit deiner Erpressung! Jedoch hält mich der Kaufpreis der Maschine, der der eines Kleinwagens entspricht, von jeglicher Vergeltung ab. Weiterlesen

Malbücher von Witwe Clausen

Nein, ich kann und will mich nicht beruhigen. Neue Trends verpassen! Das kann meine Tochter jemandem erzählen, der wirklich schon jenseits von Gut und Böse ist. Bringt die mir doch glatt Malbücher und Buntsstifte zum Ausmalen mit und versichert mir, dass würde meiner Entspannung dienen. So unentspannt war ich noch nie, das können Sie mir glauben. Alle Welt würde jetzt diesem kontemplativen Hobby frönen, wollte sie mir doch glatt weismachen. Sie selbst wäre davon so sehr fasziniert, dass sie zu gar nichts anderem mehr käme. Dafür haben mein Friedrich und ich sie nicht auf das Gymnasium geschickt und sie auch noch studieren lassen, dass sie sich auf Kindertagestättenniveau die Zeit vertreibt. Und jetzt will sie mir diese Deppentätigkeit auch noch nahebringen! Als hätte ich mit meiner verbliebenen Lebenszeit nichts Sinnvolleres zu tun. Nein, auf den Arm nehmen kann ich mich selber! Noch völlig aufgebracht rief ich Marlene an. Wenn eine weiß, was im Moment Sache ist, dann sie! Weiterlesen

Alter von Witwe Clausen

Marlene besuchte mich gestern. Sie ist eine langjährige Freundin von mir und mit ihren 79 Jahren ist sie genau zwei Jahre älter als ich. Marlene will ihr Leben von Grund auf ändern. Schritt eins: Das Gewicht erreichen, das schon zu Teenagerzeiten ihr nie erreichtes Zielgewicht war. »Vielleicht«, so teilte sie mir auch noch mit, »schaue ich mich, wenn ich meine Traummaße erreicht habe, auch noch nach meinem Traummann um!« Ich war sprachlos. »Schau dich an«, deutete sie mit dem Finger auf mich. »Du lässt dich eindeutig gehen. Noch nie was von den jungen Alten gehört? Diese Klodderklamotten, die du immer trägst. Wann bist du eigentlich das letzte Mal geschminkt aus dem Haus gegangen? So kriegst du keinen Kerl ab, soviel steht fest. Nein, du bist viel zu jung, um das Rennen bereits aufzugeben. Die Konkurrenz schläft nicht und du hast doch nicht etwa vor, die beste Zeit deines Lebens vergammeln zu wollen?« Da ich genau dies vorhabe, enthielt ich mich eines Kommentars. Weiterlesen

Entrümpelung von Paul Wiedebach

In unserer Dusche stehen die seltsamsten Dinge. Heute Morgen entdeckte ich ein Shampoo, das gegen fettigen Ansatz und trockene Haarspitzen wirken soll. Dies lässt mir keine Ruhe. Woher weiß das Shampoo, auf welcher Stelle des Kopfes es sich befindet? Was ist, wenn es die Orte, an denen es seine Wirkung entfalten soll, verwechselt? Wird dann der Ansatz noch fettiger, die Haarspitzen noch trockener? Leider ist meine Frau zurzeit nicht im Haus, sodass ich mein Problem nicht mit ihr diskutieren kann. Ein weiteres Problem ist die Anti-Haarbruch-Spülung. Ich machte mir im Leben noch keine Gedanken darüber, mir ein Haar brechen zu können. Vielmehr überfällt mich die Sorge, mir eine Beinfraktur zu zuziehen , wenn ich unsere, durch eine »In-Dusch-Lotion« mit einem Schmierfilm bedeckte Duschwanne betrete. Was bringt eine Lotion in der Dusche? Wird sie nicht gleich wieder abgespült? Fragen über Fragen. Auch die Zahnpastatuben meiner Gattin verwirren mich. Da gibt es Zahnpflegemittel, die alles herunterputzen und welche, die alles wieder heraufputzen. Welchen Sinn ergibt das? Weiterlesen