Kunduz von Elke Balthaus-Beiderwellen

52 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan ums Leben gekommen. 52 sinnlose Tode, da die Taliban den Bundeswehrstandort in Kunduz zurückeroberten. Ich frage mich, wie es den Angehörigen der Gefallenen geht. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte einen Sohn, der für die »Verteidigung Deutschlands am Hindukusch« gestorben wäre und sähe, was bei seinem Opfer herausgekommen ist; ich könnte es nicht ertragen. Es ist nicht »süß« für das Vaterland zu sterben; es ist vor allen Dingen sinnlos. »Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!« Damit müsste doch mal jemand den Anfang machen. Hat ein Krieg jemals einen Zustand verbessert? Weiterlesen

Calden von Elke Balthaus-Beiderwellen

»Bei Abwesenheit großer Sorgen, quälen uns die kleinsten Unannehmlichkeiten«, wusste schon Schopenhauer. Flüchtlinge sind da nicht anders. Kaum ist die Gefahr von Krieg und Verfolgung weg, schon wird wegen Unstimmigkeiten mit Latten, Stöcken und Reizgas aufeinander losgegangen, wie im nordhessischen Calden zu sehen ist. Ich bin da nicht anders. Quält mich zum Beispiel ein unerträglicher Zahn- oder Kopfschmerz, schwöre ich mir hoch und heilig, mich bei vollkommener körperlicher Gesundheit über nichts mehr aufzuregen. Kaum ist der Schmerz weg, dauert es keine halbe Stunde und schon stört mich die sprichwörtliche Fliege an der Wand. Das ist zutiefst menschlich. Abwesende Dinge verlieren wir aus den Augen. Weiterlesen

Heilige von Elke Balthaus-Beiderwellen

Mit Heiligsprechungen sollte man vorsichtig sein. Papst Franz I sprach jetzt in Kalifornien Junipera Serra heilig, der im 18. Jahrhundert den Katholizismus nach dem Motto verbreitete: »Und wenn du nicht katholisch wirst, schlag ich dich, bis dein Schädel birst.« Solche Leute braucht die katholische Kirche und ich kann mir gut vorstellen, wenn es nur die geringste Möglichkeit gäbe, würde sie die Menschen auch heute noch nach dem gleichen Schema missionieren. Die Kirchen sind leer. Da stünde man doch gern mit der Peitsche auf dem Marktplatz und sorgte für volle Gotteshäuser! Schade aber auch, dass die Drohung mit Fegefeuer und Hölle so gar nicht mehr funktionieren will. Weiterlesen

Helfer von Elke Balthaus-Beiderwellen

In Zeiten, in denen alle Politiker parteiübergreifend nur bestrebt sein sollten, die Flüchtlingskrise zu lösen, haben die Grünen nichts anderes zu tun, als vom Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen, ob ein Bundeswehreinsatz aus dem Jahre 2011, bei dem 132 Menschen gerettet wurden, mit rechten Dingen zuging. Unsere Hauptwillkommenskulturvertreter wie Grüne und Linke prügeln auf die Regierung ein, anstatt sich ehrenamtlich in Flüchtlingsunterkünften zu engagieren, wie es zahlreiche »Normalbürger« tun. Anstatt ihre Visagen in diverse Kameras zu halten und Phrasen von sich zu geben, wären sie in der Essens- und Kleiderausgabe an Flüchtlinge weit nützlicher untergebracht. In Zeiten von Krisen sollte jeder Parteiklüngel ad Acta gelegt und die nächste Wahl aus den Augen verloren werden. Göring-Eckhard könnte problemlos Deutschunterricht geben. Stattdessen sitzt sie bei »Hart aber fair« und hält Maulaffen feil. Weiterlesen

Schulweg von Elke Balthaus-Beiderwellen

Heute ist der internationale Tag des zu Fuß zur Schule Gehens. So sehr ich mich auch anstrenge, ich kann mich nicht daran erinnern, jemals zur Schule gebracht worden zu sein. Weder zu Fuß, noch mit dem Auto. Da hieß es nur, da muss du lang und sieh zu, dass du pünktlich bist. Ob dunkel oder hell, ob Regen oder Schnee, selbst mit einem verdrehten Fußgelenk hieß es, ich solle mich bloß nicht anstellen und einfach früher loslaufen. Die irrste Begründung, warum das Kind die Hundert Meter bis zum Unterricht mit dem Auto gebracht werden müsse, hörte ich von einer Mutter, die auf die Gefährlichkeit all der Autos vor der Schule hinwies. Je mehr Eltern »bringen«, um so prekärer die Verkehrslage vor dem Gebäude und um so dringender das Bedürfnis, die Kinder mit dem sicheren Fahrzeug hindurchzuschleusen. Wahrscheinlich sind das genau die umweltbewussten Eltern, die sich jetzt über die manipulierten Abgaswerte für Dieselfahrzeuge des VW-Konzerns aufregen. Weiterlesen

Aargau von Elke Balthaus-Beiderwellen

Der Bürgermeister der Gemeinde Oberwil-Lieli im Kanton Aargau kauft seine Bürger für 290.000 Franken flüchtlingsfrei. Bei entsprechender Millionärsdichte bleibt man von der normativen Kraft des Faktischen verschont und kann sich sein privates, kleines Wolkenkuckucksheim erhalten.Die Notleidenden waren seit jeher ein Problem der Armen und werden es in Zukunft bleiben. Verteilungskämpfe finden an der breiten Basis statt, wo es auch ohne zusätzliche Belastung bereits Verteilungskämpfe gibt. Wenn ich ehrlich bin, würde ich auch gerne in dieser Gemeinde wohnen, die Welt Welt sein lassen und mir mit Geld mein eigenes Disney-Land erschaffen. Leider besitze ich kein Geld, jedenfalls nicht in der erforderlichen Menge. Bei mir lungern Kosovo-Albaner mit Fahrrädern vor meinem Küchenfenster herum und plötzlich bin ich froh, dass ich zwei äußerst verteidigungsbereite Hunde im Haus habe, obwohl die jungen Männer mir nichts taten. Alles nach dem Motto: Holt die Wäsche von der Leine, Zigeuner sind in der Stadt! Weiterlesen

Alexithymie Von Dr. Bremer

Definitionsgemäß die Unfähigkeit Gefühle zu lesen und auszudrücken. Wenn ein Patient mit diesem Krankheitsbild im Alter von sechzig Jahren versucht, damit anzufangen, kann schon allerlei Wirrwarr dabei herauskommen, wie man an unserer Kanzlerin sieht.

Wenn ich über den prozentualen Anteil derer, die unter dieser Störung leiden, wobei leiden der falsche Ausdruck ist, in meiner Praxis nachdenke, da komme ich locker auf neunzig Prozent. Herzklopfen wird nicht als Angst erkannt, ebenso wie Druck im Oberbauch odere das Gefühl, etwas schnürt einem die Kehle zu. Wer dermaßen in der Erkenntnis von Ursache und Wirkung gestört ist, merkelt halt gerne herum, wenn er versucht, trotz Gefühlsblindheit, die Zeichen an der Wand zu deuten. Mag ich jetzt Flüchtlinge oder mag ich sie nicht? Bin ich jetzt eine Führungspersönlichkeit oder bin ich es nicht? Was mache ich, wenn ich feststelle, ich bin Bundeskanzlerin und besitze keinerlei Führungsqualitäten? Was bin ich überhaupt, Mann oder Frau? Will ich anstatt Kanzlerin nicht lieber Großmutter sein und weinenden Kindern den Kopf streicheln? Der komplette Alexithymiker stellt sich diese Fragen natürlich nicht, aber da ich den Verdacht hege, Angie befindet sich in Bezug auf die Erkrankung im Borderlinebereich, habe ich natürlich keine Schwierigkeiten mir das momentane Regierungschaos zu erklären. Weiterlesen

Verantwortung von Elke Balthaus-Beiderwellen

Heute Morgen hörte ich ein ebenso gewaltiges wie inhaltsleeres Wort. »Verantwortungsgemeinschaft«. Inhaltsleer deswegen, weil was im Kleinen nicht funktioniert, es im Großen gleich gar nicht tut. Bereits in den Familien, sofern sie parallel zu den Alleinerziehenden noch vorhanden sind, wird Verantwortung gerne delegiert. Unsere Alten stecken wir in Pflegeheime, die Erziehung der Kinder schieben wir auf die Lehrer, oder in Härtefällen auf Kinder- und Jugendtherapeuten ab. Ja, wir übernehmen noch nicht einmal die volle Verantwortung für unser eigenes Leben. Wir mäandern hindurch und sind jedes Mal von den unangenehmen Konsequenzen unseres Tuns überwältigt. Für unsere Gesundheit ist der Arzt zuständig und, wenn Zucker und Blutdruck in schwindelerregende Höhen steigen, liegt das natürlich an der Unfähigkeit des Doktors. Wenn wir nicht schlafen können, ist die Matratze schuld. Alles treu dem Motto: Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose. Unfähigkeit wird nicht durch die bloße Masse der Unfähigen zur Fähigkeit. Wie soll so die gemeinsame Verantwortung einer Nation für ihr Funktionieren, der europäischen Zweckvereinigung für die Flüchtlinge´oder der gesamten Menschheit für so unwichtige Dinge wie das Weltklima entstehen? Wie soll jemand, der die Verantwortung für sein eigenes Handeln nicht übernimmt, Verantwortung für seinen Nächsten aufbringen? Eine Verantwortungsgemeinschaft kann nur durch die Addition von Einzelverantwortungen entstehen, was das Wort, weil der Mensch eben ist, wie er eben ist, so inhaltsleer macht.

 

Europa schafft sich ab von Elke Balthaus-Beiderwellen

Erleben wir das Ende Europas? War es von Anfang an nur eine Zugewinngemeinschaft und keine der Werte? Wenn man sich noch nicht einmal auf die Quotenverteilung von 120.000-160.000 Flüchtlingen einigen kann, ist die Verteilung von Millionen reine Illusion. Schade eigentlich, Europa war gut gedacht, eine gut gemeinte Ideologie, die am den Zwängen des Faktischen scheitert. »Staaten haben keine Freunde, nur Interessen«, meinte schon Charles de Gaulle. Wie recht er doch hatte! Globalisierte Geldströme beinhalten nicht die Freigabe von globalisierten Menschenströmen. Wenn es um Geld geht, tagt Europa rund um die Uhr, menschliche Katastrophen können getrost bis Oktober warten. Weiterlesen

Kosmetik von Paul Wiedebach

Am letzten Freitag, d. 11.09.15 hörte ich in der 17:00 Uhr Tagesschau den seltsamsten Ausdruck, den ich je vernahm. »Die Bundeswehr wird in Willkommenskulturrufbereitschaft versetzt«. ????? Was soll das heißen? Tauschen die jetzt ihre untauglichen Sturmgewehre gegen Blumensträuße ein? Heute Morgen teilten mir die Nachrichten mit, dass die Bundesrepublik wieder Grenzkontrollen einführt. Also, was denn nun? Kommando zurück? Wird aus der uneingeschränkten Willkommenskultur nun eine, im wahrsten Sinne des Wortes beschränkte Grenzsicherung? Weiterlesen