Mein Hund und ich von Elke Balthaus-Beiderwellen

Manchmal überlege ich, ob sich der ganze Ärger lohnt. Besonders nachdem mir Satchmo, unser Großer Schweizer Sennhund – das groß ist hier wörtlich zu nehmen – tapsig mit seinen Riesenpfoten bei meiner Bodengymnastik ins Gesicht gesprungen ist. Ich sah aus, als wäre ich gegen einen der Klitschkos angetreten! Während ich noch dabei war, die Blutungen aus Mund und Nase zu stillen, zerkaute er fröhlich die Lehne meines Luxusmassagesessels und sah mich bei meiner Rückkehr ins Wohnzimmer derart treudoof an, dass ich ihm tröstend den Kopf streichelte. Weiterlesen

Katar von Paul Wiedebach

Was sind wir doch ein glückliches Volk, wenn der Hauptaufreger bei Twitter die Tatsache ist, dass eine Fußball-WM womöglich im Winter stattfindet. Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt bei Glühwein und Adventsleckereien, Autocorsos bei Blitzeis und anstatt Schneeflöckchen-Weißröckchen erklingt, »Wer friert mir diesen Moment ein«. Ich habe schon jede Menge Geschäftsideen. Weiterlesen

Detox von Witwe Clausen

Eigentlich gehe ich nur zum Frisör, um mal in aller Ausführlichkeit diese Prominentenblättchen zu lesen. Selbst in meinem Alter will man wissen, welcher Blödsinn wieder aus Amerika herüberschwappt. Mein Friedrich konnte das nicht verstehen. Wenn über eine Hollywoodhochzeit im Fernsehen berichtet wurde, sagte er stets: »Die könnten alle hier nackt über mein Grundstück laufen; ich würde nicht ans Fenster gehen! Höchstens die Polizei würde ich rufen, damit die alle dahinkommen, wo sie hingehören, in die Klappse! « Nun, ich wollte immer wissen, was so in der Welt der Schönen und Reichen passiert, denn was hätte ich sonst auf dem nächsten Kaffeekränzchen mitzureden? Gestern, während meiner neuen Dauerwelle, las ich über Detox, was so viel wie Entgiftung heißt. Weiterlesen

Tolle Tage von Dr. Bremer

Von tollen Tagen kann ich ein Lied singen! Meine Praxis gleicht im Moment einem Irrenhaus. Ich rase von Sprechzimmer zu Sprechzimmer und anstatt eines Schwerkranken, finde ich jemanden mit leichten Symptomen eines grippalen Infektes vor. Nun muss ich jeden auf eine Pneumonie, eine Angina tonsillaris, eine Otitis media, eine Sinusitis und eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises untersuchen. Lege artis müsste ich von allem und jedem Abstriche machen und ein Antibiogramm erstellen, aber mir fehlt die Zeit! Darum meine Bitte an die Patienten: Kommen sie nur zu mir, wenn sie ernsthaft krank sind, damit für die wirklich Kranken, A: mehr Geld im Gesundheitssystem verbleibt und B: Ich mich mit der nötigen Obsorge um sie kümmern kann! Weiterlesen

Bundesliga von Elke Balthaus-Beiderwellen

Gute Ideen sollten verbreitet werden. Die Brasilianer hatten einen fantastischen Einfall, um die Fußballhooligans unter Kontrolle zu bekommen. Sie schicken die Mütter mit ins Stadion! Frei nach dem Motto: »Wenn du nicht sofort die Bengalos wegpackst, geht es ohne gute Nacht Geschichte ins Bett!« Schreiende und tobende Fußballfans werden augenblicklich auf die stille Treppe expediert und, wenn das nicht hilft, schleift Mama sie am Ohrläppchen aus dem Stadion. Absolut Uneinsichtige bekommen »etwas hinter die Löffel«, was nun auch höchst offiziell vom Papst sanktioniert wurde. Weiterlesen

Grippewelle von Paul Wiedebach

Mich hat die diesjährige Grippewelle erwischt. Ich leide, ich leide gründlich, aber meine Frau tut dies als banale Erkältung ab. Also manipulierte ich ein wenig an unserem guten alten Fieberthermometer herum, um zu beweisen, wie krank ich bin. Nur nahm meine Gattin mir die fast tödlich erhöhte Temperatur nicht ab. Sie legte einfach ihre Hand an meine Stirn, schätzte grob auf 36.9 Grad und überließ mich meiner Qual. Woraufhin ich zum Telefon griff und einen Hausbesuch unseres Hausarztes einforderte. Weiterlesen

Tatort II von Elke Balthaus-Beiderwellen

Um noch einmal auf den Tatort vom letzten Sonntag zurückzukommen, stießen mir nicht nur die Weinspezialisten übel auf, sondern auch die aussichtslose Lage von Frauen über fünfzig, noch einen Lover zu finden. »Die Chance liegt bei null Prozent!«, schrie eine der Darstellerinnen. Nun kann ich mir einiges vorstellen, was eine Alleinstehende Frau über fünfzig braucht, ein Mann gehört gewiss nicht dazu. Weiterlesen

Tatort von Elke Balthaus-Beiderwellen

»Wein ist der Sex des Alters«, hieß es gestern im Tatort. Somit wäre eine Weindegustation mit heftigem Petting zu vergleichen, bei dem nicht nur der edle Tropfen heftig abgeht. Bezeichnend fand ich vor allem, wie der Weinspezialist, den zu verkostenden »Traubensaft« drehte, wendete, schüttelte, beobachtete, ihn immer wieder erroch und schlürfend und schmatzend zum orgiastischen Herunterschlucken kam. Als er in der Patsche steckte, unser Weinprofi, setzte er die Flasche ohne Vorspiel einfach an den Hals und entlarvte damit, worum es den Weinkennern geht, um den Ethylalkohol und dessen Wirkung. Weiterlesen

Ein Tag mit Hund

Wir haben einen neuen Hausgenossen. Louis Armstrong, genannt Satchmo, seines Zeichens ein großer Schweizer Sennhund, der mit seinen sechs Monaten bereits die Ausmaße eines Kalbes besitzt. Zusätzlich zu Richard Parker, einem siebenjährigen Jack-Russel-Jagdterrier-Mix bringt er Abwechslung in meine Tage. Wenn ich morgens aus dem Schlafzimmer komme, liegen alle Wohnzimmerläufer im Flur, gekrönt von den Sofakissen, daneben liegt Satchmo und zerkaut einen Markenschuh. Zwar sieht unser Haus aus, wie eine Kita für Hunde, da überall zuhauf Hundespielzeug herumliegt, aber Satchmo verschmäht die Gaben, die ich von jedem Einkauf mitbringe, um ihn von kostbaren Einrichtungsgegenständen und normalem Haushaltsbedarf abzulenken. Weiterlesen

Ben Wettervogel von Elke Balthaus-Beiderwellen

Dies ist schon der dritte Nachruf, den ich in meinem Blog schreibe. Nach Whitney Housten und Robin Williams folgt nun Benedict Vogel, uns allen bekannt als Ben Wettervogel. Er erschoss sich und ist damit seinen Alkoholproblemen erlegen. Nachdem das ZDF ihn zunächst freigestellte, erfolgte bald danach die endgültige Kündigung. Weiterlesen