Herdenführung in Zeiten der Massentierhaltung

Von Anna-Luisa Schlimmbach, zukünftige Aufsichtsratsvorsitzende der „UWFC“

Gestern war ich bei Judith, der Frau des CEO. Sie hatte natürlich schon vom Projekt „Schafseminar“ gehört und sich köstlich darüber amüsiert. Sie ist überzeugt, dass wir von Schafen nichts über die Menschen lernen können. Ich war wieder einmal ratlos und muss auch entsprechend geguckt haben, schließlich war ich gerade erst zur Erkenntnis gelangt, dass das Gegenteil der Fall ist und wir wirklich etwas bei den Schafen lernen können. Judith lächelte mich an und wartete wohl darauf, dass bei mir der Groschen falle. Mir fiel aber beim besten Willen nicht ein, was sie gemeint haben könnte und gnädig erlöste sie mich.

„Sieh mal, Anna-Luisa, ein Onkel von mir hat vor Jahren in großem Stil in die Schafzucht in Neuseeland investiert. Ich war schon als Kind, gemeinsam mit meinen Cousins und Cousinen, dort und konnte mir das ganze von Nahem ansehen. Schafe werden in der Regel immer noch so gehalten, wie es seit Jahrtausenden üblich ist. In großen Herden folgen sie ihr ganzes Leben einfach den angeborenen Instinkten. Manchmal haben sie vielleicht Stress, wenn bei Gefahr Angst oder gar Panik in der Herde aufkommt, aber immer können sie mit ihren instinktiven Verhaltensweisen reagieren. Ihr Gefühl ist nie verlegen um die richtige Reaktion auf die Umstände. Sieh dir dagegen das Leben der meisten Menschen an! Ständig müssen sie ihre Gefühle unterdrücken und sind verzweifelt auf der Suche nach gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensnormen. Ständig im Zweifel, ob sie gerade das Richtige tun, entwickeln nahezu alle mehr oder weniger ausgeprägte Neurosen und enden, im günstigsten Fall, in einer Psychotherapie. Ihr Leben ist zerrissen zwischen den Anforderungen der arbeitsteiligen Moderne mit all ihren Folgeerscheinungen. Während ihrer Arbeit befriedigen sie, gegen Bezahlung,  die Bedürfnisse anderer Menschen. Die Entfremdung nimmt immer weiter zu und durch die technisch bedingte Spezialisierung werden sie selbst zu einem immer kleineren Rädchen in einer immer gigantischeren Verwertungskette. Der Beitrag des Einzelnen zum Endprodukt des Unternehmens, für das er tätig ist, wird kleiner und kleiner, bis zur Unkenntlichkeit. Nach Feierabend wechselt er die Rolle, vom fremdbestimmten Bestandteil eines anonymen Produktionsprozesses zum – vorgeblich – autonomen Konsumenten und wird da nur wieder manipuliert von Verwertungsprozessen, deren Bestandteil er gerade eben noch war. Die einzelnen Menschen verlieren die Fähigkeit, ihre Bedürfnisse selbst zu befriedigen und am Ende sind sie sogar unfähig, ihre Bedürfnisse überhaupt noch zu erkennen. Ab diesem Punkt sind sie das ideale Opfer der Manipulation durch Andere. Und diese Anderen, das sind eben Leute wie mein Hubertus. Wenn ihr etwas über die Menschen erfahren wollt, solltet ihr euch lieber Einrichtungen zur Massentierhaltung ansehen.“

Mein gerade erst errichtetes Gedankengebäude stürzte – einmal mehr – in sich zusammen. Hilflos sah ich sie an und fragte, warum ihr Mann  uns dann zu den Schafen schicke. „Na, das ist doch klar! Er will wissen, wie weit bei euch die Degenerierung schon fortgeschritten ist. Ob eure Instinkte noch stark genug sind, um Führungsaufgaben zu übernehmen. Stell dir vor, er spielt sogar mit dem Gedanken, den Schäfer zum Personalchef zu machen!“ Lachend sah sie mich an. Mein Gesichtsausdruck muss entsprechend gewesen sein. Der Schäfer als Personalchef! Langsam zweifelte ich an Willmehrs Verstand. Allerdings, je mehr ich darüber nachdachte, um so weniger abwegig schien mir die Idee. Der wusste bestimmt, wie man die Instinkte Anderer zu deren Manipulation einsetzt. Willmehr schickt uns zu den Tieren, damit wir etwas über den Schäfer lernen. Den sollen wir beobachten, wie der das mit der Führung macht. Klar! Da hätte ich auch selbst drauf kommen können! Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob ich die anderen Seminarteilnehmer darauf aufmerksam machen soll, oder ob ich den Wissensvorsprung für mich behalte, um vielleicht in den Augen unseres CEO als Einzige den Test zu bestehen. Darüber muss ich erst einmal in Ruhe nachdenken, sind schließlich noch ein paar Wochen bis zum Seminarbeginn.

Ach ja, über’s Finanzsystem wollte ich auch noch referieren. Sie haben sicherlich Verständnis dafür, dass ich zur Zeit, beim besten Willen, nicht dazu komme. Aber das kommt noch! Bestimmt!

Ihre Anna-Luisa Schlimmbach

Schafsdressur oder Hundeschule?

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Liebe Leute hier im Blog, so geht das nicht mehr weiter! Die Menschen da draußen wollen, wenn sie ihre Zeit hier verbringen, einen Mehrwert für ihre Zeitinvestition. Und was bekommen sie? Das Gejammer eines Lohnschreibers, die Friedhofsergüsse einer alten Vettel und das weinerliche „wie schlecht ist doch die Welt und im Besonderen die Menschen“ einer versoffenen Frau in der Midlifecrisis. Und solche Leute haben auch noch Kinder, die sie mit ihren verkorksten Lebensentwürfen indoktrinieren. Das Einzige, für das Sie Ihren Kindern als Vorbild taugen, ist, wie man es nicht machen soll. Das verrückte ist, das fast alle Kinder, wenn sie erst einmal in der Pubertät sind, vom Wunsch getrieben sind, bloß nicht so zu werden, wie ihre Eltern, um nach den ersten Hormonschüben in deren ausgetretene Lebenspfade einzuschwenken.

Ich hatte versprochen, Ihnen, lieber Leser, die Wahrheit über das Finanzsystem zu offenbaren, auf dass Sie daraus Nutzen für Ihr Leben ziehen. Mittlerweile habe ich aber die Erkenntnis, dass Ihnen dieses Wissen nichts nützen würde. Sie könnten alles über das System wissen und würden trotzdem nichts an Ihrem Verhalten ändern. Gar nichts! Weil Sie nicht anders können, als andressierten Gewohnheiten zu folgen. Bevor Sie auch nur einen Millimeter in Ihrem Leben verändern, schauen Sie nämlich erst einmal nach Rechts und Links, ob auch die Menschen um Sie herum das auch so handhaben. Schafe eben!

Da ist der Schäfer in seiner Einöde weiter als all die Bewohner der Ballungszentren. Er hat nämlich von Kindesbeinen an erfahren, dass man sich in seinem persönlichen Verhalten nicht an den Schafen orientieren darf, um ein erfolgreicher Schäfer zu werden. Seine Familie hat nämlich nicht, auch wenn Sie dass vielleicht zunächst vermuten, mit den Schafen zusammen gelebt, sondern mit ihren Hunden! Von denen hat er gelernt, wie mit Schafen umzugehen ist. Hunde sind domestizierte Wölfe und begleiten den Menschen viel länger als die anderen Haustiere. Was denken Sie, welchen Rang innerhalb seiner Horde wohl der erste Mensch inne hatte, der als Erster einen jungen Wolf in seine Obhut genommen hat? Wird das der fürs Grobe zuständige Gruppentrottel gewesen sein, oder doch eher der Häuptlingssohn, der sich dieses Raubtier in die Laubhütte geholt hat?  Sehen Sie? Nur dieser war in seinem Verhalten den Vorfahren unserer Hunde ähnlich genug, um ihn erziehen zu können.

Ich verrate Ihnen jetzt etwas, was Sie sicher schon immer vermutet haben: neben der großen Gruppe der Schafsmenschen gibt es noch die sehr viel kleinere Gruppe der Wolfsmenschen. Ob ein Kind sich in die eine oder die andere Richtung entwickelt, hat nichts mit den Genen, sondern nur mit seinem Umfeld zu tun. Beinahe alle Eltern wünschen sich für ihre Kinder die Rolle des Rudelführers. Mit ihnen selbst als Vorbild ihrer Kleinen reicht es aber meistens maximal zum Leithammel. Die Organisation unserer Gesellschaft in Kleinfamilien und staatliche Erziehungseinrichtungen sorgt übrigens wunderbar dafür, dass kaum einer den Ausbruch aus den Verhältnissen, in die er hinein geboren wird, schafft. Kleinbürgerliche Eltern erziehen ihre Lämmer kleinbürgerlich, geben sie später in die Hände von eben so kleinbürgerlichen, verbeamteten Lehrern und wundern sich, dass ihre Kinder nicht über die Eltern hinaus wachsen. Das ist so, als wenn ein Schäfer seine jungen Hunde nach der Geburt an die Zitzen eines Mutterschafes legt und sich später wundert, dass kein brauchbarer Hütehund daraus entstanden ist. Den armen Hund können Sie anschließend nur noch zum Hundepsychologen geben! Genau so ist das mit Kindern, die gehören ins Internat! So früh wie möglich! Weg von Ihnen! Dann ist das Erlernen der Spielregeln unseres Finanzsystems nur noch Nebensache.

Aber ich höre schon das Gejammer der Mütter. Meine armen, kleinen Lämmer dürfen nicht von mir getrennt werden, das schadet denen doch! Und sie fühlen sich auch noch bestätigt vom Geheule der Kinder, wenn denen der Plan, sie ins Internat zu schicken, offenbart wird. Das Einzige, liebe Mütter, was ihren Kleinen schadet, ist,  zu lange bei Ihnen zu bleiben.

Die horrenden Gebühren für ein gutes Internat sind die besten Investitionen in die Erziehung der Kinder, die Sie tätigen können. Alles andere sind dann nur noch die berühmten „Peanuts“, liebe Eltern. Also, nehmen sie die Kleinen aus der Schafdressur und ab mit ihnen in die Hundeschule, es sei denn, sie wollen, dass ihre Kinder in die Fußstapfen von Tanja K, Witwe Clausen oder diesem Wiedebach treten. Nur zu, Sie haben die Wahl!

Ach, und das mit dem Finanzsystem bringe ich Ihnen auch noch bei. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr

Graue Tage von Witwe Clausen

Heute werde ich meinen Friedhelm in seiner Stele nicht besuchen. Stattdessen leiste ich mir den Luxus, einen Gammeltag einzulegen. Der Himmel ist düster, Sturm ist angekündigt; was spricht dagegen, einen gemütlichen Sofatag zu verbringen? Ich verstehe nicht, warum sich die Menschen über den November beklagen. Eine bessere Ausrede als dessen Wetter gibt es nicht, um kuschelig in eine Decke gewickelt, innere Einkehr zu halten.

Ich mache mir viele Kerzen an, koche ausreichend Kaffee, gönne mir den ersten Christstollen des Jahres und lasse den dunklen Tag einfach Tag sein. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich mir bereits immer eine Katze zulegen wollte. Mein Friedhelm mochte diese Tiere nicht, da sie ihm in ihrer absoluten Unabhängigkeit  unheimlich erschienen. Katzen sind die einzige Spezies, die niemals vom Menschen domestiziert wurde, sondern sich ihm quasi freiwillig anschloss. Wo Menschen lebten, existierten Kornkammern und, wo sich Kornkammern befanden, ging der Vorrat an Mäusen und Ratten nie zu Ende. So profitierte einer vom anderen. Die Menschen wurden die Nagerplage quitt und die Katzen fanden ausreichend Futter.

Jetzt wird doch nichts aus meinem gemütlichen Haustag, denn, warum fahre ich nicht ins Tierheim und schaue mir die dort zu verschenkenden Taschentiger an? In meiner Kuscheldecken- und Kerzenidylle fehlt eindeutig eine schnurrende Katze! In den örtlichen Tierladen müsste ich dann auch noch, um das nötige Equipment zu besorgen. Friedhelm ist ja nicht mehr anwesend. Warum sollte ich mir nicht einen unabhängigen Hausgenossen besorgen? Die Betonung liegt auf Unabhängigkeit, denn die Witwer, die auf dem Friedhof um mich herum scharwenzeln, suchen doch nur eine neue Abhängigkeit. Eine Ersatzmama, eine niemals austrocknende Amme, eine Trösterin in einsamen Nächten und eine eifrige Haushälterin. Nein danke, meine Herren!

Dann lieber ein fetter Kater, der genau zugibt, mich nur ausnutzen zu wollen. Der nicht vortäuscht, was nicht vorhanden ist, auf meine Kosten lebt und es auch noch genießt. Wenn er auf meinen Schoß springen sollte, weiß ich, dass ihm in diesem Moment danach ist und er dies nicht aus falsch verstandenem Pflichtgefühl tut.

Mmh …. Einen Namen für ihn hätte ich auch bereits. Ich werde ihn, als eingefleischter Emergency Room Fan, John Carter nennen. Dann kann ich ihn Carter rufen und ihm das Gefühl vermitteln, nicht so vermessen zu sein, ihm einen Namen aufdrücken zu wollen.

Tut mir jetzt Leid für die jungen Leute, die hier diesen Blog betreiben, aber ich muss meinen Kugelschreiber niederlegen, denn ich habe noch gewaltig viel zu erledigen!

Witwe Clausen

Wölfe von Tanja K.

Gestern sah ich mir eine Dokumentation über die Ursprünge des Rassismus an, und ich muss sagen, die Europäer leisteten ganze Arbeit. Ausrottung von 30 Millionen Indern unter den Briten, 15 Millionen Kongolesen unter den Belgiern, Auslöschung der Maya- und Inkakultur unter den Spaniern, 15 Millionen Indianer durch nordamerikanische Siedler, 10 Millionen Schwarzafrikaner gingen allein beim Transport zur Zeit des Sklavenhandels drauf, völlige Auslöschung indigener Völker weltweit, darunter die Südafrikaner und die Tasmanier, von denen nachweislich nur eine einzige Frau überlebte, nachdem das Volk 10.000 Jahre ohne die Segnungen westlicher Zivilisation völlig problemlos existierte.

»Homo homini lupus est«, quod erat demonstrandum!

Der Missionarsdrang der christlichen Hirtenreligion brachte nichts anderes zu Tage als den wölfischen Charakter des Menschen. Die guten Hirten entpuppten sich als das Raubtier, das sie von Natur aus darstellen und da wird in diesem Blog über das Schafverhalten der Menschheit diskutiert!

Ich bin auch ein Wolf, obwohl ich mich bislang als Opferlamm sah. Um mein Überleben zu sichern, zertrat ich manche Seele. Mein Egoismus gnadenlos, so wie der Egoismus meiner Mitmenschen, was ein nebeneinanderher Leben bedingt. Jedenfalls kenne ich kein absichtsfreies Miteinander. Schon die Intonation des Grußes bei der Begegnung zweier Menschen lässt dahinter steckende Pläne erahnen. Wir bezeichnen diese als unbewusst, um einigermaßen heil aus dieser Zwickmühle zu kommen, aber mit dem Unbewussten besaß ich, solange ich denken kann, meine Schwierigkeiten.

Wie mag es unbewusst sein, aus jeder Situation, in die man sich begibt, möglichst als Sieger wieder hervor zu treten? Schließlich will man sich am Ende jedes einzelnen Tages stolz auf die Schultern klopfen können! Summa summarum: ein guter Tag! Was natürlich bedeutet, den Einen oder Anderen gründlich in die Pfanne gehauen zu haben. Macht nichts, da man eh intelligenter, liebenswürdiger und befähigter ist als der Rest, steht es einem ja auch zu!

Wir gratulieren uns sogar dazu, wenn wir großzügig über die Minderwertigkeiten der Mitmenschen hinweg sehen!

Denn mein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen

Tanja K., Anonyme Alkoholikerin

 

Jedes Schaf blökt anders

Von Manno Janssen, Tierwirtschaftsmeister Schafzucht

Nu muss ich doch mal das Wort hier ergreifen, wo der Wiedebach behauptet, Menschen sind besonderer als meine Schafe. Jedes Schaf ist einzigartig! Na ja, fast. Diese Dolly, also dieses geklonte Ding nich, aber sonne Viecher hab‘ ich nich‘, Herr Wiedebach. Meine Schafe erkennen sich untereinander am Gesicht, die können hunderte von ihnen unterscheiden. Das ist wissenschaftlich erwiesen, aber Schreiberlinge haben’s ja nich‘ so mit die Wissenschaft, sonst würden die ja was richtiges arbeiten. Von meine Schafe kannste alles über die Menschen lernen, jedenfalls über die meisten. Sind eben alles Schafmenschen da draußen. Man braucht sich doch nur das Wahlverhalten der Leute ankucken. Wählen sich Hammel als Führer, die noch schafsähnlicher sind als sie selber. Die tun so, als wären sie Führungspersönlichkeiten und lassen sich vonne Hütehunde der Amis und ihre Kumpanen am Nasenring führen. Unsere Politfuzzis reichts doch, unter Schafen als Leithammel zu gelten. Schönes Pöstchen und so tun, als wüssten sie, wo’s langgeht. Dabei laufen alle in die Richtung, die der Schäfer will, weil sie Angst vor die Hunde haben.

Genau wie bei meine Schafe. Musst dir nur mal die Böcke inne Herde bekucken. Können vor Kraft kaum laufen und machen bei die anderen Schafe einen auf Macho, aber wenn die Hunde kommen, nehmen die sowas von Reißaus, anstatt die Herde zu verteidigen. Ganz wie Politiker. Anschließend verkaufen sie das dann als alternativlos, nach dem Motto, wir wollten doch sowieso in die Richtung laufen, in die die Hunde uns trieben.

Da is‘ so ’n Willmehr doch ’n ganz anderes Kaliber. Der schickt seine Junghunde zur Ausbildung zu mir. Den sollten die Leute mal wählen! Aber der is‘ ja nich‘ so blöd und gibt sich für so was her. Der fliegt lieber inne Welt rum und bespricht mit die anderen Menschenschäfer, wo ’s langgehen soll. Anschließend lässt er die Politikhammel dann so tun, als wären die von selber drauf gekommen, wo die Herde hin soll. Und weil er damit so viel Geld macht, kann er sich aus den jungen Leuten die Besten kaufen, um sie für sich arbeiten zu lassen. Ganz im Vertrauen kann ich Ihnen übrigens sagen, dass es bei dem Seminar hier bei mir gar nicht darum geht, was zu lernen. Schafe hüten kann man nich‘ einfach lernen wie Lesen und Schreiben. Da musste für geboren sein. Am besten ist, wenn dein Vater schon Schäfer war, dann lernste das, wie du Laufen lernst. Vom Vater und vonne Hunde. Der Willmehr schickt seine jungen Leute in Wahrheit hierher, um die zu testen. Anschließend soll ich ihm erzählen, wer’s hat und wer nicht. Genial der Mann! Und wissen sie, was er gesagt hat, was mit diejenigen passieren soll, die durchfallen? Die sollen man am besten inne Politik gehen oder Journalist werden, hat er gesagt.

Ganz nach meinem Geschmack, der Mann! Haben uns anschließend schön an‘ Kamin gesetzt und ne Flasche Wacholder gepichelt. Sein Fahrer hatte ganz schön zu tun, ihn danach ins Auto zu bugsieren. Und ich soll bloß nich‘ mit diese Anna-Luisa darüber reden, dass er hier war, sonst wäre der Test kein Test mehr.

So, Wiedebach, nun überdenken Sie Ihr Urteil über die Schafe und die Menschen noch mal. Ich kann Ihnen sagen, meine Schafen blöken alle individuell, genau wie die Menschen. Aber blöken tun sie alle!

Also, bis denne!

Ihr Manno Janssen

Hammelhaftigkeiten von Paul Wiedebach

»Oh wie dumm ich war, wie total beduldelt dumm, welch ein hammelhaftes Schaf war ich«. Aus »My fair Lady«. Gruß übrigens an meine Mitautoren!

Meine Frau und ich befinden uns in dem Alter, in dem man beinahe wöchentlich zu einer Beerdigung muss. Väter, Onkel, Schwager und Schwägerinnen, Freunde, ein Bruder, die Einschläge kommen näher, so viel steht fest. Was soll also das sinnlose Philosophieren über allgemein menschliches Verhalten, ohne im eigenen Kopf Hausputz gehalten zu haben! Diese arrogante Überheblichkeit, die aus den Artikeln spricht, verursacht mir Übelkeit. Wisst Ihr was, verehrte Mitschreiberlinge, geht erst einmal gründlich in euch, bevor Ihr auch nur ein einziges Wort über Eure Mitmenschen verliert. Lediglich bei der Witwe Clausen ist ein Wandel zur Selbsteinsicht erkennbar, der Rest ergeht sich in Plattitüden.

Wer, verdammt noch einmal seid Ihr, Urteile über Menschen zu fällen, sie zu Schafen zu erklären, ohne einen von ihnen näher zu kennen?

Der Freund, den ich vor einer Woche begraben musste, hatte eine ganze Welt in seinem Kopf, die nun mit ihm für immer verschwunden ist. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch eine Welt für sich darstellt. Sie kann schön, sie kann schrecklich sein, man kommt nur schwer aus ihr heraus, und der Tag ist ein Kampf, diese innere Welt mit dem Außen in Einklang zu bringen. Leben als ewiger Kompromiss, gepaart mit zeitweisem Aufbegehren, Rückschlägen, Scheitern und trotz allem irgendwie weiter machen. Ich halte jeden Menschen, der es schafft, morgens aufzustehen und seine Pflicht zu tun, für einen Helden! Weitermachen, auch wenn die Dinge schwierig erscheinen, einen Traum besitzen und sei er noch so klein. Wer maßt sich an, Urteile über Träume abzugeben? Wer maßt sich an, sich zum Hirten über Schafe hochzustilisieren?

Die Crux bei Pauschalurteilen ist die immanente, bestechende Einfachheit, die deren Fehlerhaftigkeit überdeckt.

Globalen Ansichten geht das Detail verloren. Ich verwehre mich dagegen, hier in einen »Einheitstopf« geworfen zu werden, denn zuerst stelle ich ein Individuum dar. Es gibt weltweit keine Kopie meiner Selbst, meine Aktionen und Reaktionen sind Ausdruck meiner Persönlichkeit und so mancher, der dachte, einfach einmal Schlachtvieh zum Schlachter bringen zu können, wurde, historisch betrachtet, oftmals eines besseren belehrt.

Jedes politische System, das versucht, Personen zu uniformieren, wird kurz über lang von Unikaten ad absurdum geführt.

Jetzt verliere ich fast den Faden.

Summa summarum wollte ich zum Ausdruck bringen, dass es eine Frevelhaftigkeit sonder gleichen ist, Menschen in selbsternannter Göttlichkeit »über einen Kamm zu scheren«.

Paul Wiedebach, Kolumnist

Neidhammel von Dr. Bremer

Ja, ja, die Ärzte! Verdienen alle zu viel! Wobei keiner bedenkt, dass mich meine Ausbildung 11 magere Jahre kostete, mein Investitionsvolumen für diese Praxis bei rund 500.000 Euro lag und ich, last but not least, 12-14 Stunden am Tag arbeite, die Wochenenddienste dabei gar nicht  berücksichtigt.

Die Kleinkind- und Teenagerzeit meiner Kinder ging mir komplett verloren. Über Letzteres trauere ich nicht, denn meine Frau ist während dieser Zeitspanne sichtlich ergraut. Jetzt verließ der Nachwuchs unser Haus und ich erkenne, dass ich verpasste, an seinem Leben teilzunehmen, als er noch präsent war. Was meine Kinder bewegt und antreibt, weiß ich nur aus den Erzählungen meiner Gattin.

Aber ich will nicht jammern. Aufregung bringt es mir nur, wenn mir mein Einkommen geneidet wird. In Deutschland kann jeder Medizin studieren; also warum tatet ihr dies nicht? Angst vor Verantwortung? Angst vor 36-Stundendiensten im Krankenhaus? Ich stimme da der Witwe Clausen zu, wenn sie sagt: »Klappe halten und selber machen!«

Heute ist Freitag und meine Praxis übervoll, da ein hausarztloses Wochenende droht. Vor den Tagen vor Weihnachten graut mir bereits, denn da verhalten sich die Patienten so, als gäbe es nach den Feiertagen keine Ärzte und keine Medikamente mehr. Da muss gehortet und auf Vorrat geklagt werden und, wenn ich mit klingelnden Ohren in den weihnachtlichen Kreis der gesamten Familie soll, ist der Fluchtreflex nur mühsam zu unterdrücken.

Viel Whiskey und Rotwein lautet mein Rezept, denn, liebe Tanja K., wir Ärzte sind Edelalkoholiker. Eine kleine Prise Valium erscheint auch ganz nützlich, aber davor konnte ich mich, im Gegensatz zu vielen Kollegen, noch zurückhalten.

Wenn Weihnachten der Erlöser geboren wird, befinden sich die Behelfserlöser jenseits von Gut und Böse!

Meinen Vorgänger fragte ich einmal, ob es nichts mache, an den Feiertagen und an den Wochenenden angetrunken zu einem Notfallbesuch zu erscheinen. Woraufhin er antwortete: »Nein, denn die sind weit mehr betrunken als ich!«

Sonntag ist der erste Advent und das Übel beginnt seinen Lauf, steigert sich bis Silvester zum einen oder anderen Suizidversuch und klingt danach allmählich wieder ab.

Tja, wenn die Schäfchen in ihre Herde müssen, ist schwer was los! Löst der Alkohol auch noch die Zungen, ist das Drama perfekt.

Otto Normalverbraucher bekommt nur den Zoff in der eigenen Familie mit; aber unsereins?

Nun sag` noch mal einer, die Ärzte verdienen zu viel!

Dr. Bremer, Landarzt

 

Frauenquoten, Machos und Schäfer

Von Anna-Luisa-Schlimmbach, Nachwuchsführungskraft der “UWFC”

Puh, ich komme gerade von diesem Schäfer zurück und will bei Willmehrs Chefsekräterin einen Termin mit ihm vereinbaren, da kommt er aus seinem Büro und beglückwünscht mich. Wieder einmal sehe ich ihn nur verständnislos an und löse bei ihm das übliche Grinsen aus. „Hier steht die zukünftige Aufsichtsratsvorsitzende und stiert mich an wie ein Schaf. Mit dem Seminar bei den Tieren hatte ich die Hoffnung verknüpft, Sie lernen etwas über Herdenverhalten. Dass sie selbst zum Schaf werden, war nicht vorgesehen.“ Nur mühsam kann ich meine aufkeimende Wut im Zaum halten und stammele nur ein „Ich verstehe nicht, was Sie meinen“. Sein Grinsen wird noch unverschämter. Gönnerhaft nimmt er mich bei der Schulter und führt mich in sein Büro. „Meine Tochter hat jedenfalls schon ihre Ansprüche angemeldet.“ Langsam dämmert mir, worum es geht: Koalitionsverhandlungen ! Frauenquote im Aufsichtsrat!

Sein Grinsen mildert sich zu einem Lächeln. „Na, ist der Groschen gefallen? Wenn sie mitmischen wollen, müssen Sie sich rechtzeitig positionieren. Allerdings muss ich noch mit unserer Gleichstellungsbeauftragten sprechen. Immerhin werden ja von nun an die Männer wegen ihres Geschlechtes benachteiligt, bis die 30% erreicht sind. Und überhaupt, was passiert, wenn die Frauenquote über 70% geht, dürfen dann nur noch Männer in den Aufsichtsrat berufen werden? Sie sehen, wie wichtig dieses Schafseminar ist. Es geht immer weniger um fachliche Belange, nur noch um gruppendynamische Prozesse innerhalb der Herde. Also, wer wollen Sie sein : Schaf, Hütehund oder Schäfer?“

Endlich löst sich meine Verkrampfung und ich erwidere sein Lächeln. „Kratzt diese Quote vielleicht an Ihrem männlichen Ego?“ Sein Lächeln wechselt erneut ins Grinsen. „Wie kommen sie darauf? Ein guter Hirte nimmt doch das Verhalten seiner Schafe nicht persönlich. Er richtet nur seine Führungsstrategie danach aus. Bisher war es doch eher so, dass die Frauen ihren gesellschaftlichen Status über die Verbindung mit einer männlichen Führungskraft erhöhen konnten. Die männlichen Führungskräfte sind privat selten einsam. Bei ihren weiblichen Pendants bin ich mir da nicht so sicher.“ Wütend richte ich mich im Sessel auf und fahre ihn an. „Sie meinen also, erfolgreiche Frauen finden keinen Partner? Dann doch wohl nur, weil die Männer alle Machos sind.“ Seine Mundwinkel scheinen sich – falls das überhaupt geht – noch weiter nach oben zu ziehen. „Sie wollen keinen Macho? Dann sind Sie aber die große Ausnahme, wie mir scheint. Oder stehen Sie mehr so auf Softies. Den Eindruck hatte ich bei Ihnen bisher gar nicht. Ansonsten müssten wir die Liste für das Seminar hinsichtlich der männlichen Teilnehmer noch einmal überarbeiten. Die Kollegen, die Sie dazu eingeladen haben, sind nach meinem Eindruck eher Machos als Softies.“ In Gedanken gehe ich die Liste durch und muss ihm – leider – recht geben. „Aber Sie haben doch gesagt, ich solle diejenigen Nachwuchsführungskräfte mitnehmen, die mir vielversprechend erscheinen.“ Entspannt lehnt er sich im Sessel zurück. „Dann führen Sie mal die Horde. Die Jungs sind wegen der Frauenquote schon auf Hundertachtzig. Ich bin richtig gespannt, wie Sie sich schlagen werden. Im Zweifelsfall können Sie ja den Schäfer um Rat fragen, wie man die Herde unter Kontrolle bekommt. Und jetzt muss ich los, zur Frauen.., sorry, Gleichstellungsbeauftragten.“

Schwupps ist er weg und lässt mich alleine in seinem Büro zurück. Dabei wollte ich doch noch mit ihm das Seminar besprechen, das ihm so am Herzen liegt. Vielleicht sollte ich seine Frau um Rat fragen. Genau, die muss doch wissen, wie man mit solchen Kerlen umgeht. Ist schließlich mit einem verheiratet. Erleichtert gehe ich in mein Büro, um Judith anzurufen. Über das Finanzsystem muss ich auch noch was schreiben, ich weiß. Versprochen ist schließlich versprochen!

Ihre Anna-Luisa Schlimmbach, zukünftige Aufsichtsratsvorsitzende der „UWFC“

„Leid“-Hammel von Witwe Clausen

Die Überschrift ist zwar orthographisch falsch, dennoch faktisch goldrichtig. Ich weiß noch, wie nach dem Tod von meinem Friedhelm mein Sohn die frei gewordene Stelle des Leithammels bei mir einnehmen wollte. Es dauerte eine Weile, bis ich überhaupt verstand, was da ablief, denn gelernte Verhaltensweisen sitzen eben tief. Mein Filius besitzt die gleiche tiefe Stimme wie mein Gatte, poltert unter dem Einfluss von ein paar Bieren ebenso heftig los und meint dann tatsächlich, er wäre der Herrgott in Person. Nun ja, um das Finanzielle nach Friedhelms Tod zu regeln, brauchte ich meinen Sohn, aber, was meine persönliche Lebensführung betraf, so hatte mir ein neuer Tyrann in meinem Haus gerade noch gefehlt. Deswegen auch meine vehementen Abwehrmaßnahmen gegen die herumscharwenzelnden Witwer hier auf dem Friedhof, denn von den Kerlen gibt es nur eines zu berichten:« Kennste Einen, kennste alle!«

So weit, so gut; eigentlich wollte ich über Vorschriften schreiben. Wer zur Hölle ist berechtigt, einen Anderen darüber aufzuklären, wie er sein Leben zu leben hat?

Die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, verdammt noch eins, keiner von uns, also hält man sich gepflegt aus dem Leben seiner Mitmenschen heraus. Es sei denn, sie bitten um Rat, aber vorher Klappe halten!

Nun kann man sich im Alltag vor unerbetenen Ratschlägen kaum retten. Ein jeder kehrt vor der Türe des Anderen und kommt vor Unrat nicht mehr ins eigene Haus. Das gute alte Bibelwort, man solle doch gefälligst den Balken aus dem eigenen Auge entfernen, bevor man sich um den Splitter im Auge des Nächsten kümmert, sollte eigentlich als zweiter Punkt im Grundgesetz stehen, direkt nach: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

»Jede Jeck is anners«, sagt der Kölner, also bitteschön, dann lässt man ihn auch anners sein. Ich kann mir vorstellen, dass früher die Dorfgemeinschaften weit bunter waren, als unsere heutigen »Schafherden«. Es gab Sonderlinge, den obligatorischen Dorftrottel, die Klatschtante, den selbsternannten Ordnungshüter, den Geistlichen, die Schlampe, den Säufer, die anderen »Tunichgute« und was sonst noch zum Allerlei eines kleinen menschlichen Biotopes gehörte. Man lebte und stritt miteinander, aber die Einmischung in das Leben der Mitbürger hielt sich in Grenzen, weil sich jeder hauptsächlich mit dem eigenen Überleben beschäftigte. Es war beileibe kein Idyll, aber es orientierte sich ausschließlich an Überlebensnotwendigkeiten.

Unser Überleben ist heutzutage weitgehend gesichert und die Krux ist die daraus resultierende Langeweile. Jetzt wird im Zuge der Ausdehnung der Lebenszeit diese Langeweile größer und größer. Was liegt da näher, als sich um die Angelegenheiten des Anderen zu kümmern, da die eigenen erledigt scheinen? Was liegt da näher, als sich immerfort selbst darüber zu versichern, wie großartig man doch ist. Wie toll man alles im Griff hat, während der Rest der Welt vor die Hunde geht?

Man kann tun, was man will, die Leute reden doch. Was liegt da näher, als zu tun, was man will?

Witwe Clausen

Kreditlämmer

Von Menno Janssen, Tierwirtschaftsmeister Schafzucht

Ich weiß gar nich‘, wie ich hier auf diesen Blog gelandet bin. Aber dieser Willmehr hat so lange gesabbelt, bis ich mich habe breitschlagen lassen. Na, nu iss auch egal, verklausulier ich eben mal hier, was ich von meine Schafe so lerne, auch wenn es dieser Wiedebach nich‘ mehr hören kann. Bestimmt auch so’n Städter, der glaubt, Essen kommt ausse Fabrik, schön portioniert und plastikverpackt. Oder er iss einer von diese Spinner, die im Bioladen einkaufen und denken, das käme von so kleine Bilderbuchbauern.

Immer, wenn ich mit meine Frau inne Stadt muss, weil se meint, nur da kriegt sie was zum anziehen, bin ich anschließend immer völlig fertig vom Treiben da. Massen von Menschen inne Fußgängerzone und inne Läden, alle auf der Jagd nach Möglichkeiten, ihr Geld los zu werden. Zumindest das Geld, was ihnen sonne Finanzheinis wie dieser Willmehr übergelassen haben. Oder gleich auf Kredit, der dann auch von sonne Typen kommt. Das hat’s früher nich‘ gegeben, dass du Plünnen oder Möbel auf Pump kaufen konntest. War schon schwer genug, die Bank zu überzeugen, wenn du einen neuen Stall bauen wolltest und als Sicherheit Hektar von Acker hattest. Aber heute! Auto, Urlaub, Waschmaschine – alles auf Kredit. Und für’n täglichen Einkauf kannste das Girokonto überziehen. Das iss so, als wenn ich heute schon mal die Lämmer schlachten tue, die nächstes Jahr geboren werden. Und nächstes Jahr dann die vom übernächsten plus ’n paar vom Jahr drauf, wegen die Zinsen. Dass das nicht funktioniert, muss doch dem Blödesten klar sein. Aber die Finanzheinis verklickern dir, das sei ganz normal und richtig. Verdienen sich dumm und dusselig an der Dummheit der Leute. Und wenn se dann merken, dass es doch nicht funktioniert, schreien se nach Rettungsschirme. Die einzigen Lämmer, die geschlachtet werden, sind die Leute mit den Schulden!

Dies‘ junge Ding, diese Anna-Luisa, war auch wieder hier. Jetzt hat sie das Problem, dass es hier bei uns keine angemessene Unterkunft gibt für ihre Kollegen. Wär ja nichts hier, wofür sie den vorgesehenen Etat für das Seminar aufbrauchen könne. Am Ende hieße es dann, sie sei unfähig, so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Soll sie das Geld doch inne Stadt inne Fußgängerzone an die Leute verteilen. Aber ne, das geht ja nicht, dann würden die ja weniger Kredite los, an denen sie das Geld verdienen, was se hier bei mir verbraten wollen.

Verrückt, die Welt, aber nix vonne Schafe lernen wollen. Hab jedenfalls noch nich‘ gehört, dass die nach dem Heu von nächstes Jahr schreien. Demnächst werd‘ ich ja noch ’n paar von diese Leute kennen lernen. Ich erzähl‘ Ihnen dann, wie’s war. Ehrensache!

Manno Janssen, Tierwirtschaftsmeister Schafzucht