Staatsangehörigkeit auf Ukrainisch

Ich habe gedacht, mich könne nichts mehr verblüffen. Aber die Blitzeinbürgerung meiner amerikanischen Kollegin hat mich tatsächlich überrascht. Da erhält eine amerikanische Investmentbankerin mir nichts, dir nichts, ratzfatz die Ukrainische Staatsbürgerschaft, um dort Finanzministerin zu werden. Chapeau kann ich da nur sagen. Bisher waren wir in der Finanzindustrie darauf angewiesen, die Politiker formal souveräner Staaten auf unsere Seite zu bekommen. Aber gleich den ganzen Laden zu übernehmen, ist natürlich deutlich effektiver. Weiterlesen

Schafsdressur oder Hundeschule?

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Liebe Leute hier im Blog, so geht das nicht mehr weiter! Die Menschen da draußen wollen, wenn sie ihre Zeit hier verbringen, einen Mehrwert für ihre Zeitinvestition. Und was bekommen sie? Das Gejammer eines Lohnschreibers, die Friedhofsergüsse einer alten Vettel und das weinerliche „wie schlecht ist doch die Welt und im Besonderen die Menschen“ einer versoffenen Frau in der Midlifecrisis. Und solche Leute haben auch noch Kinder, die sie mit ihren verkorksten Lebensentwürfen indoktrinieren. Das Einzige, für das Sie Ihren Kindern als Vorbild taugen, ist, wie man es nicht machen soll. Das verrückte ist, das fast alle Kinder, wenn sie erst einmal in der Pubertät sind, vom Wunsch getrieben sind, bloß nicht so zu werden, wie ihre Eltern, um nach den ersten Hormonschüben in deren ausgetretene Lebenspfade einzuschwenken.

Ich hatte versprochen, Ihnen, lieber Leser, die Wahrheit über das Finanzsystem zu offenbaren, auf dass Sie daraus Nutzen für Ihr Leben ziehen. Mittlerweile habe ich aber die Erkenntnis, dass Ihnen dieses Wissen nichts nützen würde. Sie könnten alles über das System wissen und würden trotzdem nichts an Ihrem Verhalten ändern. Gar nichts! Weil Sie nicht anders können, als andressierten Gewohnheiten zu folgen. Bevor Sie auch nur einen Millimeter in Ihrem Leben verändern, schauen Sie nämlich erst einmal nach Rechts und Links, ob auch die Menschen um Sie herum das auch so handhaben. Schafe eben!

Da ist der Schäfer in seiner Einöde weiter als all die Bewohner der Ballungszentren. Er hat nämlich von Kindesbeinen an erfahren, dass man sich in seinem persönlichen Verhalten nicht an den Schafen orientieren darf, um ein erfolgreicher Schäfer zu werden. Seine Familie hat nämlich nicht, auch wenn Sie dass vielleicht zunächst vermuten, mit den Schafen zusammen gelebt, sondern mit ihren Hunden! Von denen hat er gelernt, wie mit Schafen umzugehen ist. Hunde sind domestizierte Wölfe und begleiten den Menschen viel länger als die anderen Haustiere. Was denken Sie, welchen Rang innerhalb seiner Horde wohl der erste Mensch inne hatte, der als Erster einen jungen Wolf in seine Obhut genommen hat? Wird das der fürs Grobe zuständige Gruppentrottel gewesen sein, oder doch eher der Häuptlingssohn, der sich dieses Raubtier in die Laubhütte geholt hat?  Sehen Sie? Nur dieser war in seinem Verhalten den Vorfahren unserer Hunde ähnlich genug, um ihn erziehen zu können.

Ich verrate Ihnen jetzt etwas, was Sie sicher schon immer vermutet haben: neben der großen Gruppe der Schafsmenschen gibt es noch die sehr viel kleinere Gruppe der Wolfsmenschen. Ob ein Kind sich in die eine oder die andere Richtung entwickelt, hat nichts mit den Genen, sondern nur mit seinem Umfeld zu tun. Beinahe alle Eltern wünschen sich für ihre Kinder die Rolle des Rudelführers. Mit ihnen selbst als Vorbild ihrer Kleinen reicht es aber meistens maximal zum Leithammel. Die Organisation unserer Gesellschaft in Kleinfamilien und staatliche Erziehungseinrichtungen sorgt übrigens wunderbar dafür, dass kaum einer den Ausbruch aus den Verhältnissen, in die er hinein geboren wird, schafft. Kleinbürgerliche Eltern erziehen ihre Lämmer kleinbürgerlich, geben sie später in die Hände von eben so kleinbürgerlichen, verbeamteten Lehrern und wundern sich, dass ihre Kinder nicht über die Eltern hinaus wachsen. Das ist so, als wenn ein Schäfer seine jungen Hunde nach der Geburt an die Zitzen eines Mutterschafes legt und sich später wundert, dass kein brauchbarer Hütehund daraus entstanden ist. Den armen Hund können Sie anschließend nur noch zum Hundepsychologen geben! Genau so ist das mit Kindern, die gehören ins Internat! So früh wie möglich! Weg von Ihnen! Dann ist das Erlernen der Spielregeln unseres Finanzsystems nur noch Nebensache.

Aber ich höre schon das Gejammer der Mütter. Meine armen, kleinen Lämmer dürfen nicht von mir getrennt werden, das schadet denen doch! Und sie fühlen sich auch noch bestätigt vom Geheule der Kinder, wenn denen der Plan, sie ins Internat zu schicken, offenbart wird. Das Einzige, liebe Mütter, was ihren Kleinen schadet, ist,  zu lange bei Ihnen zu bleiben.

Die horrenden Gebühren für ein gutes Internat sind die besten Investitionen in die Erziehung der Kinder, die Sie tätigen können. Alles andere sind dann nur noch die berühmten „Peanuts“, liebe Eltern. Also, nehmen sie die Kleinen aus der Schafdressur und ab mit ihnen in die Hundeschule, es sei denn, sie wollen, dass ihre Kinder in die Fußstapfen von Tanja K, Witwe Clausen oder diesem Wiedebach treten. Nur zu, Sie haben die Wahl!

Ach, und das mit dem Finanzsystem bringe ich Ihnen auch noch bei. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr

Von Schafen, Katzen und Hunden

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corporation“

Ha, jetzt schreiben alle hier im Blog nur noch über Schafe, Schafe, Schafe, und merken überhaupt nicht, wie sie mit ihren Ausführungen meine These – bei den Schafen können wir alles über das Verhalten der Menschen erfahren – bestätigen.

Der Dorfdoktor lamentiert über die verlorenen Lämmer, mit denen er es zu tun hat. Mann, Bremer, als Hausarzt sind Sie doch angeblich der Lotse ihrer Patienten! Zumindest ist das doch der Tenor Ihrer Berufsverbände. Also los: weißen Kittel aus- und Lodenmantel anziehen! Statt eines Hirtenstabes habt ihr doch eh immer ein Stethoskop um den Hals baumeln. Offiziell ist doch die Prävention Hauptaufgabe des Gesundheitssystems und die häufigsten Krankheitsursachen liegen im psycho-sozialen Bereich. Ich habe mir von unserem Bereichsleiter „Healthcare“ berichten lassen, dass die Lifestyleärzte unsere solventesten Kunden innerhalb ihrer Berufsgruppe sind. Die Premiumsuchteinrichtungen machen rasant steigende Umsätze. Also, ran an den Speck, Dr. Bremer, werden Sie Hirte und machen Sie ihr Praxispersonal zu Ihren Hütehunden, die helfen, ordentlich „IGEL-Leistungen“ an den Patienten zu bringen. Dann klappt das auch mit dem Fell-über-die-Ohren ziehen. Sie werden sehen, wie sich Ihr Gemütszustand verbessert! Der Ihrer Patienten übrigens auch. Placeboeffekt durch Hirtenführung eben.

Bei dem Bremer besteht ja noch Aussicht auf Besserung, aber bei dieser Tanja K. habe ich keine Hoffnung mehr. Sie will sich wie eine Katze verhalten, aber von den Schafen als Mitglied der Herde akzeptiert werden. Anschließend beschwert sie sich darüber, dass sie nicht als Katze sondern als schwarzes Schaf behandelt wird. Nur noch um ihre Kernfamilie will sie sich kümmern. Die arme Kernfamilie! Eine Saufziege, die gerne eine Katze wäre, will ihren Lämmern beibringen, in der Schafherde klar zu kommen. Liebe Tanja K., ich kann Ihnen versichern, dass die Kernfamilie Ursache aller Übel ist. Unsere Hauptaufgabe in der Personalführung besteht darin, den neu eingestellten Mitarbeitern beizubringen, dass ihre Tätigkeit hier im Konzern keine Fortsetzung ihres Familienlebens ist. Wir brauchen keine Katzen und auch keine schwarzen – ja nicht einmal weiße – Schafe. Was wir brauchen sind Hütehunde. Ein guter Hütehund muss die Verhaltensweisen der Schafe kennen und vorhersehen. Wenn so ein Hund aber erst einmal dem Schäfer sein Leid mit den Schafen klagen will, dann ist er unbrauchbar. Wenn ich an die verzogenen Köter in Privathaushalten denke, kann ich mir lebhaft vorstellen, was da für Kinder heranwachsen. Neurotische Mischung aus Katze, Schaf und Hund eben. Und wir sollen dann sehen, wie wir diese Kinder später produktiv und erfolgreich machen,.

Aber was soll das Gejammer. So hat halt jeder seine Probleme. Manchmal gibt es noch Hoffnung, so wie bei Anna-Luisa. Die ist mittlerweile Feuer und Flamme für ihr Projekt „Schafseminar“. Eigentlich sollte sie ja über das Finanzwesen schreiben. Das muss aber erst einmal warten. So lange die grundlegenden Zusammenhänge nicht aufgearbeitet sind, ist das sinnlos. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr

Schafe in Berlin

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Puh, endlich wieder an meinem Schreibtisch in der Zentrale, 68 Stockwerke über der Stadt. Sardinien, Singapur, Brüssel! Das angeblich tolle Leben der Elite ist ein erbarmungsloses Gehetze um die Welt. Überall schreien die Menschen danach, von uns gesagt zu bekommen, wo es lang gehen soll, wo das Heil zu finden sei. Als ob wir das wüssten! Dabei geht es gar nicht darum, den „richtigen“, sondern überhaupt einen Weg zu gehen. Niemand hat mehr einen Überblick im Dschungel der Möglichkeiten, jeder steht ständig an Weggabelungen und weiß nicht, wohin sie führen. Ich sage Ihnen die Wahrheit: Es ist vollkommen gleichgültig, in welche Richtung sie abbiegen, wichtig ist nur, dass Ihnen möglichst viele folgen! Sollte der eingeschlagene Weg sich als Sackgasse herausstellen, sind genug Leute davon betroffen und werden schon dafür sorgen, die Richtungsentscheidung als richtig zu verteidigen. Anderenfalls wären sie ja gezwungen, zuzugeben, dass sie einem Idioten gefolgt sind! Die schiere Masse der Mitläufer wird alles, was sich in den Weg stellt, niederwalzen, egal was danach kommt. Und am Ende steht der Anführer als der gefeierte Held da, der von Anfang an wusste, wo es lang zu gehen habe. Wenn Sie keine Gefolgsleute haben, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als mit der Herde zu laufen. Und jede Herde hat nun einmal einen Anführer.

Deshalb ist mir die Idee gekommen, unsere Führungskräfte zu diesem Schafhirten zu schicken. Da ist alles vorhanden, was das Zusammenleben von Herdentieren abbildet. Machohafte Leithammel, nachstrebende junge Böcke, die auch endlich mitmischen wollen, Mutterschafe, die dem Treiben zusehen und die Kerle untereinander ausmachen lassen, wer die Richtung vorgibt. Und natürlich, wen sie in ihrer Brünstigkeit ranlassen. Schließlich wollen sie nur die kräftigsten Lämmer. Und über allem thront der Schäfer, der in Wahrheit die Entscheidungen trifft und diese von seinen Hunden exekutieren lässt.

Sie dürfen jetzt selber einmal darüber nachdenken, wer in der Menschenwelt wer ist. Na, kommen Sie drauf? Nein? Schon wieder überfordert beim Selbstdenken? Dann will ich mal nicht so sein und helfe Ihnen auf die Sprünge. Schauen Sie nach Berlin, wo gerade Koalitionsverhandlungen aufgeführt werden. Wo finden sie dort die machohaften Alt- und Jung(naja, ganz so jung auch nicht mehr)böcke? Denken Sie da auch gleich an einen Kanzlerkandidaten, der in den Ring gestiegen ist und einen Vorsitzenden, der sich vor der Wahl noch nicht so recht traute? Na sehen Sie, ist doch ganz einfach! Und was fällt Ihnen zum Begriff „Mutterschaf“ ein? Bingo! Das mit den Lämmern hat da zwar nicht so ganz (also im biologischen Sinne) geklappt, aber der Vergleich ist ja auch so mehr eine Allegorie, die uns hilft, die Zusammenhänge zu erkennen. Jetzt fehlt uns noch die Besetzung der Hunde, die ständig unterwegs sind, um zu überwachen, dass die ganze Herde zusammenbleibt und keiner aus der Reihe tanzt. Kommen Sie bestimmt selber drauf.

Und zum Schluss noch die alles entscheidende Frage nach dem Schäfer. Wo laufen in unserer Welt alle Fäden zusammen? Wo werden tatsächlich die Richtungsentscheidungen getroffen? Wer hat die Macht? Welcher Begriff ist seit 2008 in aller Munde? Was beherrscht alle politischen Ebenen weltweit seit diesem Jahr? Könnte es vielleicht das Wort „Finanzkriese“ sein? Und wonach schreien alle, weil angeblich überall zu wenig davon vorhanden ist? Klar: Geld, Geld, Geld! Wo wird Geld geschaffen? Eben, in Büros wie dem meinen hier. Wir sprechen allerdings vornehmer vom Geldschöpfen. Der Schäfer hat seinen Hirtenstab, mit dessen gebogenen Ende als Haken er widerspenstige Schafe einfängt und wir haben das Geld.

Und wie die Sache mit dem Geld in Wahrheit vonstatten geht, werde ich Ihnen demnächst ausführlich darlegen. Versprochen! Jetzt habe ich aber erst einmal eine Unterredung mit Anna-Luisa über das bevorstehende Schafseminar, schließlich wollen die jungen Damen lernen, wie man sich als Jungbock verhält. Bin echt gespannt, wie die sich machen werden. Aber davon später.

Ihr Hubertus Willmehr

Psychotherapie für Poularden

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Da wollte ich mich mit einem unserer Vorstandsassistenten zusammensetzen, um endlich über das Finanzsystem zu berichten, und nun dieser Beitrag von diesem Wiedebach! Beim Lesen drängt sich mir der Verdacht auf, er gibt nur die Meinung seiner Oberstudienrätin zum Besten oder hat den Artikel gleich von seiner Frau schreiben lassen und anschließend seinen Namen darunter gesetzt.

Weltlage, nationale und internationale Politik bewegt ihn. Ich lach‘ mich tot! Mensch, Wiedebach, was glauben Sie denn, was die Welt bewegt? Die Vernunft? Das Allgemeinwohl? Das glauben Sie doch selber nicht. Oder hat die Gehirnwäsche bei Ihnen schon irreversible Schäden angerichtet? Anscheinend ist der Mensch das einzige Wesen, bei dem die männlichen Exemplare mit rein psychischen Mitteln kastriert werden können. Ist ihre Kinderlosigkeit tatsächlich Folge Ihrer bewussten Entscheidung, oder doch eher Ausdruck einer gewissen Impotenz? Hat Ihr Geschreibsel nicht ausgereicht, einer Henne Nest und Küken zu finanzieren? Oder hat es nicht einmal dazu gereicht, Ihren eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten? Haben Sie sich deshalb für eine verbeamtete Versorgungseinrichtung entschieden, die Ihnen auch noch die Feder führt bei Ihren „journalistischen“ Ergüssen? Ich sag‘ Ihnen, was die Welt am Drehen hält: Emotionen, Leidenschaften und Triebe! Selbst zölibatäre Bischöfe werden davon angetrieben. Was auf der einen Seite unterdrückt wird, ploppt an anderer Stelle wieder hoch. Ich bin sicher, der Menschheit bliebe viel Leid erspart, wenn der Triebunterdrückung Einhalt geboten würde. Sie, Wiedebach, gehören doch einer Generation an,  die als erste diesen bekannten Spruch „Wer zweimal mit der selben pennt…“ in die Realität hätte umsetzen können. Aber irgendwie scheint Ihnen dabei der Feminismus in die Quere gekommen zu sein.

Ihr Wunsch, wir mögen uns hier im Blog mit der Verstrickung zwischen der Politik und den Eignern dieser bajuwarischen Phallusschmiede beschäftigen, zeugt nur davon, wie weit bei Ihnen die Dressur schon gediehen ist. Oder glauben Sie allen Ernstes, unseren europäischen Partnern gehe es um den Klimaschutz, wenn sie die deutschen Premiumhersteller unter Druck setzen wollen? Wenn der gallische Hahn noch in derselben Liga wie die deutschen Automobilproduzenten krähte, wäre der CO2-Ausstoß kein Thema. Noch dazu es nicht einmal um den Ausstoß eines einzelnen Autos, sondern um den Durchschnitt der Flottenproduktion eines Herstellers geht. VW freut sich schon darauf, sich Daimler und BMW auch noch unter den Nagel zu reißen. Bei Piechs Flottenverbrauch, der vom Kleinstwagen bis zum 1000-PS-Bugatti reicht, stimmt dann der Durchschnitt. Anschließend können solche Kleingeister wie Sie sich darüber auslassen, um wie viel besser es um Deutschland bestellt ist, wenn statt deutscher Milliardärsfamilien eben österreichische über die Schlüsselindustrie in unserem Land herrschen.

Aber was rede ich! Der Lebenszweck von Poularden ist es, gegrillt und verspeist zu werden.

Und wieder nichts zum Finanzsystem. Man könnte meinen, die Inszenierung der medialen Aufregung über Nebensächlichkeiten diene einzig und alleine dem Zweck, die wahre Aufklärung zu verhindern. Aber seien Sie versichert, liebe Leser: ich lasse mich nicht von meinem Vorhaben abbringen! Mein Wort gilt!

Ihr Hubertus Willmehr

Work-Life-Balance auf dem Hühnerhof

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Nachdem wir eine unserer jungen Mitarbeiterinnen zur „Chief Coordinator of Work-Life-Balancing“ ernannt haben, dachte ich ja, ich wäre das Thema erstmal los. Aber Pustekuchen! Die neue Führungskraft hängt ständig bei mir im Büro und jault mir die Ohren voll. Wie ich mir das denn vorstelle? Mit ein paar Betriebskindergärten könnten wir doch nicht die Schwierigkeiten junger Frauen mit dem Ausgleich von Beruf und Privatleben lösen. Die Probleme entstünden doch nicht erst, wenn Kinder da seien. Es müsse viel früher angesetzt werden. Die jungen, weiblichen Führungskräfte beklagen, dass sie der Arbeitseinsatz daran hindere, an ihren privaten Beziehungen zu arbeiten. Es sei schon kompliziert genug, den passenden Partner zu finden. Anschließend müsse aber an der Beziehung gearbeitet werden und dazu benötigten die jungen Damen eben die Möglichkeit, sich jederzeit Auszeiten zu nehmen. Es sei einfach nicht hinnehmbar, mit den jungen Männern, die klaglos bereit seien, sich in den Job zu stürzen, unbezahlte Überstunden zu machen und sich auch noch in der Freizeit mit Kollegen zu treffen, um Netzwerke zu knüpfen, zu konkurrieren. Ich machte, ganz behutsam natürlich, wie es eben meine Art ist, den Vorschlag, dann sollten sich die jungen Damen doch einfach mit den aufstrebenden jungen Männern im Unternehmen liieren. Da hätten sie unsere CCW-L-B erleben sollen. Patriarchalisches Verhalten war noch das Harmloseste, was sie mir unterstellte. Mit diesen karrieregeilen, selbstverliebten, in  Männerbünden organisierten Machos könne man (sie meinte vermutlich „Frau“) doch keine Beziehung aufbauen, geschweige denn eine Familie gründen. Mit denen könne man (also wieder „Frau“) außer über Job und Hobby doch über nichts reden. Außerdem wollen die alle nur gut aussehende Frauen, die ihnen zu Füßen liegen, fasziniert an ihren Lippen hängen und sie für ihre Heldentaten bewundern.

Ich musste unwillkürlich an diese Tanja K. hier im Blog denken und ob die wohl die Zukunft der hoffnungsvollen, aufstrebenden Führungskraft hier vor meinem Schreibtisch repräsentierte. Hin und her gerissen zwischen dem Wunsch nach Autonomie und der Sehnsucht nach dem fürsorglichen, verständnisvollen, Geborgenheit schenkenden Mann. Viel Spaß bei der Suche kann ich da nur sagen. So bekloppt kann ein Mann  – also ein richtiger Mann –  gar nicht sein, sich so eine Frau anzutun. Zu Hause Geplärre ohne Ende, im Falle der Tanja K.s dieser Welt auch noch lallend,  und im Job fehlt ihm der Drive als Mann, den er durch ihn liebende Frauen erhält und der für wirklichen Erfolg unabdingbar ist. Vor meinem inneren Auge entstand das Bild eines Hühnerhofes, auf dem der Hahn mit den Hennen über Work-Life-Balance und Kükenbetreuung diskutiert. Meine Damen, ich kann ihnen versichern, dass ein Mann  – damit meine ich natürlich wieder den echten Mann –  unter dem Begriff „Kükenbetreuung“ etwas gänzlich anderes versteht als Sie.

Das habe ich selbstverständlich nicht laut gesagt, sondern unsere CCW-L-B bin ich dann losgeworden mit dem Vorschlag, sie solle einen Arbeitskreis mit anderen Frauen gründen, in dem entsprechende Vorschläge ausgearbeitet werden. Bloß gut, dass ich zu Hause nicht auch noch solche Diskussionen führen muss. Immer, wenn sich bei meinen Ex-Frauen Tendenzen in diese Richtung bemerkbar machten, konnte ich sie recht schnell ersetzen. Private Angelegenheiten müssen genauso konsequent angegangen werden wie berufliche, dann klappt das auch mit der Work-Life-Balance.

Nun habe ich wieder nichts zum Finanzsystem gesagt. So langsam ist mir das echt peinlich. Vielleicht sollte ich einen meiner Vorstandsassistenten damit beauftragen, hier entsprechend vorzutragen. Na, mal sehen, irgendetwas fällt mir schon ein. Versprochen! Ganz bestimmt!

Ihr Hubertus Willmehr

500.000 $ vor Lampedusa

von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Ich hatte eigentlich nicht vor, mich zu diesem Drama zu äußern. Dabei kann man sich eh nur den Mund verbrennen. Egal was einer dazu sagt, schnell wird sich ein anderer finden, der wahlweise Zynismus oder Blauäugigkeit unterstellt. Überall wird der Name dieser Mittelmeerinsel genannt, sogar schon bei uns im Vorstandskasino. Und dieser Wiedebach hat das Thema nun auch noch in diesen Blog getragen.

Ratlos sei er, habe Herzschmerz, ein schlechtes Gewissen gar, meint, etwas tun zu müssen, wisse aber nicht, was. Das übliche Betroffenheitsgeschwafel eben. Selbstverständlich habe auch ich Mitleid mit Ertrinkenden. Eine der schrecklichsten Todesarten, die man sich vorstellen kann. Deshalb bin ich auch extrem pingelig, was das Anlegen von Rettungswesten auf meiner Segelyacht betrifft. Und ich betreibe keine gewerbliche Personenbeförderung! Ich hätte nicht einmal das entsprechende Schifffahrtspatent dazu.

Wie kommen also diese mehr als fünfhundert Menschen auf so einen Schrottkahn, auf dem es offenkundig an elementarster Sicherheitsausrüstung gefehlt hat? Die Fahrgäste sollen, Medienberichten zufolge, mehr als eintausend Dollar pro Person für die Überfahrt gezahlt haben, zusammen also über einer halben Million. Für ein paar hundert Seemeilen. Für den Preis hätte man ein Kreuzfahrtschiff chartern können.Es hätte sich nur keine Reederei der Welt bereit erklärt, diese Überfahrt zu organisieren. Sie wäre ihre Gäste nämlich nicht mehr losgeworden, weil kein Land der Welt sie in ihre Häfen gelassen hätte. Bei unerlaubtem Einlaufen würde der Kapitän sofort verhaftet und das Schiff beschlagnahmt. Ich kann mir sogar vorstellen, dass es etliche Staaten gibt, die den Kreuzfahrer mit Waffengewalt am Einlaufen hindern, notfalls ihn sogar vor ihren Küsten versenken würden. Ich kann mir  nicht vorstellen, dass einer dieser überladenen Seelenverkäufer ein Chance hätte, eine Überfahrt in umgekehrter Richtung, also von Europa nach Afrika, zu starten. Er käme gar nicht aus dem Hafen raus. Der Kahn würde in jedem EU-Hafen sofort an die Kette gelegt und die Mannschaft festgesetzt.

Wo ist nun also das zynische Verhalten zu verorten? Beim deutschen Innenminister, der EU-Komission? Oder doch eher bei den Behörden der Länder, in denen die Fahrten ihren Ausgang nehmen? Deren Behördenvertreter vermutlich eifrig die Hand aufhalten, um am Elend zu verdienen. Und die Eliten in den Herkunftsländern der Flüchtlinge sind bestimmt auch nicht böse darum, einen Teil ihrer sozialen Konflikte exportieren zu können. Bei den vor Lampedusa gestrandeten handelt es sich mitnichten um die Hungernden und Dürstenden dieser Welt, wie Wiedebach meint. Immerhin waren sie in der Lage, die, in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage ihrer Heimat, horrenden Kosten für die Fahrt aufzubringen.

Alle, die jetzt am lautesten schreien, wir müssten mehr Menschen aufnehmen, werden die ersten sein, die anschließend Sozialleistungskürzungen für alle fordern werden, weil die Kosten explodieren. Bezeichnenderweise ist es immer wieder dasjenige politische Lager, das sich am ehesten links verortet und sich für alle Benachteiligten dieser Welt zu Wort meldet, das skrupellos Wohltaten wie Hartz IV und andere Agenden durchpeitscht, die Banken dereguliert, Privatisierungen auf den Weg bringt und solidarische Systeme zusammenstreicht. SPD und Grüne waren, gerade in Deutschland, immer die zuverlässigsten Verbündeten von Groß- und Finanzindustrie. Deutschland exportiert mit seinen Handelsbilanzüberschüssen Arbeitslosigkeit und Elend in die ganze Welt und wundert sich, dass die verarmten Massen sich auf den Weg nach Europa machen. Und wenn endlich die von Deutschland forcierte Politik in der ganzen EU greift, können sich die Armutsflüchtlinge aus Afrika mit den verarmten Menschen Südeuropas zusammen tun und auf dem Landweg weiter Richtung Norden wandern.

Tut mir leid, dass ich jetzt immer noch keine Interna aus dem Finanzsystem ausgeplaudert habe, aber das musste ich jetzt einfach mal loswerden. Zum eigentlichen Thema das nächste Mal. Ganz bestimmt!

Ihr Hubertus Willmehr

 

Von konservativen Frauen und fortschrittlichen Männern

Von Hubertus Willmehr, CEO der „United World Financial Corp.“

Das wird ja immer verrückter in diesem Blog. Eine jammernde Alte auf dem Friedhof, eine gegen die Langeweile ansaufende mittelalte Hausfrau und jetzt auch noch eine völlig durchgeknallte „Engelheilerin“. Wir würden alle beherrscht von niederen Instinkten, seien Spielball vorbewusster Inhalte, unserer verdrängten Triebe und missverstandenen Persönlichkeit. Und einen eigenen Willen hätten wir schon gar nicht, behauptet sie. Ich kann Ihnen, Frau Mitscherlich, versichern, dass ich einen Willen habe, der mir auch  immer bewusst ist. Ich weiß, was ich ganz bestimmt, vielleicht und überhaupt nicht will.

Bei Ihnen mag das ja anders sein, schließlich sind Sie eine Frau. Die wollen heute dieses, morgen jenes und zwischendurch auch mal das genaue Gegenteil von allem. In Wahrheit verhält es sich nämlich so, dass Frauen nur eines wirklich wollen : von einem starken Mann geführt werden. Das gibt ihnen Halt und Orientierung. Die Frauen sind nämlich die wahren Konservativen, bedingt durch ihr Bedürfniss nach Geborgenheit und Sicherheit.

Das Problem ist nur, dass es immer weniger richtige Männer gibt. Nehmen sie nur diesen Kerbheim hier im Blog. Schwadroniert über einen Gegensatz von Fortschritt und Konservatismus. Mensch Kerbheim, die Menschen sind, was sie sind und schon immer waren. Hat sich in zehntausenden von Jahren nichts geändert und wird sich auch in weiteren zehntausenden von Jahren nichts ändern.Was sie für konservativ halten, ist einfach das Resultat der Natur des Menschen. Wir schließen uns in Gruppen zusammen, und diese Gruppen müssen nun einmal geführt werden, sonst herrscht Chaos.

Fortschritt findet in der Technik und in der Wirtschaft statt, den klassischen Spielfeldern der Männer. Also beweinen Sie nicht die Zustände, sondern raffen Sie sich auf. Übernehmen Sie die Ihnen durch Ihr Geschlecht vorgegebene Aufgabe: führen Sie, oder ordnen Sie sich einem Stärkeren unter.

Aber vermutlich stehen Sie schon längst unter dem Pantoffel Ihrer Frau, wenn Sie denn überhaupt noch eine haben. Welche Frau will schon so eine Trübsal verbreitende Dumpfbacke? Gehen Sie auf den Friedhof und halten ein Schwätzchen mit Witwe Clausen. Die will schließlich einen Mann zum Reden. Oder machen Sie mit Tanja K. einen Zug durch die Gemeinde und gießen sich ordentlich einen auf die Mütze. Dabei können sie ja über den so genannten „Fortschritt“ in der Geschlechterfrage sinnieren. Und warum die konservativen Männer immer die attraktivsten Frauen haben.

So, ich muss mich jetzt aber um die Organisation eines Empfanges bei mir zu Hause kümmern. Meine aktuelle Frau schießt in ihrem jugendlichen Leichtsinn immer gerne übers Ziel hinaus und muss von mir, sozusagen konservativ, gebremst werden.

Und zum Finanzsystem…, aber das wissen Sie ja bereits. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr

Gerupfte Hühner

von Hubertus Willmehr, CEO der United World Financial Corporation

 

Werte Witwe Clausen, liebe Tanja K.!

Ich darf Sie doch so nennen? Sie beschreiben beide ihre Situation aus ihrer ganz eigenen, subjektiven Sicht. So bedauerlich ihrer beider Schicksal sich auch anfühlen mag, so gebe ich doch zu bedenken, dass ihre jeweiligen Männer, die sich hier nicht äußern bzw. im Falle des Herrn Clausen nicht mehr äußern können, gewiss auch eine persönliche Wahrheit haben oder hatten.

Sie, Frau Clausen, bedauern, nicht mehr aus ihrem Leben gemacht zu haben. Aber haben sie schon einmal darüber nachgedacht, ob ihr verstorbener Mann nicht vielleicht auch ganz andere Vorstellungen von einem gelungenen Leben hatte. Immerhin hat er sie und die Kinder mit seiner Hände Arbeit ernährt. Immer wieder ist er in den harten Lebenskampf da draußen gegangen, um die finanziellen Mittel für sie und die Kinder zu beschaffen. Haben sie jemals darüber nachgedacht, was es für ihren Mann bedeutete, so angekettet zu sein?  Und was bekam er als Gegenleistung? Dankbarkeit, Respekt und Liebe? Oder doch eher Vorwürfe und Gezeter? Womöglich sogar von deren Mutter gegen ihn aufgehetzte Kinder? Hat er sich dann, gerechtfertigter Weise, lieber mit seinen Freunden im Fußballstadion oder in der Kneipe getroffen? Wo er auf Verständnis für seine missliche Lage hoffen konnte? Und sie beschweren sich darüber, dass er nie etwas von sich preisgegeben hat. Über was hätte er denn mit ihnen reden sollen? Über den täglichen Kampf auf der Arbeit? Seine unerfüllten Hoffnungen? Mit ihnen, die sie sich wunderbar bequem ins Innere des Familienlebens zurückziehen konnten?

Oder nehmen sie den Mann von Tanja K.! Da heiratet er eine Alkoholikerin, wohl in der Hoffnung, die Geborgenheit, die er bereit ist, ihr zu geben, werde ihr helfen. Und was bekommt er? Eine versoffene, mit sich und der Welt hadernde, unzufriedene Frau auf dem emotionalen Stand eines Kleinkindes. Ich kann mir richtig vorstellen, Tanja, wie ihr Mann abends, erschöpft vom täglichen Existenzkampf, nach Hause kommt, und sie ihm lallend entgegen torkeln. Wie sie ihm die Schuld an ihrem verkorksten Leben geben, ihm, der nun am wenigsten dafür kann. Wie sie ihm, immer und immer wieder, hoch und heilig versprechen, mit dem Saufen aufzuhören. Und natürlich trotzdem weitersaufen! Sie haben, wie fast alle Frauen, einen Doofen gesucht und gefunden, der ihnen die Mühsal des Lebens abnimmt, und anschließend beschweren sie sich darüber, dass sie ihr Leben nicht selbstbestimmt führen können.

In dem Punkt scheinen alle Frauen gleich zu ticken. Machen sich keine Gedanken, wie ihre Männer sich wohl fühlen könnten, mit gerupften Hühnern an der Backe. Und jetzt wollen die Töchter und Enkelinnen von Witwe Clausen und Tanja K. auch noch die Vorteile beider Lebensentwürfe für sich vereinen. Sich, wann immer ihnen der Sinn danach steht, ins Private zurückziehen zu können, bei Bedarf aber – also wenn es ihnen zu Hause zu langweilig wird – über eine Frauenquote in die Arbeitswelt einmischen. Ich habe gerade ein Gespräch mit einigen weiblichen Nachwuchsführungskräften hinter mir. Was da wieder von den jungen Damen kam! Sie würden sich ja wirklich gerne voll einbringen. Aber die Arbeit müsse doch so organisiert werden, dass sie mit Kindern und Familie in Einklang zu bringen sei. Nach dem Motto : wir wollen das große Wort führen, uns aber jederzeit zurückziehen können und die Arbeit den Männern überlassen, später aber zurückkommen und die Männer, die während unserer Abwesenheit die Stellung gehalten haben, zur Seite drücken dürfen.

Aber eines kann ich ihnen versichern, liebe Damen, nicht mit mir. Und wenn, dann nur über meine Leiche!

Jedenfalls sind wir erstmal so verblieben, dass an allen unseren weltweiten Standorten Betriebskindergärten eingerichtet werden. Mit der Organisation dieser Aufgabe haben wir einige der jungen Damen betraut. Dann haben die doch schon mal ein paar Führungsaufgaben, bei denen sie ansonsten keinen weiteren Schaden anrichten können, und wir können die Frauen, die in diesem Bereich tätig sind, auf unsere Frauenquote anrechnen. Für meine Tochter aus erster Ehe,  die demnächst, nach Beendigung ihres Studiums, hier auf der Vorstandsetage anfängt, ist es doch schön zu wissen, dass sie ihre Karriere wegen eines Kinderwunsches nicht unterbrechen muss.

Jetzt habe ich doch tatsächlich immer noch nichts zum Finanzsystem gesagt. Da können sie einmal sehen, wie die Frauen einen aus dem Tritt bringen können.  Aber das nächste mal bestimmt. Versprochen ist schließlich versprochen.

Ihr Hubertus Willmehr

Quotenhühner am Lagerfeuer

Von Hubertus Willmehr, Ceo der „United World Financial Corporation“

Ich habe lange mit mir gerungen, hier zu schreiben. Ich meine, in so einem Klöterblog, den niemand kennt und der folglich auch nicht gelesen wird. Umgestimmt hat mich die Tatsache meiner Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre, die der Aufsichtsrat letzte Woche mit mir geschlossen hat. In diesem Vertrag ist, wie üblich, ein »goldener Handschlag« vereinbart, der allerdings nur zum Tragen kommt, wenn die Initiative zur vorzeitigen Auflösung von den Anteilseignern, vertreten durch den Aufsichtsrat, ausgeht. Wenn ich also hier vom Leder ziehe und aus dem Nähkästchen plaudere, kann vielleicht ein dezenter Hinweis auf diesen Blog ausreichen, das dann Unvermeidliche bei Bedarf auszulösen. Man weiß ja nie!

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ihnen die ungeschminkte Wahrheit über unser Finanz- und Wirtschaftssystem offen zu legen. Mir ist aber ein Treffen mit meinen Vorstandskollegen ins Gemüt gefahren, und deshalb nutze ich die Gelegenheit, mir etwas anderes von der Seele zu schreiben.

Der Kollege fürs Marketing kam mit der Anregung, wir bräuchten mehr Quotenhühner.(sic) Dieses waren tatsächlich seine Worte. Das sei jetzt eben angesagt, und wir könnten uns der gesellschaftlich Entwicklung nicht entgegenstemmen. Nachher würden wir gar noch als frauenfeindlich abgestempelt. Er löste damit allgemeine Heiterkeit in der Runde aus. Wir und frauenfeindlich! Sie hätten einmal auf dem letzten Incentive für Führungskräfte erleben sollen, wie charmant wir uns um die georderten Damen gekümmert haben. Nach und nach setzte sich dann aber doch die Überzeugung durch, dass wir, um unseres Images willen, nicht um dieses Thema herumkommen. Die Umsetzung stellte sich als gar nicht so einfach dar, wie es den Anschein haben mag. Mehr Frauen in Führungspositionen, so lautet der Slogan. Führen bedeutet, Entscheidungen zu treffen, und das vor allen Dingen bei unvollständiger Informationslage in eine immer auch ungewisse Zukunft hinein. Frauen und Entscheidungen treffen! Ein Widerspruch in sich! Frauen können sich nicht einmal zwischen zwei Paar Schuhen entscheiden, ohne das vorher mit zahlreichen Freundinnen, oder, in der verschärften Variante, dem Partner auszudiskutieren. Kennen wir doch alle, wie so etwas abläuft.

Sie : »Schatz, steht mir das?« Er: »Ja doch!« Sie: »Das sagst du doch nur, damit du deine Ruhe hast. Du schaust ja nicht einmal richtig.«

Zum Vergleich beobachten sie einen Mann in der gleichen Situation: »Passt, haben sie das auch zweimal, dann habe ich länger Ruhe.«
Bereitschaft zur Entscheidung setzt einen entsprechenden Gemütszustand voraus, der bei Frauen nun einmal nicht vorhanden ist. Oder glauben sie, dass unsere Vorfahren am Lagerfeuer vor ihrer Höhle gesessen haben , die ganze Horde zusammen? Und dass sie, Männlein und Weiblein, die Kinder mittendrin, tagelang darüber diskutiert haben, wer denn nun auf die Jagd geht? Und dass sie nach umfangreichen Erörterungen und gewissenhaftem Abwägen schlussendlich zur Überzeugung gelangt sind, diese Aufgabe den Männern zu übertragen, weil diese die größeren Muskeln haben? So war es natürlich nicht! Die Männer hatten einfach mehr Mut und mehr Freude am Risiko. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich sage ihnen, diejenige Firma, die zuerst 50% Frauenquote in Führungspositionen einführt, geht grandios unter. Wegen Führungsschwäche und Mangel an Testosteron!
Na, mir kann es ja egal sein, ich habe mein Berufsleben fast hinter mir. Aber die jungen Männer können einem leid tun. Erst nehmen die Frauen ihnen massenhaft die Studienplätze weg und anschließend auch noch die Jobs. Später müssen sie sich von denselben Frauen auch noch anhören, keine adäquaten Partner mehr zu sein. Ja, wie denn? Meine Vermutung ist, es liegt am Weichmacher im PVC oder an den Konservierungsstoffen in Kosmetika, wie man erst kürzlich festgestellt hat. Diese den weiblichen Hormonen ähnlichen Substanzen, die nach und nach in die Körper der Männer einsickern, entfalten ihre unheilbringende Wirkung. In meiner Jugend fing das gerade erst an und die Dosis war vermutlich zu gering, als dass sie nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung unserer Männlichkeit haben konnte. Aber bei den jungen Männer ist die Wirkung unverkennbar. Dazu noch dieses ganze Gleichberechtigungsgedöns und Geschwafel über den neuen Mann. Das dient nur dazu, die kameradschaftliche Solidarität unter Männern zu zerstören. Und die zwischen Mann und Frau gleich mit. In der Vorstandssitzung haben wir noch mehrere Stunden darüber debattiert, welche Positionen wir mit Frauen besetzen sollten. Schnell herrschte Einigkeit, ein paar neue Abteilungen zu schaffen, mit unwichtigen Aufgaben, wo die Frauen, die dort dann führen, möglichst wenig Schaden anrichten können. Jeder von uns will sich bis zur nächsten Sitzung pompös klingende, letztendlich aber unbedeutende Aufgaben ausdenken, die wir den zukünftigen Führungsfrauen übertragen können. Was das wieder kostet! Wir sind zum Glück ein Finanzkonzern, da spielt Geld ja bekanntlich keine Rolle. Am Ende übernehmen eh die Staaten unsere Verbindlichkeiten. In diesem Fall auch nur gerecht. Wer hat uns schließlich diesen Quotenquatsch eingebrockt?

So, jetzt muss ich aber los, zum Golfplatz, wo ich mit zwei Vorstandskollegen verabredet bin. Anschließend treffen wir uns im Kaminzimmer des Clubhauses mit einigen unserer weiblichen Nachwuchsführungskräften. Mit den Quotenhühnern am Lagerfeuer, wie der Personalvorstand anmerkte.

Über das Finanzsystem erzähle ich ihnen dann beim nächsten Mal. Versprochen!

Ihr Hubertus Willmehr